Das Corona-Virus: ein sachlicher Überblick

Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel sind seit Wochen ausverkauft, Schulen und Kitas werden geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, Menschen müssen in Quarantäne, die Bevölkerung tätigt Hamsterkäufe – und an allem Schuld trägt CoViD-19 oder geläufiger: das Corona-Virus.

Aber ist die momentane (mediale) Hysterie wirklich gerechtfertigt? Wir informieren Sie hier möglichst präzise und sachlich über den momentanen Wissensstand.

Fakten: Das weiß man über das Virus

Corona-Viren selbst sind gar nicht so neu. Sie wurden schon in den 1960er Jahren entdeckt. Den Namen hat das Virus übrigens aufgrund seines Aussehens, das dem einer Krone ähnelt. Corona-Viren können bei Menschen und Tieren verschiedene Krankheiten auslösen. In der Vergangenheit waren dies beim Menschen nebst harmlosen Erkältungen auch gefährlichere Erkrankungen, wie das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder das Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS). Daraus resultieren verschiedene Namen für Corona-Viren: nämlich MERS-CoV und SARS-CoV. Aus Untersuchungen weiß man, dass diese Varianten zwar aggressiver, aber weniger ansteckend waren als das aktuell grassierende Corona-Virus

Das Corona-Virus, durch das Ende 2019 erstmals in der chinesischen Stadt Wuhan Menschen erkrankten und das sich mittlerweile in beängstigender Geschwindigkeit über unseren Erdball ausbreitet, heißt SARS-CoV-2. Experten gehen davon aus, dass die Übertragung des Virus in Wuhan durch die auf dem Markt verkauften Wildtiere erfolgte. Die neuartige Lungen-Krankheit, die dadurch ausgelöst werden kann, wird als CoViD-19 bezeichnet – die Abkürzung steht für Corona Virus Disease 2019. Der Name SARS-CoV-2 bezieht sich auf die enge Verwandtschaft zum SARS-Virus. Inzwischen weiß man auch, dass es zwei verschiedene Typen gibt, die durch Mutation des Virus (spontane Veränderung des Erbguts) entstanden sind: einen möglicherweise aggressiveren L-Typ (er enthält die Amionosäure Leucin) und einen S-Typ (er enthält die Aminosäure Serin). Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass die meisten Betroffenen (70%) mit dem L-Typ infiziert sind, vor allem die Patienten in Wuhan. Außerhalb Chinas scheint sich nun aber der S-Typ vermehrt durchzusetzen.

Mehr als nur eine Grippe? Inkubation, Symptome und Krankheitsverlauf

Übertragung

CoViD-19 wird durch insbesondere durch Tröpfcheninfektion, aber auch durch Schmierinfektion übertragen. Die Viren setzen sich vor allem auf den Schleimhäuten im Mund- und Rachenbereich fest, wo sie sich rasant vermehren und dann in die Bronchien und feinsten Lungenbläschen einwandern. Dies ist der wesentlich Unterschied zu SARS, wo sich das Virus erst in den tiefen Lungenabschnitten vermehrt hat, wodurch die Ansteckungsgefahr deutlich geringer war. Aufgrund der Vermehrung des aktuellen Corona-Virus bereits in Mund und Rachen sind feinste Speichel- und Schleimtröpfchen, die schon allein beim Sprechen mit dem Atem, besonders aber durch Husten und Niesen in die Luft gelangen, extrem gefährlich. Das Virus kann so sehr leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit, das ist die Zeitspanne zwischen Ansteckung (Infektion) und Ausbruch (Manifestation) der Erkrankung, beträgt 2 bis 14 Tage. Das bedeutet, dass binnen 2 bis 14 Tagen nach der Infektion die ersten Krankheitssymptome auftreten können. Ansteckend sind Menschen aber auch schon während der Inkubationszeit und verbreiten das Virus, bevor sie von ihrer Infektion wissen. Darin liegt den Experten zufolge die größte Gefahr, und dies ist die Ursache der rasanten Zunahme der Erkrankungsfälle, sodass in kurzer Zeit aus der Epidemie eine Pandemie, also eine weltumspannende Seuche geworden ist.  Aufgrund der bisher maximal beobachteten Inkubationszeit von 14 Tagen werden Verdachtsfälle zwei Wochen lang in Quarantäne von ihrer Umgebung isoliert.

Wie lange das Virus außerhalb eines Organismus überleben kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In der Luft überlebt das Virus bis zu 3 Stunden, auf Oberflächen kann seine Überlebensdauer ein Vielfaches betragen je nach der Beschaffenheit der Oberfläche, der Außentemperatur und der Feuchtigkeit. Trotzdem vertreten Experten die Meinung, dass die Wahrscheinlichkeit gering sei, sich durch Berührung möglicherweise kontaminierter Waren oder Lebensmittel anzustecken.

Verlauf von CoViD-19

Bei CoVID-19 handelt es sich um eine neuartige Viruserkrankung, deren mögliche Verlaufsformen derzeit nicht vollständig bekannt und noch unzureichend erforscht sind. Nach Angaben des Präsidenten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und gemäß Beobachtungen von Krankheitsfällen in China, hat die Erkrankung Ähnlichkeit mit einer schweren Grippe (Influenza), die den ganzen Organismus mit hohem Fieber, Lungenentzündung und entsprechenden Atemproblemen, ausgeprägtem Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit, Glieder- und Muskelschmerzen extrem beeinträchtigen kann. 

Es sind aber auch deutlich mildere Verlaufsformen möglich, die einem grippalen Infekt vergleichbar sind: So haben manche Menschen nur leichte Erkältungssymptome mit etwas Frösteln und Halsschmerzen, seltener auch mit Schnupfen. Fieber tritt nicht zwangsläufig auf. Diese Patienten erholen sich meist innerhalb von 2 Wochen. Die Krankheitsdauer bei den schweren Verlaufsformen ist hingegen deutlich länger. 

Hysterie – ist das gerechtfertigt?

Weltweit erfährt das Corona-Virus momentan eine breite mediale Aufmerksamkeit. Nahezu jeder Fernsehsender hat einen Corona-Ticker, über den die neuesten Zahlen von Infizierten und Toten sowie die von der jeweiligen Regierung verordneten Maßnahmen zum Schutz ihrer Bevölkerung bekannt gegeben werden. Rasant waren Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel ausverkauft. Mittlerweile hamstern die Menschen auch andere Hygieneartikel wie Klopapier und bunkern Nudeln, Reis und Konserven. Wer kann, arbeitet im Homeoffice, Kindergärten und Schulen werden geschlossen, Flüge werden abgesagt, Rückkehrer nach Deutschland aus bestimmten Regionen des Auslands können nicht mehr einfach einreisen, sondern müssen zunächst 14 Tage lang in Quarantäne. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern wie die Leipziger Buchmesse finden nicht statt, Theater und Opernhäuser verkaufen nur noch 999 Tickets pro Vorstellung, um Überfüllung zu vermeiden, bzw. verzichten mittlerweile gänzlich auf den Spielbetrieb; Geisterspiele bei der Bundesliga und Konzerte ohne Publikum, auf die man inzwischen ganz verzichtet. Sogar die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele sind in Gefahr, abgesagt bzw. verschoben zu werden. Grenzkontrollen und Einreiseverbote innerhalb der Staaten Europas werden wieder eingeführt, die bayerische Landesregierung hat den Freistaat zum Katastrophengebiet erklärt und den Notstand verhängt. Die einschneidenden Maßnahmen deutschlandweit werden von Tag zu Tag verschärft, die verordneten bzw. dringend angeratenen Einschränkungen nahezu stündlich erweitert. Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen und eine apokalyptische Endzeitstimmung macht sich breit. 

Ist das wirklich gerechtfertigt?

Nach Angaben der WHO haben rund 80% der CoViD-19-Fälle einen milden Verlauf, sind nicht lebensbedrohlich und enden dementsprechend auch nicht tödlich. Knapp 14% der infizierten Patienten entwickeln schwere Allgemeinsymptome mit Beteiligung der Lunge, etwa 5% der Infizierten erleiden lebensbedrohliche Komplikationen wie z. B. ein Versagen der Atmung, einen septischen Schock oder ein Multiorganversagen.

Aus bisher noch ungeklärten Gründen sind Kinder weitaus weniger häufig von CoViD-19 betroffen als Erwachsene und zeigen im Fall einer Infektion meist die milde Verlaufsform.

Ähnlich wie bei der klassischen Grippe (Influenza) sind ältere Menschen (über 65 Jahre) und Menschen mit vorbestehenden chronischen Erkrankungen, insbesondere mit Atemwegserkrankungen (z.B. chronischem Asthma oder chronischer Bronchitis), mit Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) besonders gefährdet, schwer und lebensbedrohlich an CoViD-19 zu erkranken. 

Das gilt auch für Patienten jeden Alters mit geschwächtem Immunsystem – sei es krankheitsbedingt (wie bei AIDS/HIV) oder therapeutisch gewollt bei Autoimmunerkrankungen oder vorangegangener Organtransplantation (hier zur Verhinderung/Unterdrückung einer Abstoßungsreaktion). Für junge, ansonsten gesunde Menschen ist das Risiko schwerer Komplikationen einer CoViD-19-Erkrankung kaum höher als bei einer “normalen” Grippe. 

Angst ist ein schlechter Ratgeber und Panik führt zu keiner Lösung des Problems!

In allen Medien steht das Thema Corona mittlerweile an erster Stelle. Der anfängliche Eindruck, dass es stark aufgebauscht wird, weicht mehr und mehr der Sorge einer möglicherweise doch bestehenden allgemeinen Bedrohung. Die leeren Regale in den Supermärkten, geschlossene öffentliche Einrichtungen und bis auf weiteres abgesagte Veranstaltungen erzeugen eine gespenstische Atmosphäre und führen zu großer Verunsicherung.  Umso mehr gilt es, die richtige Balance zu finden: Auch die “normale Grippe” ist – in jährlicher Wiederkehr – eine ungute Sache, ja eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, auf die man gerne verzichtet. Die Gefahren einer Corona-Virus-Infektion zu leugnen, wäre blauäugig und fahrlässig. Man muss das Corona-Virus ernst nehmen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Ansteckungsgefahr zu mindern und einer unkontrollierbaren Ausbreitung entgegenzuwirken. Gestützt auf die wissenschaftlichen Aussagen von Virologen und Klinikärzten betonen die Politiker genau diesen Aspekt: Die Ausbreitung des Corona-Virus und Infektion vieler Menschen weltweit kann nicht mehr gestoppt werden. Ziel der ergriffenen Maßnahmen ist es aber, die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Infektion zu verlangsamen, die Kurve der exponentiellen Zunahme der täglichen Neuinfektionen abzuflachen und auf diese Weise auch die täglich hinzukommende Anzahl der schwer- und lebensbedrohlich erkrankten Patienten zu verringern, damit die Gesundheitssysteme nicht zusammenbrechen und jedem Erkrankten bestmöglich geholfen werden kann.   

Das Wichtigste sind Hygienemaßnahmen

Auch wenn Sie kein Desinfektionsmittel mehr in der Apotheke ergattern konnten, können Sie sich und Ihre Mitmenschen aktiv schützen. Wie bei einer Grippewelle bieten entsprechende Hygienemaßnahmen den besten Schutz: 

  1. Hände regelmäßig waschen! Wenn Sie nach Hause kommen, vor dem Kochen, vor den Mahlzeiten, nach dem Husten, Niesen oder Naseputzen sollte Sie Ihr erster Weg ins Badezimmer führen. Halten Sie die Hände dann unter fließendes Wasser – die Temperatur ist egal. Seifen Sie Ihre Hände 20 bis 30 Sekunden lang gründlich von allen Seiten (auch zwischen den Fingern und den Handrücken!) ein und waschen Sie sie dann unter fließendem Wasser wieder ab.
  2. Fassen Sie sich nicht ins Gesicht! Auch wenn es im Gesicht juckt, sollten Sie vermeiden, mit den Fingern zu kratzen. An ungewaschenen Händen haften zu jeder Jahreszeit Krankheitserreger. Deshalb sollte man sie von Mund, Augen und Nase fernhalten, denn über die Schleimhäute können die Erreger in den Körper gelangen (Stichwort Schmierinfektion!) und uns krank machen.
  3. Abstand halten und Menschenmassen meiden! Halten Sie zu Personen, die Ihnen krank erscheinen, mindestens ein, besser noch zwei Meter Abstand – auch wenn es sich um Ihre Liebsten handelt. Halten Sie sich, wenn Sie selbst krank sind, in einem separaten Raum auf, verwenden Sie getrenntes Besteck und individuelle Handtücher.  Wenn möglich, meiden Sie den Kontakt mit anderen so gut es geht – kurieren Sie sich zuhause aus. Körperliche Ruhe ist ohnehin eine wichtige, leider oft unterschätzte Maßnahme, die den Heilungsverlauf positiv beeinflusst; und gleichzeitig dämmen Sie damit auch das Risiko ein, andere Menschen in Ihrem Umfeld wie Ihre Kollegen anzustecken.
  4. Wer krank ist, sollte Rücksicht nehmen. Nach Möglichkeit sollten Sie Papiertaschentücher nur einmalig verwenden  und in die Armbeuge husten oder niesen. Halten Sie Abstand von Umstehenden und drehen Sie sich weg. 
  5. Regelmäßiges Lüften! Sie verbessern damit nicht nur das allgemeine Raumklima. In geschlossenen Räumen kann die Anzahl der Viren in der Luft hoch sein und durch den Rückgang des Sauerstoffs bei zunehmender Luftfeuchtigkeit beständig ansteigen. Durch Stoßlüften können Sie dem entgegenwirken und das Ansteckungsrisiko senken.
  6. Wenn Sie kürzlich aus einem der Risikogebiete (Italien, Spanien, Frankreich, Österreich, England) von einer Urlaubs- oder Dienstreise zurückgekehrt sind: Meiden Sie soziale Kontakte in den kommenden 14 Tagen, auch wenn Sie aktuell keine Krankheitszeichen bei sich verspüren.  

Hand-Desinfektionsmittel helfen übrigens nur begrenzt:

Wichtig ist die Aufschrift “Viruzid” oder “Eingeschränkt viruzid” – nur diese Lösungen sind mit ausreichend Alkohol versetzt und in der Lage, Viren unschädlich zu machen. Auf die Nutzung desinfizierender Putzmittel auf Ihrer Haut sollten Sie verzichten – diese helfen nicht nur nicht, sondern können auch zu schweren Verätzungen führen. Bedenken Sie, dass eine geschädigte Haut eine ideale Eintrittspforte für Krankheitserreger jeglicher Art darstellt.

Gründliches Händewaschen (wie oben beschrieben) reicht als Sicherheitsmaßnahme vollkommen aus! 

Atemschutzmasken bieten gegen Corona keinen wirksamen Schutz. 

Solche Masken sind nur für Infizierte sinnvoll, nicht aber für gesunde Menschen. Das gilt auch für Masken mit eingebauten Filtern, die momentan sogar aus Krankenhäusern und von LKWs geklaut und dann im Internet zu horrenden Preisen angeboten werden. Diese sind eine notwendige Ausrüstung für medizinisches Personal in Krankenhäusern, wo sie während Operationen zusammen mit sterilen Hauben, Kitteln und Handschuhen getragen werden.

Die WHO weist darauf hin, dass durch das Tragen einer Maske zudem ein falsches Sicherheitsgefühl entstehen kann, sodass aufgrund dessen andere, wirkungsvollere Hygienemaßnahmen wie das Händewaschen vernachlässigt werden.

Medikamente gegen Corona – was hilft?

Auch hier muss man sagen: die Forschungen sind im vollem Gange, aber wirklich gesicherte Ergebnisse liegen nach so kurzer Zeit natürlich noch nicht vor. Weltweit arbeiten Experten daran, wirksame Medikamente zu finden und sogar einen Impfstoff zu entwickeln. Trotzdem rechnet man damit, dass es noch einige Jahre dauern kann, bis neue Mittel gegen CoViD-19 auf dem Markt sein werden. Auch wenn das Medikament bzw. der Impfstoff schnell gebraucht wird, können klinische Studien nicht einfach entfallen: sie sind für die Arzneimittelsicherheit von größter Wichtigkeit. Nur so können die Wirksamkeit, die Verträglichkeit und die Qualität gesichert werden. Die Zulassungsbehörden weltweit haben aber bereits signalisiert, dass Anträge für vielversprechende Medikamente mit hoher Priorität bearbeitet werden.

Um diesen langwierigen Prozess abzukürzen und in der aktuellen Bedarfssituation schneller handlungsfähig sein zu können, werden auch bereits in anderen Indikationen zugelassene Medikamente hinsichtlich ihrer Eignung zur Behandlung von CoViD-19-Erkrankungen untersucht. Diese wären im Erfolgsfall bereits verfügbar und müssten lediglich noch für die Behandlung von CoViD-19 freigegeben werden. Getestet werden beispielsweise Medikamente, die eigentlich in der Behandlung von HIV oder Ebola eingesetzt werden; aber auch Arzneimittel, die bei Autoimmunerkrankungen die überschießenden Reaktionen des körpereigenen Immunsystems unterdrücken sollen, die man auch bei CoViD-19 als eine Ursache der schweren Krankheitsverläufe vermutet. 

Auch deutsche Pharmaunternehmen unternehmen bereits Laborversuche, bei denen antivirale Wirkstoffe gegen das Corona-Virus getestet werden. Im positiven Falle rechnet man damit, dass Ende 2020 mit ersten klinischen Erprobungen am Menschen begonnen werden kann. Zusätzlich scheint ein Impfstoff eines süddeutschen Biotechnologie-Unternehmens schon weit in der klinischen Entwicklung fortgeschritten zu sein. 

Auch in den USA und in Israel wird bereits ein möglicher Corona-Virus-Impfstoff getestet. Trotzdem muss auch hier bis zur Zulassung mit einem Zeitraum von ein bis eineinhalb Jahren gerechnet werden.

Sind Medikamentenengpässe möglich?

Handdesinfektionsmittel sind schon seit Wochen ausverkauft. Seit die Medien berichteten, dass viele Wirkstoffe in Indien oder China produziert werden, fürchten vor allem diejenigen Patienten um ihre Medikamente, die sie regelmäßig benötigen.

Vier von sechs Herstellern des Schmerzmittels Ibuprofen haben ihren Sitz in China oder Indien. Deshalb ist es momentan teilweise schwierig, der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Besonders Ibuprofen-Säfte und die Großpackung Ibuprofen sind momentan schwierig zu bekommen.

Auch die folgenden Medikamente sind betroffen:

  • Aciclovir
  • Chloramphenicol
  • Clindamycin
  • Erythromycin
  • Metronidazol
  • Neomycin
  • Ornidazol
  • Paracetamol
  • Progesteron 
  • Tinidazol
  • Vitamin B1
  • Vitamin B6
  • Vitamin B12

Die Apotheken versuchen diesen Lieferengpässen bereits bei Ihren Bestellungen entgegen zu wirken, um auch bei Lieferschwierigkeiten für einige Zeit gerüstet zu sein. Einige Apotheken halten auch ganz bewusst Medikamente für ihre Bestandskunden zurück, die aufgrund chronischer Leiden regelmäßig und unbedingt darauf angewiesen sind. 

Ein genereller Appell: Denken Sie auch an Ihre chronisch kranken Mitmenschen und das medizinische Fachpersonal in Kliniken, das unbedingt auf bestimmte Arzneimittel angewiesen ist. Kaufen Sie deshalb nicht mehr Medikamente, als sie wirklich benötigen. Gerade in Zeiten wie diesen bedarf  es der Menschlichkeit und Rücksichtnahme, da wir alle betroffen sind und jeder seinen Teil dazu beitragen sollte, dass wir diese Pandemie gemeinsam und bestmöglich durchstehen können.

Die Behörden überwachen die momentane Situation engmaschig und führen täglich Bewertungen durch. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geht davon aus, dass es bis Herbst zu keinen spürbaren Engpässen kommen werde. Man habe inzwischen auch die Information, dass die Produktion in China wieder angelaufen sei. Diese Prognose setzt allerdings voraus, dass die Ausbreitung von Corona nicht plötzlich sehr stark zunimmt oder derzeit nicht absehbar große Mengen Antibiotika benötigt werden.

Was tun, im Falle des Falles?

Wenn Sie den Verdacht hegen, an CoViD-19 erkrankt zu sein, müssen Sie dies beim Gesundheitsamt melden. Anschließend wird ihnen an einem ausgewiesenen “Corona-Stützpunkt” ein Abstrich von der Nasen- und Rachenschleimhaut entnommen und im Labor untersucht (PCR-Test: Polymerase-Ketten-Reaktion = polymerase-chain-reaction, mit der sich kleinste Viruspartikel spezifisch nachweisen lassen). Meist liegt das Ergebnis nach wenigen Stunden vor. Von Schnelltests, die auf einer Antikörperbestimmung im Blut beruhen und binnen 20 Minuten Ergebnisse liefern, wird abgeraten, da die Antikörperbildung frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn einsetzt und zur Früherkennung unbrauchbar sind. Dementsprechend werden die Kosten für solche Tests auch nicht von den Krankenkassen übernommen.

Im Falle eines positiven Testergebnisses  werden zur Sicherheit auch Mitmenschen, die mit Ihnen in Kontakt standen, vorübergehend zur häuslichen Quarantäne verpflichtet. Das dient vor allem dazu, das Infektionsrisiko für andere Mitbürger so gering wie möglich zu halten und einer unkontrollierten Ausbreitung der Erkrankung entgegen zu wirken. Die Regierungen weltweit fürchten momentan vor allem den Kollaps der Gesundheitssysteme, wenn zu viele Menschen gleichzeitig schwer an CoViD-19 erkranken und medizinische oder gar intensiv-medizinische Hilfe benötigen. 

Zunächst sollten Sie Ihr weiteres Vorgehen im Ernstfall mit dem behandelnden Arzt besprechen. Aufgrund derzeit noch fehlender spezifischer Medikamente und bei Viruserkrankungen allgemein  kann man – wie bei der klassischen Grippe (Influenza) auch – jedoch nur die Symptome behandeln. Das heißt: Schmerz- und fiebersenkende Mittel (z. B. Paracetamol oder Ibuprofen), ausreichende Flüssigkeitszufuhr, gesunde Mahlzeiten, frische Luft und viel Ruhe. Eine sogenannte bakterielle Superinfektion (d.h. krankmachende Bakterien setzen sich zusätzlich auf die von Viren befallenen und bereits geschädigten Schleimhäute der Atemwege) erkennen Sie beispielsweise daran, dass der zuvor helle, glasige Auswurf beim Husten oder das Sekret aus Nase oder Auge plötzlich eine dunkle, beispielsweise grüne Farbe annimmt oder auch eitrig gelb, dick- und zähflüssig wird. Nur dann wäre die Einnahme eines Antibiotikums sinnvoll, das von Ihrem Arzt verordnet werden muss. Ein Antibiotikum aus der Gruppe der Gyrasehemmer / Fluorchinolone (diese Wirkstoffnamen enden mit “-oxacin”) ist dabei nicht das Mittel der ersten Wahl!

Wer Erkältungs- oder Grippesymptome (mit und ohne Corona-Virus) verspürt, sollte möglichst nicht zu Kombipräparaten greifen. Diese wirken nachweislich weniger zuverlässig, gehen aber oft mit mehr Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen einher. Welche Nebenwirkungen durch den Wirkstoffmix möglicherweise ausgelöst werden, können Sie hier genau nachlesen.

Außerdem: Melden Sie Ihre Nebenwirkungen!

Sie sehen: Ihre Mitarbeit ist wichtig! Wann immer Sie den Verdacht haben, an Nebenwirkungen unter der Einnahme von Medikamenten zu leiden, sollten Sie diese umgehend melden. Oftmals reichen wenige Meldungen aus, um die Öffentlichkeit über schwere Vorkommnisse zu informieren und Beipackzettel zu aktualisieren, wie etwa die Rote-Hand-Briefe wirkungsvoll zeigen. 

Über Nebenwirkungen.de haben Sie die einfache und schnelle Möglichkeit, Nebenwirkungen zu melden, ohne dabei Ihre Identität preiszugeben. Zudem können Sie Ihren Arzt oder Apotheker in die Meldung mit einbinden. Mit jeder Meldung tragen Sie aktiv zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei. Davon profitieren auch andere Patienten und sind Ihnen dankbar.

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