Allergische Rhinitis- so wirken Medikamente gegen Heuschnupfen

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen im Jahr beginnt leider auch der erste Pollenflug. Für Betroffene ist es wichtig zu wissen, wann die meisten Allergene unterwegs sind und wie es um Behandlungsmöglichkeiten und eventuelle Nebenwirkungen bestellt ist.

Was ist allergischer Heuschnupfen und wie erkenne ich diesen?

Heuschnupfen wird von Medizinern auch als allergische Rhinitis bezeichnet. Die zum Teil sehr heftigen Symptome können grundsätzlich durch alle Reize hervorgerufen werden, die den Allergiker mit sogenannten Allergenen konfrontieren. Häufige Auslöser einer allergischen Rhinitis sind Hausstaub und Pollen von Bäumen oder Gräsern. Sobald die warme Jahreszeit beginnt, ist die Pollenflugsaison schon in vollem Gange: Blütenstaubkörnchen von Erle, Hasel, Esche, Pappel, Weide, Ulme, Birke und Buche verursachen dann bei vielen die sogenannte saisonale allergische Rhinitis (= saisonaler Heuschnupfen). Im Allgemeinen handelt es sich bei einer Allergie um eine Überreaktion des Immunsystems auf allergene Fremdstoffe. Dabei kommt es im Körper zur Ausschüttung von Entzündungsmediatoren, die dann beim Betroffenen die bekannten Symptome auslösen. Bei Erstkontakt eines Allergikers mit dem Allergen, produzieren spezialisierte Zellen des Immunsystems, die B-Zellen, Antikörper vom IgE-Typ. Kommt es zu erneutem Kontakt mit dem Allergen, läuft die entsprechende IgE-vermittelte Immunreaktion ab. Einen saisonalen allergischen Heuschnupfen erkennen Sie an Symptomen wie:

  • Tränenfluss
  • Juckreiz
  • Rötung oder Schwellung der Augen
  • verstopfte Nase
  • angeschwollene Nasenschleimhäute
  • deutlich behinderte Nasenatmung
  • Niesattacken
  • allgemeines Krankheitsgefühl

Besonders betroffen sind allgemein Augen und Nase, in schwereren Fällen auch die unteren Atemwege in Form von Atemnot oder Kurzatmigkeit.

Rekordfrühling 2019 und Überblick über die Pollenflugsaison

Der sehr milde und trockene Februar in diesem Jahr, der bei uns bereits mit ungewöhnlich vielen Sonnenstunden in der eigentlich noch “dunklen Jahreszeit” erste Frühlingsgefühle geweckt hat, sorgte auch für einen historischen Rekordwert beim Erlen-Pollenflug. So wurden in Berlin die höchsten Werte für Erlenpollen seit 1985 gemessen. Die Experten sind sich einig, dass der Trend hin zu einer immer kürzeren pollenfreien Zeit geht. Für Allergiker ist es dabei dennoch wichtig zu wissen, wann die Belastungen durch die jeweiligen Bäume und Sträucher zu erwarten sind. So ist es möglich, rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen zu planen. Je nach Region und Art blühen einige Bäume früher, beziehungsweise später im Jahr. Hier erfahren Sie, welche Bäume von Februar bis April ihre Hauptblütezeit haben:

  • Erle: Erlen zählen zu den Birkengewächsen. Die Hauptblütezeit liegt in den Monaten Februar und März. Mit Birke, Eiche, Hasel und Hainbuche kann es zu Kreuzreaktionen kommen. Erlen finden sich meist in der Nähe von Gewässern.
  • Hasel: Die Hasel gehört zu den Frühblühern, was bedeutet, dass die Pollenflugsaison teilweise bereits im Januar beginnen kann. Im März findet sich die höchste Belastung mit Haselpollen in der Luft. Allergische Reaktionen auf Haselpollen sind weit verbreitet. Oft findet sich eine Kombination mit einer Allergie auf Birken- oder Erlenpollen.
  • Esche: Von März bis April findet der Höhepunkt des Pollenfluges der Esche statt, parallel zur Birke. Eine Eschenpollenallergie ist weit verbreitet. In Europa gibt es vier verschiedene Eschenarten, die alle ähnliche allergische Reaktionen hervorrufen.
  • Pappel: Zwischen März und April liegt die Hauptblütezeit der Pappel. In höher gelegenen Regionen kann sich die Blütezeit nach hinten verschieben. Häufig findet sich eine Kreuzallergie mit der Weide.
  • Weide: Ende März bis in den Mai hinein sind vermehrt Weidenpollen in der Luft. Die Laubgehölze bevorzugen einen eher feuchten Boden und sind in der Stadt und auf dem Land gleichermaßen präsent. Eine reine Weidenpollenallergie ist eher selten, es kann allerdings zu Kreuzreaktionen mit Pappelpollen kommen.
  • Ulme: Die Blütezeit der immergrünen Ulmen beginnt bereits im März und dauert bis in den Mai. Das Risiko einer Allergie durch Ulmepollen gilt als mäßig, das gilt auch für das Auftreten von Kreuzallergien.
  • Birke: Birkenpollen können zu schwereren Formen der Pollenallergie führen, denn jeder Baum gibt eine große Anzahl an Pollen ab, die ohne weiteres in Häuser und Wohnungen eindringen. Hauptblütezeit sind die Monate März bis April. Schätzungsweise 20 % aller Mitteleuropäer leiden an einer Birkenpollenallergie. Eine Kreuzallergie mit Buche, Eiche, Erle, Hasel und Esche ist möglich.
  • Buche: Von Ende Februar bis in den Juni hinein fliegen die Buchenpollen, wobei der Höhepunkt die Blütezeit Ende April bis Mitte Mai ist. Buchen lieben lehmige Böden und sind häufig am Waldrand zu finden. Eine Reaktion auf Buchenpollen alleine ist nicht sehr verbreitet. Häufig kommt es jedoch bei Birkenpollen-Allergikern mit den Pollen der Hainbuche zu einer Kreuzreaktion.

Sind die ersten Monate des Jahres erst einmal überwunden, ist ein Durchatmen für Allergiker leider nicht garantiert. Denn von April an bis in den September hinein fliegen Gräserpollen, die ebenfalls Heuschnupfen und somit starke Beschwerden auslösen können.

Therapie des Heuschnupfens

Der Frühling bringt den Drang, sich draußen zu bewegen, die Natur zu genießen und erste Sonnenstrahlen aufzunehmen. Wenn Sie unter saisonalem Heuschnupfen leiden, ist es schlicht nicht möglich, den Pollenflug gänzlich zu umgehen. Denn der Kontakt mit den Allergenen lässt sich nicht so einfach vermeiden: Viele Pollen dringen durch Fenster und Türen auch in die Wohnung ein. Neben allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen wie Staubsaugen, Haare waschen vor dem Zubettgehen, der Aufbewahrung von getragener Kleidung außerhalb des Schlafzimmers und einem Besuch von Sauna oder Dampfbad, ist es ratsam, den Heuschnupfen zusätzlich therapeutisch zu behandeln. Hierfür stehen folgende Möglichkeiten zur Wahl:

Spezifische Immunsensibilisierung (SIT)
Es handelt sich hierbei um eine sogenannte Hyposensibilisierung. Das bedeutet, der Allergiker wird dem allergischen Reiz durch Gabe von spezifischen Allergendosen direkt auf die Haut ausgesetzt. Damit wird bezweckt, dass das Immunsystem sich an den Reiz anpassen kann, sodass es dann während der Pollenflugsaison nicht mehr zu einer Überreaktion des Immunsystems kommt. Der Weg zum Therapieerfolg kann einige Jahre dauern, die Erfolgsquoten der Verfahren sind aber gut.

Welche Medikamente helfen gegen Heuschnupfen?

Der Arzt kann bei Heuschnupfen verschiedene Medikamente verordnen. Bei akuten Beschwerden werden oft Antihistaminika verschrieben. Diese werden in Form von Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten angewendet. Der ÖKO-Test von März 2019 kommt zu dem Ergebnis, dass viele Antihistaminika bei Allergien empfehlenswert und größtenteils mit “gut“ bis “sehr gut” bewertet sind. Empfolhen werden vor allem Medikamente mit Wirkstoffen aus der zweiten Generation der Antihistaminika wie zum Beispiel (Cetirizin, Azelastin, Loratadin und Levocabastin). Die “alten” Antihistaminika der ersten Generation werden hingegen als weniger empfehlenswert bewertet wie zum Beispiel Dimetinden und Ketotifen, denn sie haben ein weniger günstiges Nutzen-Risiko-Profil und können neben der oft beobachteten Müdigkeit unter anderem zu anticholinergen Nebenwirkungen führen. Bemerkbar machen sich diese durch einen trockenen Mund, Magenbeschwerden oder in Form von Nervosität.

Ebenfalls eingesetzt werden Medikamente vom Typ der Glukokortiode (“Kortisonhaltige Medikamente”). Dazu zählen Wirkstoffe wie Budesonid, Fluticason oder Mometason. Die Anwendung erfolgt dabei üblicherweise in Form von Nasensprays und Augentropfen. Nur in schweren Fällen werden Tabletten auf Kortisonbasis verschrieben, da sie schwere Nebenwirkungen wie Stammfettsucht oder die Förderung einer Osteoporose hervorrufen.

Eine weitere Option für Allergiker sind Nasensprays vom Typ der Sympathomimetika (Xylometazolin), sie wirken abschwellend auf die Nasenschleimhaut und lindern die Symptome der Allergie. Ihre chronische Anwendung führt jedoch zu Schädigungen der Nasenschleimhaut, was die Symptome konsequenterweise auf Dauer verschlechtert (“Abhängigkeit” von Nasensprays).

Abschließend sei noch die Cromoglicinsäure erwähnt, welche oft präventiv eingesetzt wird und im Körper die Freisetzung von entzündungsfördernden Stoffen hemmt (sogenannte “Mastzellstabilisator”) und in Form von Tabletten, Augentropfen und Nasensprays zur Anwendung kommt.

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