Beipackzettel von Foscarnet Kabi 24 mg/ml Infusionslösung einsehen

Art und Weise

  • Dieses Arzneimittel wird Ihnen von Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal gegeben. Es wird bei Ihnen durch intravenöse Infusion (Tropf) angewendet. Es kann in einen zentralen Zugang in Ihrer Brust gegeben werden, wenn Sie bereits einen Zugang gelegt bekommen haben.
  • Jede Infusion dauert mindestens eine Stunde. Nehmen Sie während der Infusion keinerlei Veränderungen am Tropf vor.
  • Die Menge an Arzneimittel, die Ihnen gegeben wird, ist sowohl von Ihrer Nierenfunktion als auch von Ihrem Gewicht abhängig.
  • Es ist wichtig, dass Ihnen während der Infusion eine ausreichende Flüssigkeitsmenge zugeführt wird. Dies hilft, das Auftreten von Nierenproblemen zu vermeiden. Wenn Sie Flüssigkeit benötigen, wird Ihnen der Arzt oder das medizinische Fachpersonal diese zur gleichen Zeit wie dieses Arzneimittel geben.
  • Körperpflege
    • Reinigen Sie nach dem Wasserlassen (Urinieren) gründlich Ihren Genitalbereich. Dies wird dazu beitragen, die Entstehung von wunden Stellen zu verhindern.
  • Wenn die Lösung auf die Haut oder in die Augen gelangt
    • Gelangt die Lösung versehentlich auf Ihre Haut oder in Ihre Augen, so sind Haut und Augen sofort mit Wasser ab- bzw. auszuspülen.

Dosierung

  • Dieses Arzneimittel wird Ihnen von Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal gegeben. Es wird bei Ihnen durch intravenöse Infusion (Tropf) angewendet. Es kann in einen zentralen Zugang in Ihrer Brust gegeben werden, wenn Sie bereits einen Zugang gelegt bekommen haben.
  • Jede Infusion dauert mindestens eine Stunde. Nehmen Sie während der Infusion keinerlei Veränderungen am Tropf vor.
  • Die Menge, die Ihnen gegeben wird, ist sowohl von Ihrer Nierenfunktion als auch von Ihrem Gewicht abhängig.
  • Es ist wichtig, dass Ihnen während der Infusion eine ausreichende Flüssigkeitsmenge zugeführt wird. Dies hilft, das Auftreten von Nierenproblemen zu vermeiden. Wenn Sie Flüssigkeit benötigen, wird Ihnen der Arzt oder das medizinische Fachpersonal diese zur gleichen Zeit wie das Arzneimittel geben.
  • Anwendung bei CMV-Infektion
    • Wenn Sie dieses Arzneimittel für die Behandlung einer CMV-Retinitis bekommen, erfolgt die Behandlung in zwei Phasen. Die erste Phase wird als Einleitungstherapie, die zweite Phase als Erhaltungstherapie bezeichnet.
    • Einleitungstherapie
      • Während der Einleitungstherapie erhalten Sie alle 8 Stunden eine Infusion. Dies erfolgt normalerweise 2 - 3 Wochen lang.
      • Die normale Dosis bei der Einleitungstherapie beträgt 60 mg Foscarnet für jedes Kilogramm Körpergewicht (60 mg/kg).
      • Ihr Arzt informiert Sie darüber, wann zur Erhaltungstherapie übergegangen werden kann.
    • Erhaltungstherapie
      • Während der Erhaltungstherapie wird Ihnen einmal täglich eine Infusion gegeben.
      • Die normale Dosis bei der Erhaltungstherapie beträgt 60 bis 120 mg Foscarnet für jedes Kilogramm Körpergewicht (60 bis 120 mg/kg).
    • Ihr Arzt wird Sie darüber informieren, ob Ihnen mehr oder weniger des Arzneimittels gegeben werden muss und wie oft Sie eine Infusion erhalten. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Sie die für Sie richtige Dosis bekommen.
    • Mitunter wird Ihr Arzt Sie bitten, auch ein Arzneimittel namens Ganciclovir einzunehmen. Damit soll sichergestellt werden, dass Sie die für Sie richtige Behandlung erhalten.
  • Anwendung des Arzneimittels gegen das Herpes-simplex-Virus
    • Wird bei Ihnen dieses Arzneimittel zur Behandlung gegen das Herpes-simplex-Virus angewendet, so weist die Behandlung nur eine Phase auf.
    • Sie erhalten alle 8 Stunden eine Infusion.
    • Ihre Wunden (Läsionen) können bereits nach einer Woche zu heilen beginnen. Es kann jedoch erforderlich sein, Ihre Behandlung mit Foscarnet 2 bis 3 Wochen lang fortzusetzen oder solange, bis Ihre Wunden verheilt sind.
    • Die normale Dosis beträgt 40 mg Foscarnet für jedes Kilogramm Körpergewicht (40 mg/kg).
  • Wenn Sie glauben, dass Ihnen eine größere Menge gegeben wurde, als vorgesehen
    • Wenn Sie glauben, dass Ihnen zu viel Foscarnet gegeben wurde, so sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt.
  • Wenn vergessen wurde Ihnen das Arzneimittel zu geben
    • Wenn Sie glauben, dass Sie eine Dosis verpasst haben, sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt.

Indikation

  • Das Arzneimittel enthält den Wirkstoff Foscarnet. Dieser gehört zu einer als Virostatika bezeichneten Gruppe von Arzneimitteln. Er verhindert die Vermehrung von Viren.
  • Es wird zur Behandlung der folgenden, durch Viren verursachten Infektionen angewendet:
    • Eine Augeninfektion, die durch einen Virus bei Menschen mit AIDS verursacht wird. Das Virus wird Zytomegalievirus (CMV) genannt, und die Infektion wird als CMV-Retinitis bezeichnet. Das Arzneimittel verhindert eine Verschlimmerung der Infektion, kann aber bereits bestehende Schädigungen nicht rückgängig machen.
    • Herpes-simplex-Virus (HSV). Dieses Präparat wird Menschen mit HSV gegeben, deren Immunsystem geschwächt ist. Es wird bei Menschen angewendet, die nach einer Behandlung mit einem Arzneimittel namens Aciclovir weiter an HSV leiden.

Kontraindikation

  • Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden,
    • wenn Sie allergisch gegen Foscarnet oder einen der in sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • Sollten Sie sich nicht sicher sein, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal bevor Ihnen dieses Präparat gegeben wird.

Nebenwirkungen

  • Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
  • Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein und müssen umgehend medizinisch behandelt werden:
    • Schwere allergische Reaktionen wie Blutdruckabfall, Schock und Schwellung der Haut (Angioödem). Diese werden als Überempfindlichkeit, anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen bezeichnet.
    • Schwerwiegende Hautausschläge. Bei diesen Hautausschlägen kann es zur Rötung, Schwellung, und Blasenbildung der Haut und der Schleimhäute von Mund, Rachen, Augen und anderen Stellen im Körper kommen. Dies kann in einigen Fällen zum Tod führen. Dies wird als Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse bezeichnet.
  • Wenn Sie eine der oben genannten Nebenwirkungen bekommen, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder gehen Sie zur nächsten Notaufnahme.
  • Zu den anderen Nebenwirkungen gehören:
    • Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)
      • Appetitlosigkeit.
      • Durchfall.
      • Übelkeit oder Erbrechen.
      • Erschöpfung oder Müdigkeit.
      • Fieber oder Schüttelfrost.
      • Schwindelgefühl.
      • Kopfschmerzen.
      • Missempfindung (Kribbeln oder Taubheit).
      • Hautausschlag.
      • Veränderung der Nierenfunktion (durch Bluttests nachgewiesen).
      • Verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen. Zu den Anzeichen dafür gehören Infektionen und eine hohe Temperatur (Fieber).
      • Veränderungen der roten Blutkörperchen (durch Bluttests nachgewiesen). Dies kann dazu führen, dass Sie sich müde fühlen oder blass aussehen.
      • Ein Ungleichgewicht von Salzen und Mineralien in Ihrem Blut. Zu den Anzeichen gehören Schwäche, Krämpfe, Durst, Kribbeln oder Juckreiz der Haut und Muskelzuckungen.
    • Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
      • Bauchschmerzen (Abdomen), Verstopfung, Verdauungsstörungen oder
        gastrointestinale Blutungen
      • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) oder Veränderungen in der Funktionsweise der Bauchspeicheldrüse; zu den Anzeichen gehören starke Bauchschmerzen und es kann Veränderungen bei den Blutwerten geben
      • Angst, Nervosität, Depression, Unruhe, Aggressivität, Verwirrtheit
      • Koordinationsprobleme
      • Krampfanfälle
      • Verminderung der Berührungs-/Druckempfindlichkeit der Haut
      • Juckreiz
      • allgemeines Krankheitsgefühl
      • Schwellung der Füße und Beine (Ödeme)
      • Herzklopfen (Palpitationen) oder Herzrhythmusstörungen, z. B. Torsade de Pointes oder Tachykardie
      • Bluthochdruck
      • Zu niedriger Blutdruck. Dies kann zu Schwindel führen.
      • Veränderungen im EKG (Untersuchung zur Überprüfung der Herztätigkeit)
      • Muskelprobleme. Dazu gehört die durch Bluttests belegte Zunahme von Muskelenzymen sowie schmerzende, entzündete, schwache oder zuckende Muskeln.
      • Zittern (Tremor)
      • Nervenschädigungen, die ein verringertes Wahrnehmungsgefühl oder Muskelschwäche bedingen können (Neuropathie)
      • Schwellung, Schmerzen und Rötung entlang der Venen oder an der Injektionsstelle
      • Genitalgeschwüre
      • Veränderungen der Leberfunktion (durch Blutuntersuchungen nachgewiesen).
      • Geringe Anzahl von Blutplättchen. Dies kann dazu führen, dass sie leichter blaue Flecke bekommen.
      • Blutvergiftung
      • Nierenprobleme. Dazu gehören Nierenschmerzen (sie können diese im unteren Rückenbereich fühlen), Nierenversagen und mögliche Veränderungen bei denWerten von Blut- oder Urintests.
      • Schmerzen beim Wasserlassen
      • Krankhaft erhöhte Urinausscheidung. In Einzelfällen empfinden Sie auch starken Durst oder fühlen sich dehydriert.
      • Schmerzen in Ihrer Brust
    • Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
      • Juckender Hautausschlag (Urtikaria)
      • Übersäuerung des Blutes, wodurch Sie u. U. schneller atmen
    • Folgende Nebenwirkungen wurden ebenfalls gemeldet (Häufigkeit nicht bekannt - auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
      • Unregelmäßiger Herzschlag
      • Speiseröhrengeschwür. Dies kann schmerzhaft sein.
      • Schwere Muskelprobleme, begleitet von einem Abbau des Muskelgewebes (Rhabdomyolyse). Zu den Anzeichen gehören eine ungewöhnliche Verfärbung des Urins und starke Muskelschwäche, -verspannungen oder -versteifung.
      • Blut im Urin
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht angegeben sind.

Patientenhinweis

  • Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
    • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor das Arzneimittel bei Ihnen angewendet wird.
    • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder medizinischen Fachpersonal, bevor Ihnen das Arzneimittel gegeben wird, wenn:
      • Sie Probleme mit den Nieren haben.
      • Sie Herzbeschwerden haben.
    • Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob dies auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Ihnen das Arzneimittel gegeben wird.
  • Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Das Arzneimittel kann Ihre Verkehrstüchtigkeit sowie Ihre Fähigkeit, Werkzeuge und Maschinen zu handhaben beeinträchtigen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie derartige Tätigkeiten ausführen.
  • Untersuchungen vor und während der Behandlung mit diesem Präparat
    • Ihr Arzt kann vor und während der Behandlung mit dem Arzneimittel Blut- und Urintests durchführen. Damit kann geprüft werden, wie gut Ihre Nieren funktionieren und wie hoch der Mineraliengehalt in Ihrem Blut ist.

Schwangerschaftshinweis

  • Schwangerschaft
    • Die Anwendung während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.
    • Es wird davon abgeraten, während der Behandlung mit dem Arzneimittel schwanger zu werden und es sind geeignete Verhütungsmethoden anzuwenden.
    • Männer, die mit Foscarnet behandelt werden, sollten während und bis zu 6 Monaten nach der Behandlung kein Kind zeugen.
  • Stillzeit
    • Das Arzneimittel darf während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Wechselwirkungen

  • Anwendung zusammen mit anderen Arzneimitteln
    • Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinischen Fachpersonal, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen. Dazu gehören auch rezeptfreie und pflanzliche Arzneimittel. Das liegt daran, dass Foscarnet die Wirkungsweise einiger Arzneimittel beeinflussen kann, und einige Arzneimittel eine Wirkung auf Foscarnet haben können.
    • Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal insbesondere dann, wenn Sie bereits eines der folgenden Arzneimittel anwenden:
      • Pentamidin (gegen Infektionen)
      • Amphotericin B (gegen Pilzinfektionen)
      • Aciclovir (gegen Virusinfektionen)
      • Antibiotika, die als Aminoglykoside bezeichnet werden, wie z. B. Gentamicin und Streptomycin (für Infektionen).
      • Ciclosporin A, Methotrexat oder Tacrolimus (zur Unterdrückung des Immunsystems)
      • Ritonavir und Saquinavir (sogenannte Proteasehemmer)
      • Abführmittel
      • Chinidin, Amiodaron, Sotalol oder sämtliche Arzneimittel, die Ihre Herzfrequenz oder Ihren Herzrhythmus beeinflussen könnten
      • Beruhigungsmittel (Neuroleptika)

Nebenwirkungen persönlich erfahren? Das ist keine Seltenheit.

Auch 12 Jahre nach Marktzulassung sind nicht alle Nebenwirkungen eines Medikaments bekannt. Deshalb ist die Mitarbeit von Ihnen als Patient umso wichtiger. Jeder 2. Patient hat Nebenwirkungen, allerdings werden in Deutschland nur 1 % aller Nebenwirkungen offiziell erfasst. 

Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden und melden Sie Ihre Erfahrung, denn Sie kennen Ihren Körper am besten. Das bewirkt Ihre Meldung:

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  • Mitmenschen schützen

Je mehr Informationen berichtet werden, desto besser kann das tatsächliche Risiko erkannt werden. 

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