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Was ist Sorbisterit und wann wird es angewendet?

Auf ärztliche Verschreibung. Sorbisterit ist ein oral oder rektal anzuwendendes Präparat bei einem Anstieg der Kaliumkonzentration im Blut bei akutem oder chronischem Nierenversagen. Sorbisterit ist ein «Kationen-Austauscher in der Calcium-Phase»; d.h. im Darm werden Kalium-Ionen gegen Calcium-Ionen ausgetauscht und zum Ausscheiden gebracht.

Was sollte dazu beachtet werden?

Während der Therapie mit Sorbisterit soll auf eine allzu calciumhaltige Nahrung verzichtet werden, ansonsten kann es zu einem ungewollt hohen Blutcalciumspiegel kommen. Kaliumreiche Nahrungsmittel sind zu vermeiden.

Wann darf Sorbisterit nicht angewendet werden?

Sorbisterit darf nicht angewendet werden: wenn Sie zu wenig Kalium im Blut haben. In schweren Fällen kann sich dies in Muskelkrämpfen oder Muskelschwäche und Ermüdung äussern, wenn Sie zu viel Calcium im Blut haben, wenn Sie gegenüber Calciumpolystyrolsulfonat oder einem der anderen Bestandteile von Sorbisterit allergisch (überempfindlich) sind, wenn Sie an einer Verstopfung oder einem vollständigen Darmverschluss leiden, bei gleichzeitiger Anwendung von Sorbitol (einem Abführmittel), bei Neugeborenen in Form der Einnahme über den Mund, bei Neugeborenen, die unter Verstopfung des Darms leiden.

Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Sorbisterit Vorsicht geboten?

Bei der Verabreichung über den Mund. Um ein Einatmen der Flüssigkeit zu verhindern, müssen Sie zur Einnahme aufrecht sitzen. Wenn bei Ihnen eine Verstopfung vorliegt, müssen Sie Ihren Arzt informieren, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen. Wenn Sie weitere Arzneimittel einnehmen: Siehe «Bei Anwendung von Sorbisterit mit anderen Arzneimitteln». Der Elektrolytgehalt in Ihrem Blut muss täglich kontrolliert werden Bei Neigung zu Durchfall wird die Wirksamkeit von Sorbisterit herabgesetzt. Informieren Sie Ihren Arzt/Apotheker resp. Ihre Ärztin/Apothekerin, wenn – einer der oben genannten Warnhinweise auf Sie zutrifft oder wenn das früher der Fall war, – Sie an anderen Krankheiten leiden, – Sie Allergien haben. Bei Anwendung von Sorbisterit mit anderen Arzneimitteln Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Holen Sie besonders dann ärztlichen Rat ein, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen: – die Herzleistung steigernde Mittel, wie Digoxin (Herzglykoside), da deren Wirkung verstärkt werden kann, – Gewebe entwässernde Mittel wie Hydrochlorothiazid (Thiaziddiuretika) oder Furosemid und Thorasemid (Schleifendiuretika), – Sorbitol darf nicht als Abführmittel verwendet werden, weil das Risiko einer Beschädigung des Dickdarms besteht, – Kalium enthaltende Arzneimittel, – Mittel gegen Sodbrennen oder Abführmittel wie Magnesiumhydroxid, Aluminiumhydroxid oder Calciumcarbonat. Zwischen der Einnahme nachfolgender Mittel und Sorbisterit müssen mindestens drei Stunden liegen: – Einzunehmendes Tetrazyklin, ein Antibiotikum. Sorbisterit vermindert dessen Wirkung. – L-Thyroxin: Sorbisterit vermindert die Aufnahme und somit die Wirkung dieses Schilddrüsenmittels. Sie müssen L-Thyroxin mehrere Stunden nach der Verabreichung von Sorbisterit einnehmen. – Lithium: ein Antidepressivum. Dessen Wirkung kann durch Sorbisterit abgeschwächt werden. – Bestimmte Medikamente, die auf Nervenzellen oder Nervenfasern wirken (Anticholinergika). Diese Arzneimittel erhöhen das Risiko für Nebenwirkungen von Sorbisterit auf den Magen. Bei Anwendung von Sorbisterit zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Sorbisterit darf nicht mit Fruchtsäften angewendet werden, die viel Kalium enthalten (z.B. Ananas-, Grapefruit-, Orangen-, Tomaten- oder Traubensaft), da dies die Wirkung von Sorbisterit nachteilig beeinflussen kann. Sorbisterit enthält Saccharose (Zucker). Wenn Ihr Arzt Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie bestimmte Zuckerarten nicht vertragen, wenden Sie sich an Ihren Arzt, bevor Sie dieses Arzneimittel anwenden.

Darf Sorbisterit während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet werden?

Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf Sorbisterit nur nach sorgfältiger Abklärung durch den Arzt eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Sorbisterit?

Einnahme über den Mund Erwachsene: 1–3-mal täglich während den Mahlzeiten 20 g Pulver in etwa 150 ml Flüssigkeit verrührt einnehmen. Kinder: 5–10 g Pulver (0,5–1,0 g/kg KG) in etwa 150 ml Flüssigkeit verrühren. Diese Zubereitung wird auf mindestens drei Dosierungen verteilt über einen Zeitraum von 24 Stunden eingenommen. Sorbisterit darf an Neugeborene nicht über den Mund gegeben werden. 1 Messlöffel = 20 g. Geeignete Flüssigkeiten sind z.B. Wasser oder Tee. Sorbisterit muss zusammen mit den Hauptmahlzeiten bei aufrechtem Oberkörper eingenommen werden. Einführen in den Dickdarm Erwachsene: Nach vorausgegangenem Reinigungseinlauf 1–3-mal täglich 40 g aufgeschlemmt in 150 ml Traubenzuckerlösung 5% (Glucose). Der Patient soll das Klysma möglichst lange im Darm halten (Verweildauer ca. 6 Stunden). Kinder: Bei Kindern bzw. bei Neugeborenen: wenn Sorbisterit nicht geschluckt werden kann, wird Sorbisterit als Einlauf verabreicht: 0,5–1,0 g Sorbisterit pro kg KG wird in einer Glucose-(Traubenzucker)-Lösung (5%) suspendiert (mind. 4 ml pro g Harz). Sechs Stunden nach Verabreichung des Einlaufes ist der Dickdarm zu spülen, um das Harz zu entfernen. Bei Kindern und Neugeborenen ist besondere Sorgfalt bei der Anwendung erforderlich, weil eine zu hohe Dosierung oder falsche Verdünnung zu einer zu starken Wirkung des Harzes führen kann. Aufgrund des Risikos für gastrointestinale Blutungen und für das Absterben (Nekrose) des Dickdarms ist besondere Vorsicht bei einem geringen Körpergewicht erforderlich, insbesondere bei Neugeborenen. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebenen Dosierung. Wenn Sie glauben, das Medikament wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Sorbisterit haben?

Häufig Zu viel Calcium im Blut. Zu wenig Kalium im Blut, in schwerer Form zu erkennen an Muskelkrämpfen oder Muskelschwäche und Müdigkeit. Zu wenig Magnesium im Blut. Übelkeit. Erbrechen. Gelegentlich Verstopfung. Durchfall. Magengeschwüre. Beschädigung des Dickdarms, die zum Durchbruch des Darms führen kann. Appetitlosigkeit. Darmverschluss. Selten Vollständiger Darmverschluss, in schweren Fällen durch – Ansammlung des Harzes im Darm; – «Eindicken» des Stuhls nach Einführen in den Dickdarm bei Kindern; Bei Früh- und Neugeborenen mit Untergewicht sind nach Einführen in den Dickdarm Blutungen aus dem After beobachtet worden. Bei diesen Patienten ist die Einnahme über den Mund kontraindiziert. Sehr selten Akute Entzündung der Atemwege, die sich durch Husten und Schleimauswurf auszeichnet und/oder eine durch das Einatmen von Sorbisterit verursachte bestimmte Form der Lungenentzündung. Wenn Sie eine der aufgeführten Nebenwirkungen erheblich beeinträchtigt oder Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Dose mit «verwendbar bis» bezeichneten Datum verwendet werden. Die Dose soll gut verschlossen bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahrt werden. Weitere Auskünfte erteilt ihnen Ihr Arzt oder Apotheker, der über die ausführliche Fachinformation verfügt. Verfalldatum nach dem ersten Öffnen: 25 Tage.

Was ist in Sorbisterit enthalten?

Wirkstoff: 10 g Pulver enthalten: 7,59 g – 9,49 g Calcium Polystyrol Sulfonat; corresp. 18 mmol Calcium. Hilfstoffe: Saccharose (Zucker), Citronensäure.

Wo erhalten Sie Sorbisterit? Welche Packungen sind erhältlich?

Sorbisterit erhalten Sie in Apotheken gegen ärztliche Verschreibung. Erhältlich sind Dosen à 500 g.

Nebenwirkungen persönlich erfahren? Das ist keine Seltenheit.

Auch 12 Jahre nach Marktzulassung sind nicht alle Nebenwirkungen eines Medikaments bekannt. Deshalb ist die Mitarbeit von Ihnen als Patient umso wichtiger. Jeder 2. Patient hat Nebenwirkungen, allerdings werden in Deutschland nur 1 % aller Nebenwirkungen offiziell erfasst. 

Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden und melden Sie Ihre Erfahrung, denn Sie kennen Ihren Körper am besten. Das bewirkt Ihre Meldung:

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