Beipackzettel von Picato® 150 mcg/g und Picato® 500 mcg/g , Gel einsehen

Was ist Picato® und wann wird es angewendet?

Picato® wird für die lokale Behandlung von Aktinischer Keratose (auch solare Keratose oder Licht-Keratose genannt) bei Erwachsenen eingesetzt. Bei Kindern tritt aktinische Keratose nicht auf und findet daher keine Anwendung. Aktinische Keratose zeigt sich durch raue Hautstellen bei Personen, die in ihrem Leben länger anhaltend intensivem Sonnenlicht ausgesetzt waren. Picato® 150 mcg/g Gel wird zur Behandlung der betroffenen Hautstellen im Gesicht und auf der Kopfhaut eingesetzt. Picato® 500 mcg/g Gel wird zur Behandlung von betroffenen Hautstellen am Körper sowie an den Armen, Händen und Beinen verwendet. Picato® darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Picato® nicht angewendet werden?

Wenn Sie auf einen der Inhaltsstoffe überempfindlich reagieren, sollten Sie Picato® nicht anwenden und Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren. Halten Sie sich an die Anweisungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Wann ist bei der Anwendung von Picato® Vorsicht geboten?

Der Kontakt mit den Augen kann eine Bindehautentzündung und Hornhautverätzung hervorrufen. Mögliche Symptome sind Augenschmerzen, Schwellungen um die Augen und Schwellungen des Augenlids. Vermeiden Sie, dass Picato® in die Augen gelangt. Waschen Sie Ihre Hände sorgfältig, nachdem Sie das Gel aufgetragen haben. Waschen Sie ihre Hände erneut, wenn Sie zufällig den Bereich, in dem Sie das Gel aufgetragen haben, berührt haben. Achten Sie darauf, kein Gel von der behandelten Fläche in die Augen zu übertragen. Spülen sie bei unabsichtlichem Kontakt die Augen sofort mit grossen Mengen Wasser. Wenden Sie sich danach so schnell wie möglich an Ihren Arzt. Picato® darf nicht eingenommen werden. Bei einer unbeabsichtigten Einnahme dieses Arzneimittels trinken Sie viel Wasser und suchen Sie medizinische Hilfe auf. Stellen Sie sicher, dass Ihre Haut sich von anderen Behandlungen oder Eingriffen erholt hat, bevor Sie Picato® anwenden. Tragen Sie Picato® nicht auf offene Wunden oder vorgeschädigte Haut auf. Wenden Sie Picato® nicht innerlich an, nicht in der Nähe der Augen, in den Nasenlöchern, in der Innenseite der Ohren oder auf den Lippen. Achten Sie auf neu entwickelnde Verletzungen wie zum Beispiel schuppige rote Flecken, offene Wunden, erhöhte oder warzige Wucherungen im Behandlungsbereich. Sollte dies der Fall sein, informieren Sie Ihren Arzt darüber. Vermeiden Sie Sonnenlicht bzw. ultraviolette Strahlung so gut wie möglich (Sonnenbäder, Höhensonne oder Solarium). Tragen Sie nicht mehr Gel auf, als Ihr Arzt Sie angewiesen hat. Wenn Sie bereits früher Picato® oder ähnliche Medikamente angewendet haben, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin bevor Sie die Behandlung beginnen. Nach der Behandlung mit Picato® können lokale Hautreaktionen wie Rötung, Schälen/Schuppung und Krustenbildung auftreten (siehe Abschnitt „Welche Nebenwirkungen kann Picato® haben“). Es ist belegt, dass diese lokalen Hautreaktionen mit der klinischen Wirkung in Verbindung stehen. Die lokalen Hautreaktionen sind vorübergehend und treten typischerweise innerhalb von einem Tag nach Beginn der Behandlung auf. Ihre höchste Ausprägung erreichen sie bis zu einer  Woche nach  Behandlungsabschluss. Üblicherweise heilen lokale Hautreaktionen bei der Behandlung von Hautstellen im Gesicht oder auf der Kopfhaut innerhalb von 2 Wochen, bei der Behandlung von Hautstellen an Rumpf oder an Armen oder an Beinen innerhalb von 4 Wochen wieder ab. Das Behandlungsergebnis kann erst nach Abheilung der lokalen Hautreaktionen angemessen beurteilt werden. Wenden Sie sich bei heftigen Reaktionen an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Picato® beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, nicht. Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie - an anderen Krankheiten leiden, - Allergien haben oder - andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) anwenden!

Darf Picato® während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Die Anwendung von Picato® während der Schwangerschaft ist zu vermeiden. Der Körperkontakt des Neugeborenen/Kleinkinds mit der behandelten Stelle ist während 6 Stunden nach dem Auftragen von Picato® zu vermeiden. Wenn Sie schwanger sind oder stillen, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat fragen, bevor Sie irgendwelche Arzneimittel einnehmen oder anwenden.

Wie verwenden Sie Picato®?

Wenden Sie Picato® genauso an, wie Ihr Arzt es Ihnen erklärt hat. Falls Sie nicht sicher sind, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. an Ihre Ärztin oder Apothekerin. Anwendung auf Gesicht und Kopfhaut: An 3 aufeinanderfolgenden Tagen wird jeweils 1 Tube Picato® 150 mcg/g Gel 1× täglich auf die betroffenen Hautstellen im Gesicht oder auf der Kopfhaut aufgetragen. Anwendung auf Körper, Armen, Händen und Beinen: An 2 aufeinanderfolgenden Tagen wird jeweils 1 Tube Picato® 500 mcg/g Gel 1× täglich auf die betroffenen Hautstellen am Körper oder an Armen, Händen oder Beinen aufgetragen. - Öffnen Sie jedes Mal, wenn Sie Picato® anwenden, eine neue Tube. Entfernen Sie den Deckel unmittelbar vor der Anwendung. - Drücken Sie das Gel aus einer Tube auf die Fingerspitze. - Eine Tube enthält genügend Gel um eine Fläche von 25 cm2 (ungefähr 5 cm x 5 cm) zu behandeln. - Reiben Sie das Gel sanft auf der Behandlungsfläche ein. - Lassen Sie die Fläche danach während 15 Minuten trocknen und vermeiden Sie während 6 Stunden nach der Behandlung, die behandelte Fläche zu berühren. - Waschen Sie sofort nach der Anwendung von Picato® Ihre Hände. Falls Sie Ihre Hände behandeln, sollten Sie nur die für das Auftragen von Picato® verwendete Fingerspitze waschen. Anwendung auf Gesicht und Kopfhaut: Anwendung auf Körper, Armen, Händen und Beinen: Tragen Sie Picato® nicht direkt nach dem Duschen oder weniger als 2 Stunden vor dem Zubettgehen auf. Während 6 Stunden nach der Behandlung dürfen die mit Picato® behandelten Stellen nicht gewaschen werden. Berühren Sie die mit Picato® behandelten Stellen während 6 Stunden nach dem Auftragen nicht und lassen Sie sie auch nicht von anderen Personen oder Haustieren berühren. Decken Sie die behandelten Stellen nach dem Auftragen nicht mit Verbandmaterial ab. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Picato® haben?

Wie alle Arzneimittel kann Picato® Nebenwirkungen verursachen, obwohl diese nicht bei jedem auftreten. Bei der Anwendung von Picato® können folgende Nebenwirkungen auftreten: Mögliche Nebenwirkungen an der Anwendungsstelle: Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Personen) kann es zu Pusteln, Schmerz sowie Brennen im Anwendungsbereich, Abschürfung, einer Ablösung der äusseren Hautschicht, Bläschen, Schwellung, Schälen, Schorfbildung oder einer Rötung infolge erweiterter kleiner Blutgefässe kommen. Häufig (bei weniger als 1 von 10 Personen) können Juckreiz, Reizungen oder Infektionen auftreten. Letztere wurden als häufige Nebenwirkungen bei der Behandlung im Gesicht und auf der Kopfhaut gemeldet. Gelegentlich (bei weniger als 1 von 100 Personen) kommt es zu Ausfluss, Geschwüren (Ulkus), einer Pigmentveränderung, Erwärmung, einem Kribbeln oder einem Taubheitsgefühl oder zu offenen Wunden. Mit unbekannter Häufigkeit kann es zur Narbenbildung kommen. Andere mögliche Nebenwirkungen: Häufig (bei weniger als 1 von 10 Personen) kann es zu einer Schwellung um die Augen/ des Augenlids oder zu Kopfschmerzen kommen. Dabei ist zu beachten, dass Schwellungen im Anwendungsbereich des Gesichtes oder der Kopfhaut auf den Bereich der Augen übergehen können. Gelegentlich können Augenschmerzen auftreten. Bei versehentlichem Augenkontakt kann es zu einer Bindehautentzündung oder Hornhautverätzung kommen (zur Vermeidung siehe Abschnitt „Wann ist bei der Anwendung von Picato® Vorsicht geboten?“). Es sind Fälle von Überempfindlichkeit mit Überreaktion einschliesslich einer akut auftretender, schmerzloser Schwellung (Angioödem) und Herpes Zoster (Gürtelrose) bekannt. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren. Was ist nach der Anwendung von Picato® zu erwarten? Nach der Behandlung mit Picato® kann sich die behandelte Hautstelle röten, schälen und es kann zu Schorfbildung kommen. Diese Nebenwirkungen sind mit dem Behandlungserfolg von Picato® verknüpft. Die Nebenwirkungen können sich während bis zu einer Woche nach Behandlungsende verschlimmern. Normalerweise legen sich die lokalen Nebenwirkungen aber bei der Behandlung von Gesicht und Kopfhaut innert 2 Wochen nach Behandlungsbeginn und bei der Behandlung von Körper, Armen, Händen und Beinen innert 4 Wochen.

Was ist ferner zu beachten?

Für Kinder unerreichbar aufbewahren. Im Kühlschrank (2-8°C) lagern. Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden. Einmal geöffnete Tuben sollten nicht mehr verwendet werden. Verfallene Arzneimittel sollten zur Entsorgung in die Apotheke gebracht werden. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Picato® enthalten?

1 g Picato® Gel enthält als Wirkstoff 150 mcg bzw. 500 mcg Ingenolmebutat, als Konservierungsmittel Benzylalkohol (E 1519), und als übrige Hilfsstoffe Isopropylalkohol, Hydroxyethylcellulose, Zitronensäure Monohydrat, Natriumcitrat und gereinigtes Wasser. Jede Tube enthält 0.47 g Gel.

Wo erhalten Sie Picato®? Welche Packungen sind erhältlich?

Picato® erhalten Sie in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung. Picato® 150 mcg/g Gel: Schachtel mit 3 Tuben (B) Picato® 500 mcg/g Gel: Schachtel mit 2 Tuben (B)

Nebenwirkungen persönlich erfahren? Das ist keine Seltenheit.

Auch 12 Jahre nach Marktzulassung sind nicht alle Nebenwirkungen eines Medikaments bekannt. Deshalb ist die Mitarbeit von Ihnen als Patient umso wichtiger. Jeder 2. Patient hat Nebenwirkungen, allerdings werden in Deutschland nur 1 % aller Nebenwirkungen offiziell erfasst. 

Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden und melden Sie Ihre Erfahrung, denn Sie kennen Ihren Körper am besten. Das bewirkt Ihre Meldung:

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