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Was ist Loperamid Sandoz und wann wird es angewendet?

Loperamid Sandoz ist ein gut wirksames Mittel gegen plötzlichen (akuten) und längerdauernden (chronischen) Durchfall verschiedenster Ursache. Loperamid Sandoz kann auf Verordnung des Arztes oder der Ärztin auch angewendet werden bei Durchfall, der nach operativer Dünndarmverkürzung auftreten kann. Es hemmt die Darmbewegung durch eine direkte Wirkung auf die Darmmuskulatur, dadurch wird der Stuhl dicker und die Anzahl der Stuhlgänge vermindert. Die Wirkung der Kapseln kann nach etwa zwei Stunden eintreten.

Wann darf Loperamid Sandoz nicht eingenommen/angewendet werden?

Kinder unter 24 Monaten sollten von einer Behandlung mit Loperamid Sandoz ausgeschlossen werden. Loperamid Sandoz Kapseln sollten nicht an Kinder unter 6 Jahren abgegeben werden. Loperamid Sandoz darf nicht angewendet werden: ·wenn Sie allergisch gegen Loperamid oder einen der Hilfsstoffe sind. ·wenn Sie an schweren Leberkrankheiten leiden. ·wenn Sie an schweren Durchfällen, die mit hohem Fieber und/oder schleimig-blutigem Stuhl einhergehen, leiden. ·wenn Sie an einer plötzlich auftretenden schweren Dickdarmentzündung (z.B. Colitis ulcerosa) leiden. ·wenn Sie an einer bakteriellen Darmentzündung leiden, die durch in die Darmwand eindringende Erreger hervorgerufen wird. ·wenn Sie an Durchfällen, die während oder nach der Einnahme von Antibiotika auftreten, leiden. ·wenn Sie an Zuständen leiden, bei denen eine Hemmung der Darmtätigkeit zu vermeiden ist, z.B. Verstopfung, Darmverschluss und Aufblähung des Bauches. Wenn Sie unter einer der genannten Krankheiten leiden, teilen Sie dies bitte Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mit.

Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Loperamid Sandoz Vorsicht geboten?

Obwohl Loperamid Sandoz den Durchfall zum Stoppen bringt, wird mit Loperamid Sandoz nicht die Ursache behandelt. Wenn möglich, sollte die Ursache der Diarrhö therapiert werden. Ein plötzlicher Anfall von Diarrhö wird normalerweise durch Loperamid Sandoz innerhalb von 48 Stunden gestoppt. Sollte innerhalb von 48 Stunden keine Besserung eintreten, sollten Sie Loperamid Sandoz nicht mehr einnehmen und Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen. Wenn Sie AIDS haben und Loperamid Sandoz zur Behandlung des Durchfalls einnehmen, müssen Sie bei den ersten Anzeichen eines aufgetriebenen oder geschwollenen Bauches Loperamid Sandoz sofort absetzen und Ihren Arzt oder Ihre Ärztin darüber informieren. Missbrauch und Fehlanwendung von Loperamidhydrochlorid, dem Wirkstoff von Loperamid Sandoz, wurden berichtet. Nehmen Sie Loperamid Sandoz nur für die beschriebenen Anwendungsgebiete ein. Die maximale Tagesdosis darf nicht überschritten werden. Langandauernde oder regelmässige Einnahme von Loperamid Sandoz sollte unter der Aufsicht eines Arztes oder einer Ärztin erfolgen. Benachrichtigen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin ebenfalls, wenn Sie an Leberstörungen leiden, da Sie während der Behandlung mit Loperamid Sandoz medizinische Überwachung benötigen könnten. Wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die die Magen-Darm-Tätigkeit herabsetzen, sollten Sie dies Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mitteilen, da dadurch die Wirkung von Loperamid Sandoz zu stark sein könnte. Während einer Durchfallerkrankung kann es häufig zu Müdigkeit, Schwindel und Benommenheit kommen. Dies kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Bitte nehmen Sie Loperamid Sandoz erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden. Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker oder Drogisten bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin oder Drogistin, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen: ·Ritonavir (zur Behandlung von HIV-Infektionen), ·Chinidin (zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen), ·Desmopressin (zur Behandlung von vermehrtem Harnlassen), ·Itraconazol oder Ketoconazol (zur Behandlung von Pilzinfektionen) oder ·Gemfibrozil (zur Senkung des Cholesterinspiegels). Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker oder Drogisten bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin oder Drogistin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen!

Darf Loperamid Sandoz während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet werden?

Über die Einnahme von Loperamid Sandoz während der Schwangerschaft muss der Arzt oder die Ärztin entscheiden. Während der Stillzeit sollten Sie Loperamid Sandoz nicht einnehmen, da kleine Mengen des Wirkstoffs in die Muttermilch übergehen.

Wie verwenden Sie Loperamid Sandoz?

Während des Durchfalls verlieren Sie viel Flüssigkeit. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie während der Zeit des Durchfalls mehr Flüssigkeit zu sich nehmen als gewöhnlich. Dies ist speziell bei Kindern und älteren Patienten sehr wichtig. Ihr Apotheker oder Ihr Drogist, bzw. Ihre Apothekerin oder Drogistin kann Ihnen eine spezielle Mischung aus Salz und Zucker geben. Zusammen mit Wasser ersetzt dies auch die Salze, die während des Durchfalls verloren gehen. Diese Lösung eignet sich besonders für Kinder. Die Dosis von Loperamid Sandoz ist vom Alter und der Art des Durchfalls abhängig. Sie können Loperamid Sandoz zu einer beliebigen Tageszeit einnehmen. Die Kapseln werden unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen. Wenn vom Arzt oder von der Ärztin nicht anders verordnet: Jugendliche und Erwachsene Plötzlich auftretender Durchfall Anfangsdosis: 2 Kapseln. Folgedosis nach jedem weiteren flüssigen Stuhl: 1 Kapsel. Maximale Tagesdosis: 8 Kapseln. Chronischer Durchfall Nach Verordnung des Arztes oder der Ärztin. Kinder von 6-12 Jahren Plötzlich auftretender Durchfall Anfangsdosis: 1 Kapsel. Folgedosis nach jedem weiteren flüssigen Stuhl: 1 Kapsel. Maximale Tagesdosis: 3 Kapseln je 20 kg Körpergewicht. Bei Kindern darf die maximale Tagesdosis, unabhängig vom Körpergewicht, niemals mehr als die maximale Tagesdosis für Jugendliche und Erwachsene (8 Kapseln) betragen. Chronischer Durchfall Nach Verordnung des Arztes oder der Ärztin. Sobald der Stuhlgang wieder normal (fest und geformt) ist, oder wenn während mehr als 12 Stunden kein Stuhl mehr ausgeschieden wurde, ist die Behandlung mit Loperamid Sandoz zu beenden. Halten Sie die in der Packungsbeilage angegebene oder vom Arzt oder der Ärztin verschriebene Dosierung vor allem bei Kindern genau ein. Überschreiten Sie keinesfalls die oben genannte maximale Tagesdosis. Wenn Sie eine grössere Menge von Loperamid Sandoz eingenommen haben, als Sie sollten Suchen Sie möglichst umgehend einen Arzt bzw. eine Ärztin auf, insbesondere, wenn Sie folgende Symptome verspüren: Muskelsteifheit, Koordinationsstörungen, Schläfrigkeit, Pupillenverengung, erhöhter Muskeltonus, schwache Atmung, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, erhöhte Herzfrequenz, unregelmässiger Herzschlag oder Darmverschluss. Kinder können auf die ZNS-Wirkungen empfindlicher reagieren als Erwachsene. Halten Sie sich an die in der Packungsbeilage angegebene oder vom Arzt oder der Ärztin verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder Drogisten bzw. mit Ihrer Ärztin, Apothekerin oder Drogistin.

Welche Nebenwirkungen kann Loperamid Sandoz haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Loperamid Sandoz auftreten: Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern) Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Verstopfung, Übelkeit, Blähungen. Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern) Bauch- bzw. Oberbauchschmerzen, Unbehagen im Bauch, Mundtrockenheit, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Hautausschlag. Nebenwirkungen, welche nach Markteinführung beobachtet wurden und deren Häufigkeit nicht bestimmt werden kann: Dehnungsgefühl im Bauch, Überempfindlichkeitsreaktionen, Konzentrationsstörungen, Einschränkungen des Bewusstseins, erhöhter Muskeltonus, Bewusstlosigkeit, Schläfrigkeit, Muskelsteifheit, Pupillenverengung, Darmverschluss oder Darmerweiterung, schwerwiegende Hautreaktion, Schwierigkeiten Wasser zu lassen, Juckreiz, Müdigkeit. Stellen Sie die Behandlung mit Loperamid Sandoz ein und benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eines der folgenden Symptome bei sich beobachten oder vermuten. In diesem Fall benötigen Sie möglicherweise dringend Behandlung: ·plötzliches Anschwellen des Gesichts, der Lippen oder des Halses, Atemnot, Nesselsucht (auch bekannt als Nesselfieber oder Urtikaria), schwere Reizung, Rötung oder Blasenbildung an der Haut. Diese Symptome können Anzeichen einer Überempfindlichkeit oder allergischen Reaktion sein. ·extreme Müdigkeit, Koordinationsstörungen, Bewusstseinsverlust. ·schwere Bauchschmerzen, Anschwellen des Bauchs oder Fieber, was auf einen Darmverschluss oder eine Darmerweiterung hindeuten könnte. Einige unerwünschte Ereignisse, welche im Zusammenhang mit Loperamid berichtet wurden, sind häufig Symptome des zugrundeliegenden Durchfalls (Bauchschmerzen, Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindelanfälle, Verstopfung und Blähungen). Diese Symptome sind oft schwierig von unerwünschten Ereignissen zu unterscheiden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker (oder Drogisten) bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin (oder Drogistin). Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Lagerungshinweis In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur (15‒25 °C) lagern. Den Behälter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht (und/oder Feuchtigkeit) zu schützen. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker oder Drogist bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin oder Drogistin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Loperamid Sandoz enthalten?

Wirkstoffe Loperamidi hydrochloridum Hilfsstoffe Lactosum (225.5 mg pro Kapsel), talcum, gelatina.

Wo erhalten Sie Loperamid Sandoz? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung. Packungen zu 60 Kapseln. In Apotheken und Drogerien, ohne ärztliche Verschreibung. Packungen zu 20 Kapseln.

Nebenwirkungen persönlich erfahren? Das ist keine Seltenheit.

Auch 12 Jahre nach Marktzulassung sind nicht alle Nebenwirkungen eines Medikaments bekannt. Deshalb ist die Mitarbeit von Ihnen als Patient umso wichtiger. Jeder 2. Patient hat Nebenwirkungen, allerdings werden in Deutschland nur 1 % aller Nebenwirkungen offiziell erfasst. 

Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden und melden Sie Ihre Erfahrung, denn Sie kennen Ihren Körper am besten. Das bewirkt Ihre Meldung:

  • Risiken schneller erkennen
  • Beipackzettel aktualisieren
  • Mitmenschen schützen

Je mehr Informationen berichtet werden, desto besser kann das tatsächliche Risiko erkannt werden. 

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