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Was ist Picoprep und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin. Picoprep ist ein Pulver, das Natriumpicosulfat enthält, ein darmstimulierendes Abführmittel. Picoprep enthält auch Magnesiumcitrat, ein anderes Abführmittel, das durch Rückhaltung von Flüssigkeit im Darm eine gründliche Darmentleerung und –reinigung hervorruft. Picoprep wird zur Darmreinigung vor einer Röntgenuntersuchung, einer Darmspiegelung oder einem chirurgischen Eingriff angewendet.

Wann darf Picoprep nicht eingenommen/angewendet werden?

Picoprep darf nicht eingenommen werden, wenn -Sie überempfindlich (allergisch) gegen Natriumpicosulfat oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind; -Sie an einer unzureichenden Magenentleerung (gastrische Retention) leiden; -Sie an einem Magen- oder Darmgeschwür leiden; -Sie schwerwiegende Nierenerkrankungen haben; -Sie an einem Darmdurchbruch oder einer Darmverlegung leiden: -Sie sich momentan krank fühlen oder krank sind; -Sie jünger als 18 Jahre alt sind, wird die Anwendung nicht empfohlen; -bei Ihnen ein chirurgischer Eingriff im Bauchraum erforderlich ist, wenn Sie z.B. eine Blinddarmentzündung haben; -Sie von Ihrem Arzt davon in Kenntnis gesetzt wurden, dass bei Ihnen eine Herzinsuffizienz vorliegt (das Herz ist nicht in der Lage, das Blut ausreichend durch den Körper zu pumpen); -Sie eine aktive entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben; -Ihr Arzt Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie zu viel Magnesium im Blut haben; -Sie sehr durstig oder möglicherweise schwer ausgetrocknet (dehydriert) sind; -Ihr Arzt Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie an einer Muskelschädigung leiden und Muskelbestandteile ins Blut übertreten; -Sie eine der nachfolgenden Erkrankungen haben: ·Darmverschluss oder Ausbleiben eines normalen Stuhlgangs (Ileus), ·Schädigung der Darmwand (toxische Kolitis), ·Erweiterung des Dickdarms (toxisches Megakolon). Bei diesen Erkrankungen kann die Bewegung des Darminhalts beeinträchtigt oder verhindert sein. Zu den Symptomen gehören Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Druckempfindlichkeit oder Schwellung, kolikartige Schmerzen und Fieber.

Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Picoprep Vorsicht geboten?

·Wenn Sie kürzlich einen chirurgischen Eingriff im Bauchraum hatten; ·wenn Sie eine gestörte Herz- oder Nierenfunktion haben; ·wenn Sie an einer entzündlichen Darmerkrankung wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn leiden; ·wenn Sie körperlich geschwächt sind. Nehmen Sie während der Behandlung unbedingt ausreichend Flüssigkeit und Mineralstoffe (Elektrolyte) zu sich; ·wenn Sie Picoprep vor Darmoperationen einnehmen. Sprechen Sie vor der Einnahme von Picoprep mit Ihrem Arzt resp. Ihrer Ärztin, wenn Sie eine dieser Erkrankungen haben oder Sie sich nicht sicher sind. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa)! Bitte nehmen Sie Picoprep erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden. Wenn Ihre Untersuchung am frühen Vormittag stattfindet, kann es erforderlich sein, dass Sie den Inhalt des zweiten Beutels während der Nacht einnehmen, so dass es zu Störungen des Schlafes kommen kann. Es ist besonders wichtig, Ihren Arzt zu informieren, wenn Sie ·Quellstoff-haltige Abführmittel wie z.B. Kleie einnehmen; ·regelmäßig Arzneimittel einnehmen, da deren Wirkung verändert sein kann, z.B. bei Verhütungsmitteln, Antibiotika, Antidiabetika, Eisen, Penicillamin oder Antiepileptika. Diese Arzneimittel sollten mindestens 2 Stunden vor und frühestens 6 Stunden nach der Einnahme von Picoprep eingenommen werden; ·Arzneimittel einnehmen, die den Wasser- und/oder Mineralstoffhaushalt (Elektrolythaushalt) beeinflussen können, wie z.B. Diuretika (harntreibende Mittel), Steroide, Lithium, Digoxin, Antidepressiva, Carbamazepin oder Neuroleptika. Bisher liegen keine Hinweise vor, dass Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durch die Anwendung von Picoprep beeinträchtigt wird. Sie sollten jedoch nach jeder Einnahme jederzeit eine Toilette aufsuchen können, solange die Wirkung anhält.

Darf Picoprep während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet werden?

Wenn Sie schwanger sind, schwanger werden möchten oder stillen, müssen Sie vor der Einnahme von Picoprep mit Ihrem Arzt sprechen.

Wie verwenden Sie Picoprep?

Nehmen Sie Picoprep immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Lösen Sie das Picoprep Pulver in einer Tasse kalten Wassers (ca. 150 ml) auf. Rühren Sie die Lösung 2-3 Minuten um und trinken Sie sie dann. Wenn die Lösung heiß wird, lassen Sie sie vor dem Trinken abkühlen. Erwachsene (einschließlich ältere Patienten) ab 18 Jahren: Die übliche Dosis beträgt: Nehmen Sie den gelösten Inhalt des ersten Beutels 10 bis 18 Stunden vor Ihrer Untersuchung bzw. dem Eingriff ein. Trinken Sie danach über mehrere Stunden verteilt mindestens 5-mal 250 ml einer klaren Flüssigkeit. Nehmen Sie den gelösten Inhalt des zweiten Beutels 4 bis 6 Stunden vor Ihrer Untersuchung bzw. dem Eingriff ein. Trinken Sie danach über mehrere Stunden verteilt mindestens 3-mal 250 ml einer klaren Flüssigkeit. Sie dürfen bis zwei Stunden vor Ihrer Untersuchung bzw. dem Eingriff klare Flüssigkeiten trinken. Sie müssen nach der Einnahme von Picoprep jederzeit mit häufigen dünnflüssigen Stuhlentleerungen rechnen. Sie sollten jederzeit eine Toilette aufsuchen können, solange die Wirkung anhält. Zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes des Körpers trinken Sie bitte während der Behandlung mit Picoprep viel klare Flüssigkeit, solange die abführende Wirkung anhält. Im Allgemeinen sollten Sie klare Flüssigkeiten trinken, wenn Sie durstig sind. Zu den klaren Flüssigkeiten gehören Fruchtsäfte ohne Fruchtfleisch, Erfrischungsgetränke („Soft-Drinks“), klare Suppen, Tee, Kaffee (ohne Milch, Sojamilch oder Rahm) und Wasser. Trinken Sie nicht nur Wasser. Der Erfolg der Untersuchung hängt davon ab, wie gründlich Ihr Darm entleert wird. Die Untersuchung muss möglicherweise wiederholt werden, wenn der Darm nicht ausreichend gereinigt ist. Befolgen Sie immer die Ernährungshinweise Ihres Arztes. Wenn Sie eine größere Menge Picoprep eingenommen haben als Sie sollten Wenn Sie mehr Picoprep eingenommen haben als Sie sollten, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung oder suchen Sie die Notfallambulanz im nächstgelegenen Krankenhaus auf. Wenn Sie die Einnahme von Picoprep vergessen haben Bitte fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Ändern sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Picoprep haben?

Wie alle Arzneimittel kann Picoprep Nebenwirkungen hervorrufen, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Es gibt vereinzelt Berichte über schwere, lang anhaltende Bauchschmerzen, die auf einen ernsten Zustand hinweisen können und eine sofortige medizinische Behandlung erfordern, sowie vereinzelt Berichte über schwere allergische Reaktionen, die zu Atemnot führen können. Über Einzelfälle von leichten Geschwüren im Dünndarm wurde ebenfalls berichtet. Bitte suchen Sie bei allergischen Reaktionen oder schweren, lang anhaltenden Bauchschmerzen sofort Ihren Arzt oder die nächste Notfallambulanz auf. Die bekannten Nebenwirkungen von Picoprep sind nachfolgend beschrieben: Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern) Kopfschmerzen, Übelkeit, Afterschmerzen (Proktalgie). Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern) Ausschlag und/oder Juckreiz, Erbrechen und schwerer Durchfall können bei unzureichender Flüssigkeits- und Salzzufuhr zu Austrocknung mit Kopfschmerzen und Verwirrtheit führen, Bauchschmerzen, Erbrechen, erniedrigte Natrium- oder Kaliumspiegel im Blut (Hyponatriämie oder Hypokaliämie) mit oder ohne Anfälle. Gelegentlich wurde bei Epileptikern über Anfälle berichtet. Andere Nebenwirkungen, deren Häufigkeit nicht bekannt ist: Als primäre klinische Wirkung können sehr häufige, weiche Stuhlgänge oder Durchfall auftreten. Wenn es bei Ihnen zu unangenehmen Stuhlentleerungen kommt oder diese Ihnen Anlass zur Besorgnis geben, sollten Sie sich mit Ihrem Arzt in Verbindung setzen. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet werden. Lagerungshinweis Bei Raumtemperatur (15-25°C) lagern. In der Originalverpackung aufbewahren. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Weitere Hinweise Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin . Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Picoprep enthalten?

Wirkstoffe 10 mg Natriumpicosulfat, 3,5 g Magnesiumoxid, 12 g Zitronensäure Hilfsstoffe Antioxidantien: Ascorbinsäure (E 300), Butylhydroxianisol (E 320), Hilfsstoffe.

Wo erhalten Sie Picoprep? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung. Packung zu 2 Beuteln.

Nebenwirkungen persönlich erfahren? Das ist keine Seltenheit.

Auch 12 Jahre nach Marktzulassung sind nicht alle Nebenwirkungen eines Medikaments bekannt. Deshalb ist die Mitarbeit von Ihnen als Patient umso wichtiger. Jeder 2. Patient hat Nebenwirkungen, allerdings werden in Deutschland nur 1 % aller Nebenwirkungen offiziell erfasst. 

Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden und melden Sie Ihre Erfahrung, denn Sie kennen Ihren Körper am besten. Das bewirkt Ihre Meldung:

  • Risiken schneller erkennen
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  • Mitmenschen schützen

Je mehr Informationen berichtet werden, desto besser kann das tatsächliche Risiko erkannt werden. 

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