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Was sind Betadine® Vaginal-Ovula und wann werden sie angewendet?

Betadine® Vaginal-Ovula sind Zäpfchen zum Einführen in die Scheide (Vagina). Sie lösen sich nach dem Einführen langsam auf und setzen dabei einen Wirkstoff frei, der Bakterien, Pilze und andere infektionsauslösende Erreger abtötet. Sie dürfen nur auf ärztliche Verschreibung zur Bekämpfung von Entzündungen/Infektionen der Scheide angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen zur Behandlung Ihrer gegenwärtigen Vaginalerkrankung verschrieben. Wenden Sie es nicht von sich aus für die Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an. Zur Vermeidung einer erneuten Infektion sollte die benutzte Wäsche (Waschlappen, Handtücher, Leibwäsche, möglichst aus Baumwolle) täglich gewechselt und gekocht werden. Eine Pilzinfektion in der Scheide wird u.a. auch durch Geschlechtsverkehr übertragen. Meist liegen beim Partner keine Krankheitserscheinungen vor, dennoch kann er am Glied oder an anderen Stellen des Intimbereichs infiziert sein. Fragen Sie deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, ob sich gleichzeitig eine vorbeugende Behandlung des Partners empfiehlt.

Wann dürfen Betadine® Vaginal-Ovula nicht angewendet werden?

Betadine® Vaginal-Ovula dürfen nicht angewendet werden: ·bei Überempfindlichkeit auf Povidon-Iod, Iod oder einen anderen Inhaltsstoff, ·bei einer Schilddrüsenüberfunktion oder einer anderen bestehenden Erkrankung der Schilddrüse, ·bei Dermatitis herpetiformis Duhring (sehr seltene, herpesähnliche Hauterkrankung), ·vor und bis zum Abschluss einer Untersuchung oder Behandlung der Schilddrüse mit markiertem Iod (Radio-Iod-Anwendung).  Durch Povidon-Iod kann die Iod-Aufnahme der Schilddrüse beeinflusst werden, dies kann unter der Behandlung mit Betadine® zu Störungen von diagnostischen Untersuchungen der Schilddrüse (Schilddrüsenszintigraphie, Bestimmung des an Proteine gebundenen Iods, Radio-Iod-Diagnostik) führen und eine geplante Radio-Iod-Therapie unmöglich machen. Bis zur Anwendung von Radio-Iod sollte ein Abstand von mindestens 1–2 Wochen nach Absetzen der Behandlung mit Betadine® eingehalten werden.

Wann ist bei der Anwendung von Betadine® Vaginal-Ovula Vorsicht geboten?

Betadine® sollte bei Schilddrüsenvergrösserungen oder -knoten oder anderen nicht-akuten Erkrankungen der Schilddrüse nur auf ausdrückliche Verordnung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin über längere Zeit (z.B. länger als 14 Tage) bzw. grossflächig (z.B. mehr als 10% der Körperoberfläche) angewendet werden. Auch nach Beendigung der Behandlung (bis zu 3 Monate) ist auf Frühsymptome einer möglichen Schilddrüsenüberfunktion zu achten und falls angezeigt die Schilddrüsenfunktion zu überwachen. Bei stoffwechselbedingter Übersäuerung des Blutes (metabolischer Azidose) und Nierenversagen sollte Betadine® nicht angewendet bzw. die Behandlung abgebrochen werden. Jede Einnahme durch ein Kind ist absolut zu vermeiden. Betadine® darf nicht gleichzeitig mit bzw. kurzfristig nach enzymatischen Wundbehandlungsmitteln oder Desinfektionsmitteln, die Silbersulfadiazin, Wasserstoffperoxid oder Taurolidin enthalten, angewendet werden, da es zu einer gegenseitigen Wirkungsabschwächung kommt. Betadine® darf nicht gleichzeitig mit oder kurzfristig nach quecksilberhaltigen Desinfektionsmitteln angewendet werden, da sich unter Umständen aus Iod und Quecksilber ein Stoff bilden kann, der die Haut schädigt. Betadine® nicht gleichzeitig mit oder unmittelbar nach Anwendung von Octenidin-haltigen Desinfektionsmitteln auf denselben oder benachbarten Stellen anwenden, da es dabei anderenfalls zu vorübergehenden dunklen Verfärbungen kommen kann. Wenn Sie mit Lithium-Präparaten behandelt werden, sollten Sie eine längerfristige Anwendung von Betadine® vermeiden, da aufgenommenes Iod die durch Lithium mögliche Auslösung einer Schilddrüsenunterfunktion fördern kann. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Dürfen Betadine® Vaginal-Ovula während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

In der Schwangerschaft und während der Stillzeit sollten Sie Betadine® Vaginal-Ovula nur auf ausdrückliche ärztliche Verordnung anwenden und auf das absolute Minimum beschränken. Eine Kontrolle der Schilddrüsenfunktion beim Neugeborenen bzw. Säugling kann erforderlich sein. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, falls Sie schwanger sind oder stillen.

Wie verwenden Sie Betadine® Vaginal-Ovula?

Erwachsene Betadine® Vaginal-Ovula werden üblicherweise 1-mal täglich während 14 Tagen angewendet. Der Arzt bzw. die Ärztin kann Ihnen jedoch einen anderen Behandlungsablauf verschreiben. Falls während der Behandlungsdauer die Periode eintritt, so unterbrechen Sie die Behandlung nicht. Falls ärztlich nicht anders verschrieben, wenden Sie die Ovula wie folgt an: Entnehmen Sie ein Ovulum aus der Hülle, befeuchten Sie es mit Wasser und führen Sie es wie ein Tampon und möglichst tief in die Scheide ein. Es empfiehlt sich, Betadine® Vaginal-Ovula am Abend vor dem Zubettgehen anzuwenden. Da ein Ausfliessen des aufgelösten Ovulum nicht immer vermieden werden kann, empfiehlt sich das Tragen einer Binde. Verwenden Sie keine Tampons! Kinder und Jugendliche Die Anwendung und Sicherheit von Betadine® Vaginal-Ovula bei Kindern und Jugendlichen sind bisher nicht geprüft worden. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen können Betadine® Vaginal-Ovula haben?

In seltenen Fällen können Überempfindlichkeit oder Kontaktdermatitis (mit Symptomen wie Hautrötung, Bläschen, Juckreiz) autreten. In sehr seltenen Fällen können akute, schmerzhafte Schwellungen der Haut oder Schleimhäute (Angioödem) sowie akute allergische Allgemeinreaktionen ggf. mit Blutdruckabfall und/oder Atemnot (anaphylaktische Reaktion) auftreten. In solchen Fällen ist die Behandlung sofort abzubrechen und unverzüglich der Arzt bzw. die Ärztin zu informieren. Häufig ist bei Infektionen der Scheide die Schleimhaut des Intimbereichs entzündet und gereizt. In solchen Fällen kann während der Anwendung von Betadine® Vaginal-Ovula ein Brennen auftreten, das jedoch nach wenigen Behandlungen rasch verschwindet. Tritt das Brennen nach 3–4 Tagen immer noch auf, so informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Eine nennenswerte Iod-Aufnahme kann bei längerfristiger Anwendung auftreten. In sehr seltenen Fällen kann eine Schilddrüsenüberfunktion mit Symptomen wie Pulsbeschleunigung oder innerer Unruhe bei Personen mit Schilddrüsenerkrankungen ausgelöst werden. In Einzelfällen können eine Schilddrüsenunterfunktion, Störungen des Elektrolythaushalts, stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), akutes Nierenversagen sowie eine auffällige Blutosmolarität auftreten. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Nicht über 30 °C lagern. Für Kinder unerreichbar aufbewahren. Nicht einnehmen. Bei versehentlicher Einnahme ist sofort der Arzt bzw. die Ärztin zu benachrichtigen. Betadine®-Flecken können aus natürlichen Fasern mit Wasser und Seife, aus synthetischen Fasern mit verdünntem Salmiakgeist oder Natriumthiosulfat-Lösung ausgewaschen werden. Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Betadine® Vaginal-Ovula enthalten?

1 Ovulum enthält 20 mg Iod als Povidon-Iod sowie Hilfsstoffe.

Wo erhalten Sie Betadine® Vaginal-Ovula? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung. Packungen zu 14 Ovula.

Nebenwirkungen persönlich erfahren? Das ist keine Seltenheit.

Auch 12 Jahre nach Marktzulassung sind nicht alle Nebenwirkungen eines Medikaments bekannt. Deshalb ist die Mitarbeit von Ihnen als Patient umso wichtiger. Jeder 2. Patient hat Nebenwirkungen, allerdings werden in Deutschland nur 1 % aller Nebenwirkungen offiziell erfasst. 

Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden und melden Sie Ihre Erfahrung, denn Sie kennen Ihren Körper am besten. Das bewirkt Ihre Meldung:

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