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Was ist Asacol und wann wird es angewendet?

Asacol Klysma enthält Mesalazin (= 5-ASA) und liegt in Form von Rektalschaum vor. Asacol ist ein Medikament zur lokalen Behandlung chronisch-entzündlicher Dickdarmerkrankungen. Asacol Klysmen sind Verweileinläufe, die speziell zur lokalen Akutbehandlung sowie zur Rezidivprophylaxe (Vermeidung von Rückfällen in der anfallsfreien Zeit) der Colitis ulcerosa, insbesondere bei Befall des proktosigmoiden Bereichs (Einlauf zu 2 g) und des linksseitigen Kolons (bestimmte Abschnitte des Dickdarmes; Einlauf zu 4 g) geeignet sind. Asacol darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Asacol nicht angewendet werden?

Asacol soll bei Allergien gegen Salizylate (Aspirin), bei Überempfindlichkeit gegen Mesalazin oder einen der Hilfsstoffe, bei schweren Leber- und Nierenfunktionsstörungen, bei bestehenden Magen- und Duodenalgeschwüren, bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung und bei Kindern unter 2 Jahren nicht angewendet werden.

Wann ist bei der Anwendung von Asacol Vorsicht geboten?

Bei allergischen Reaktionen, Atembeschwerden oder Husten müssen Sie die Behandlung beenden und umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin konsultieren. Besondere Vorsicht ist angezeigt, wenn Sie schon einmal eine unerwünschte Reaktion auf ein Präparat hatten, in dem Sulfasalazin enthalten war. Wenn Asacol plötzliche Überempfindlichkeitsreaktionen wie zum Beispiel Magenkrämpfe, starke Bauchschmerzen, Fieber, starke Kopfschmerzen oder Hautausschlag hervorruft, beenden Sie die Einnahme sofort und sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin. Wenn Sie eine Nierenfunktionsstörung haben, dürfen Sie Asacol nicht anwenden. Wenn Ihre Nierenfunktion während der Behandlung schlechter wird, muss eventuell geprüft werden, ob dies durch Mesalazin hervorgerufen wurde. Bei langfristiger Anwendung wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin regelmässig Ihre Nierenfunktion kontrollieren. Bei der Anwendung von Asacol können sich Nierensteine bilden. Zu den möglichen Symptomen zählen Schmerzen an den Bauchseiten und Blut im Urin. Nehmen Sie während der Behandlung mit Asacol viel Flüssigkeit zu sich, hauptsächlich Wasser. Wenn Sie eine Leberfunktionsstörung oder eine Lungenerkrankung wie zum Beispiel Asthma haben, soll Asacol nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden. Bitte informieren Sie Ihren Arzt umgehend, falls Sie Immunsuppressiva aus der Wirkstoffgruppe der Thiopurine (Azathioprin, 6-Mercaptopurin) einnehmen, da das Risiko einer Verminderung der Knochenmarkfunktion erhöht sein kann. Besondere Vorsicht ist angezeigt, wenn Sie Asacol gleichzeitig mit anderen Medikamenten einnehmen, da Wechselwirkungen zwischen ihnen entstehen können. Dies gilt zum Beispiel für folgende Medikamente: ·Vitamin-K-Antagonisten (Dicoumarol, Warfarin); ihre gerinnungshemmende Wirkung könnte beeinträchtig werden. ·Sulfonylharnstoffe (Antidiabetika); ihre blutzuckersenkende Wirkung könnte beeinträchtig werden. Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie ·an anderen Krankheiten leiden, ·Allergien haben oder ·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Asacol während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Aus grundsätzlichen Überlegungen soll das Präparat während der Schwangerschaft nur unter ärztlicher Kontrolle verabreicht werden. Asacol tritt in die Muttermilch über. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine Schwangerschaft planen, wenn Sie schwanger sind oder stillen. Beim Säugling können Überempfindlichkeitsreaktionen wie Diarrhö nicht ausgeschlossen werden. In der Stillzeit soll Asacol nur verordnet werden, wenn dies erforderlich ist. Wenn der Säugling Durchfall bekommt, soll das Stillen beendet werden.

Wie verwenden Sie Asacol?

Der Arzt bestimmt die tägliche Dosis und die Dauer der Therapie. Im Allgemeinen wird bei Erwachsenen täglich 1 Klysma abends vor dem Schlafengehen in den Darm appliziert. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn der Darm vor Anwendung der Asacol Klysmen entleert wird. Bei Kindern wird die Dosis reduziert, auf Anordnung des Arztes, z.B. täglich ½ Klysma von 2 g. Gebrauchsanweisung: 1.Klysma auf Körpertemperatur vorwärmen und gut schütteln. 2.Rektalkanüle aufsetzen. 3.Sicherheitsring entfernen. Die Flasche mit dem Ventilkopf nach unten stellen, Zeigefinger drucklos auf dem Ventilkopf halten. 4.Der Rektalschaum kann im Stehen eingeführt werden, indem man ein Bein leicht anhebt. 5.Bei Anwendung im Liegen: Seitenlage links, linkes Bein ausgestreckt, rechtes Bein leicht angewinkelt. 6.Rektalkanüle in den Mastdarm einführen. 7.2-3mal mit dem Zeigefinger auf den Ventilknopf drücken und den Schaum aus dem Behälter in den Darm entleeren. Möglichst keine Stuhlentleerung in den nächsten Stunden. Die Behandlung eines akuten Schubes dauert etwa 4-6 Wochen. In milderen Fällen und bei Anwendung des Rektalschaums genügen oft 3-4 Wochen Therapie. Um einen Rückfall zu vermeiden, ist es nötig, gemäss Anweisungen des Arztes eine Langzeittherapie mit reduzierten Dosen mit Asacol Klysmen oder mit Filmtabletten durchzuführen. Bei schweren akuten Erkrankungen können Asacol Klysmen mit Asacol Filmtabletten gemäss Anweisungen des Arztes kombiniert verabreicht werden. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Asacol haben?

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10‘000 Anwendern) Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Asacol in seltenen Fällen auftreten: Überempfindlichkeitsreaktionen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen. Dosisunabhängige Überempfindlichkeitsreaktionen, wie allergische Hautreaktionen, Medikamentenfieber, Dickdarmentzündung, Krämpfe der Bronchialmuskeln, Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) bzw. interstitielle Nephritis (Nierenentzündung). Weitere Nebenwirkungen, die beobachtet wurden und deren Häufigkeit nicht bekannt ist: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Entzündungen des Herzbeutels, des Herzmuskels oder der Lungenbläschen, Veränderungen des Blutbildes, Schwindel, Lungenfibrose (Husten oder Atembeschwerden), Nierenfunktionsstörung und Nierensteine, Durchfall, Blähungen, Leberbeschwerden, Hautbeschwerden (rote Flecken, Juckreiz, Fieber, Störungen der Blutzusammensetzung), Lichtempfindlichkeit, Haarausfall, Reizung im Analbereich, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Oligospermie (verringerte Anzahl Samenzellen; dies ist vorübergehend), Fieber und Erschöpfung. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. an Ihre Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Asacol Klysmen muss bei Raumtemperatur (15-25 °C) gelagert werden. Das Arzneimittel ist vor Licht geschützt und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren. Es darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Sollten Sie Klysmen besitzen, deren Haltbarkeit abgelaufen ist, so bringen Sie diese in Ihre Apotheke zur Vernichtung zurück. Asacol Klysmen nicht gegen offene Flammen oder glühende Gegenstände sprühen. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, die über die ausführliche Fachinformation verfügen.

Was ist in Asacol enthalten?

Klysmen als Rektalschaum Wirkstoffe Klysmen zu 2 g und zu 4 g Mesalazin. Hilfsstoffe Konservierungsmittel: Natriumbenzoat (E 211); Antioxydans: Kaliumdisulfit (E 224). Andere Hilfsstoffe. Propellantien: ein Gemisch von Propan, Isobutan, n-Butan (kein FCKW).

Wo erhalten Sie Asacol? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung. Rektalschaum Es gibt Klysmen als Rektalschaum-Spraydose zum Einmalgebrauch: Packung mit 7 Klysmen mit 2 g Mesalazin. Packung mit 7 Klysmen mit 4 g Mesalazin.

Nebenwirkungen persönlich erfahren? Das ist keine Seltenheit.

Auch 12 Jahre nach Marktzulassung sind nicht alle Nebenwirkungen eines Medikaments bekannt. Deshalb ist die Mitarbeit von Ihnen als Patient umso wichtiger. Jeder 2. Patient hat Nebenwirkungen, allerdings werden in Deutschland nur 1 % aller Nebenwirkungen offiziell erfasst. 

Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden und melden Sie Ihre Erfahrung, denn Sie kennen Ihren Körper am besten. Das bewirkt Ihre Meldung:

  • Risiken schneller erkennen
  • Beipackzettel aktualisieren
  • Mitmenschen schützen

Je mehr Informationen berichtet werden, desto besser kann das tatsächliche Risiko erkannt werden. 

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