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Was ist Selectol und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin. Selectol enthält den Wirkstoff Celiprolol, einen Beta-Blocker. Celiprolol schützt das Herz vor übermässiger Beanspruchung aufgrund körperlicher oder seelischer Belastung, senkt den Blutdruck und verhütet das Auftreten von Angina pectoris (schmerzhafte Brustenge). Selectol wird auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin zur Behandlung des zu hohen Blutdrucks und der Angina pectoris verwendet.

Was sollte dazu beachtet werden?

Zu hoher Blutdruck und Angina pectoris werden durch Stress, ungeeignete Ernährung, Übergewicht und Rauchen mitverursacht. Wenn Sie an einer dieser Krankheiten leiden, sollten Sie daher auf das Rauchen verzichten und Ihre Lebens- und Ernährungsweise ändern. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin gibt Ihnen entsprechende Empfehlungen.

Wann darf Selectol nicht eingenommen werden?

Selectol Filmtabletten dürfen Sie nicht anwenden: ·wenn Sie an einer Herzkrankheit mit stark verlangsamtem Puls (weniger als 50 Schläge pro Minute) leiden, ·bei krampfhafter Verengung der Atemwege (Asthma), ·bei unkontrollierter Herzinsuffizienz (Herzschwäche), ·bei Herzüberleitungsstörungen, ·nach längerem Fasten, ·bei Nierenerkrankungen im Endstadium, ·bei einem bestimmten, unbehandelten Tumor (Phäochromozytom), ·bei Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe, ·bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit, ·beim Raynaud-Syndrom.

Wann ist bei der Einnahme von Selectol Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Besondere Vorsichtsmassnahmen sind notwendig, wenn Sie zucker-, nieren- oder herzkrank sind. Selectol sollte nur unter Vorsichtsmassnahmen mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln, insbesondere mit sog. Calcium-Antagonisten, mit herzrhythmusbeeinflussenden Arzneimitteln, bestimmten Antidepressiva und Psychopharmaka und Mefloquin (ein Malariamittel) eingenommen werden. Selectol verstärkt die blutzuckersenkende Wirkung von Arzneimitteln gegen die Zuckerkrankheit. Zudem kann Selectol einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel (eine Hypoglykämie) verschleiern. Die blutdrucksenkende Wirkung von Selectol kann vermindert werden, wenn Sie bestimmte Schmerz- oder Rheumamittel einnehmen. Falls Sie eine Operation unter Narkose benötigen, sollten Sie den Narkosearzt bzw. die Narkoseärztin darüber informieren, dass Sie Selectol einnehmen, damit er bzw. sie Ihnen das entsprechende Narkosemittel verabreichen kann. Die Einnahme von Selectol und Betablockern kann im Allgemeinen die Psoriasis verschlimmern. Aus diesem Grund ist im Vorfeld eine eingehende Untersuchung erforderlich. Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung von Selectol verstärken. Solange Sie Selectol einnehmen, sollten Sie auf alkoholische Getränke verzichten. Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro empfohlene maximale Tagesdosis, d.h. es ist nahezu «natriumfrei». Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie ·an anderen Krankheiten leiden, ·Allergien haben oder ·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Selectol während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Sie sollen während der Schwangerschaft und Stillzeit Selectol nicht einnehmen, ausser wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen dieses Arzneimittel ausdrücklich verordnet hat. Neugeborene von mit Selectol behandelten Müttern müssen 3 - 5 Tage nach der Geburt besonders überwacht werden.

Wie verwenden Sie Selectol?

Die Dosierung wird vom Arzt bzw. der Ärztin festgesetzt. Die nachfolgende Dosierungsanleitung versteht sich daher lediglich als Hinweis. Übliche Dosierung 1 Filmtablette am Morgen, entweder eine halbe Stunde vor dem Frühstück oder 2 Stunden danach. Gegebenenfalls kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Dosis auf 2 Filmtabletten täglich erhöhen. Bitte halten Sie sich an die von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verschriebene Dosierung. Bei Überdosierung wurden bestimmte Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen beobachtet. Spezielle Dosierung Bei Leber- oder Nierenerkrankung kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die übliche Dosierung verringern. Kinder und Jugendliche Bisher wurden weder die Verabreichung noch die Sicherheit der Anwendung von Selectol Filmtabletten bei Kindern und Jugendlichen untersucht. Anwendung Die Filmtabletten sind mit etwas Flüssigkeit einzunehmen, sie dürfen nicht zerkaut werden. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin. Ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin darf die Behandlung nicht abgebrochen werden. Um die Behandlung mit Selectol zu beenden, muss die Dosierung schrittweise über 1 - 2 Wochen verringert werden. Bei der erstmaligen Verschreibung von Selectol informiert Sie Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin über das Vorgehen, falls Sie einmal vergessen sollten, das Arzneimittel zum vorgesehenen Zeitpunkt einzunehmen.

Welche Nebenwirkungen kann Selectol haben?

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern) Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, Zittern, Parästhesie (Kribbeln, Taubheitsgefühl), Störungen der Libido und Potenzprobleme, Depression, übermässiges Schwitzen, Erythem, Exanthem, Juckreiz, Gesichtsrötung, Raynaud-Syndrom (Durchblutungsstörungen der Finger oder der Zehen, die dann blass werden); Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern) Kurzatmigkeit Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern) Muskelkrämpfe, Kältegefühl in den Gliedmassen,  Hautreaktionen einschliesslich schuppenflechtenartige Hautausschläge, Dermatitis, Blutdruckabfall; Selten können sich Laborparameter verändern (z.B. Leberwerte). Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern) Herzklopfen, trockene Augen, eingeschränktes Sehvermögen, Schlaflosigkeit und eine Über- oder Unterzuckerung im Blut. Die Symptome einer Überzuckerung sind: starkes Durstgefühl, Mundtrockenheit, häufiges Wasserlassen und trockene Haut. Die Symptome einer Unterzuckerung sind: Heisshunger, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Zittern (Tremor), Unruhe, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Verwirrtheit, Schwindel und Herzklopfen. Einzelfälle / Unbekannte Häufigkeit Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar: Halluzinationen, Synkope, Verschlechterung oder Entwicklung einer Herzinsuffizienz, verlangsamter Puls, Durchfall, Verstopfung, Magenschmerzen, übermässige Gasansammlung im Darm, systemischer Lupus erythematodes, Gelenkschmerzen, Alpträume, Abnahme der Libido, plötzliche und unwillkürliche Verkrampfung der Bronchien, Lungeninfektion. Manche Nebenwirkungen können bei Personen über 65 Jahren oder bei Personen mit anderen Herzrhythmuserkrankungen auftreten: Verlangsamung oder Unregelmässigkeit des Herzrhythmus, Benommenheit, ungewohnte Müdigkeit und Atemlosigkeit. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Lagerungshinweis Selectol ist vor Licht geschützt, bei Raumtemperatur (15-25 °C), in der Originalpackung und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren. Weitere Hinweise Der Wirkstoff von Selectol kann positive Dopingtests verursachen. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Selectol enthalten?

Wirkstoffe 1 Filmtablette Selectol enthält 200 mg Celiprololhydrochlorid als Wirkstoff. Hilfsstoffe Mannitol (E421), mikrokristalline Zellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat, Opadry Hypromellose, Polyethylenglykol 400 und 6000, Titandioxid (E171). Croscarmellose-Natrium enthält Natrium.

Wo erhalten Sie Selectol? Welche Packungen sind erhältlich?

In der Apotheke nur gegen ärztliche Verschreibung erhältlich. Packungen zu 30 und 90 Filmtabletten.

Nebenwirkungen persönlich erfahren? Das ist keine Seltenheit.

Auch 12 Jahre nach Marktzulassung sind nicht alle Nebenwirkungen eines Medikaments bekannt. Deshalb ist die Mitarbeit von Ihnen als Patient umso wichtiger. Jeder 2. Patient hat Nebenwirkungen, allerdings werden in Deutschland nur 1 % aller Nebenwirkungen offiziell erfasst. 

Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden und melden Sie Ihre Erfahrung, denn Sie kennen Ihren Körper am besten. Das bewirkt Ihre Meldung:

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