Beipackzettel von Spiriva® Respimat® (wiederverwendbar) einsehen

Was ist Spiriva Respimat und wann wird es angewendet?

Spiriva Respimat erleichtert Patienten ab 18 Jahren mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) das Atmen. Bei COPD handelt es sich um eine dauerhafte Lungenerkrankung, die Atemnot und Husten verursacht. Der Begriff COPD wird übergeordnet auch als Bezeichnung für die Symptome der chronischen obstruktiven Bronchitis und des Emphysems (Überdehnung und Erweiterung der Lungenbläschen) benutzt. COPD ist eine chronische Erkrankung, deshalb sollte Spiriva Respimat täglich angewendet werden und nicht nur, wenn Atemprobleme oder andere Symptome auftreten. Spiriva Respimat ist ein langwirkender Bronchodilatator, der die Atemwege erweitert und dadurch die Atemtätigkeit der Lungen erleichtert. Die regelmässige Anwendung von Spiriva Respimat kann die bei diesen Erkrankungen auftretende Atemnot lindern. Spiriva Respimat wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet.

Wann darf Spiriva Respimat nicht angewendet werden?

Sie dürfen Spiriva Respimat nicht anwenden ·wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen den Wirkstoff Tiotropium oder einen Inhaltsstoff (siehe Was ist in Spiriva Respimat enthalten?) sind. ·wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Atropin oder atropinähnlichen Substanzen sind.

Wann ist bei der Anwendung von Spiriva Respimat Vorsicht geboten?

Spiriva Respimat enthält Benzalkoniumchlorid, dieser Bestandteil kann keuchende Atmung und Atemschwierigkeiten (Bronchospasmen - krampfartige Verengungen der Atemwege) hervorrufen, insbesondere, wenn Sie an Asthma leiden. Achten Sie bei der Anwendung von Spiriva Respimat darauf, dass keine Substanz in die Augen gesprüht wird. Dies kann zu Augenschmerzen oder Missempfinden, verschwommenem Sehen, Augenhalos (Farbringe um Lichtquellen) oder unwirklichem Farbempfinden in Verbindung mit geröteten Augen führen (d.h. zum Engwinkelglaukom). Die Augensymptome können von Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen begleitet sein. Waschen Sie die Augen mit warmem Wasser, brechen Sie die Behandlung mit Spiriva Respimat ab und konsultieren Sie zur weiteren Beratung sofort einen Arzt / eine Ärztin, wenn möglich einen Augenarzt / eine Augenärztin. Wenn sich unmittelbar nach der Inhalation Ihre Atmung verschlechtert oder Hautausschlag, Schwellung oder Juckreiz auftreten, wenden Sie Spiriva Respimat kein weiteres Mal an, sondern kontaktieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt / Ihre Ärztin. Spiriva Respimat ist für die Dauerbehandlung Ihrer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung bestimmt. Wenden Sie dieses Arzneimittel nicht an, um plötzliche Atemnotanfälle oder Giemen (keuchende Atmung) zu behandeln. Für solche Fälle wird Ihr Arzt / Ihre Ärztin Ihnen ein anderes Mittel («Notfall-Medikament») verschrieben haben. Bitte befolgen Sie die Anweisungen Ihres Arztes / Ihrer Ärztin. Sie sollten sich an Ihren Arzt wenden, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich Ihre Atmung verschlechtert. Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin falls Sei an einer der folgenden Erkrankungen leiden oder litten: ·Herzinfarkt (in den letzten 6 Monaten) oder instabile oder lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen oder eine schwere Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz) in den letzten 12 Monaten. ·zystischer Fibrose (Mukoviszidose) ·Grüner Star (Glaukom) ·Prostatavergrösserung ·Harnverhalten ·Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion Mundtrockenheit könnte bei längerem Anhalten zu Karies führen. Deshalb ist auf eine gründliche Zahnhygiene zu achten. Kinder und Jugendliche Spiriva Respimat wird für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht empfohlen. Sollten Schwindel oder verschwommenes Sehen auftreten, kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden; insbesondere, falls Sie Anticholinergika wie z.B. Ipratropium oder Oxitropium anwenden oder bis vor kurzem angewendet haben. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Darf Spiriva Respimat während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden oder stillen, dürfen Sie dieses Arzneimittel nur anwenden, wenn es ausdrücklich von Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin empfohlen wurde.

Wie verwenden Sie Spiriva Respimat?

Die Lösung in der Patrone des Spiriva Respimats darf nur inhaliert werden. Die empfohlene Dosis für Erwachsene bei COPD ist 2 Hübe einmal täglich. Spiriva Respimat wirkt 24 Stunden. Wenden Sie daher den Spiriva Respimat nur EINMAL TÄGLICH an, möglichst immer zur gleichen Tageszeit. Da es sich bei COPD um eine chronische Erkrankung handelt, sollten Sie Spiriva Respimat täglich anwenden und nicht nur, wenn Atemprobleme auftreten. Halten Sie sie sich an die vom Arzt resp. Ärztin empfohlenen Dosierung. Inhalieren Sie nicht mehr als die empfohlene Dosis. Spiriva Respimat sollte nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden. Bitte beachten Sie die genaue Gebrauchsanweisung für den Spiriva Respimat Inhalator am Schluss der Patienteninformation. Vergewissern Sie sich, dass Sie den Spiriva Respimat Inhalator richtig anwenden können. Wenn Sie eine grössere Menge von Spiriva Respimat angewendet haben, als Sie sollten Wenn Sie mehr als 2 Hübe Spiriva Respimat an einem Tag genommen haben, wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt / Ihre Ärztin. Sie könnten ein höheres Risiko haben, Nebenwirkungen wie trockener Mund, Verstopfung, Beschwerden beim Wasserlassen, oder verstärkten bzw. beschleunigten Herzschlag oder verschwommenes Sehen zu erleiden. Wenn Sie die Anwendung von Spiriva Respimat vergessen haben Sollten Sie die rechtzeitige Inhalation vergessen haben, holen Sie diese baldmöglichst nach. Sie dürfen jedoch nicht die doppelte Dosis auf einmal oder am selben Tag inhalieren. Fahren Sie danach wie gewohnt mit der Anwendung fort. Sie dürfen die Anwendung von Spiriva Respimat nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin oder Apotheker / Apothekerin abbrechen. Wenn Sie die Anwendung von Spiriva Respimat abbrechen, können die Symptome und Beschwerden Ihrer Krankheit zunehmen. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Spiriva Respimat haben?

Folgende Nebenwirkungen können auftreten: Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern) ·Mundtrockenheit Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern) ·Schwindel ·Kopfschmerzen ·Schlaflosigkeit (Insomnie) ·Herzklopfen (Palpitationen) ·Husten ·Rachenentzündung (Pharyngitis) ·Heiserkeit ·Engegefühl in der Brust in Verbindung mit Husten, keuchender Atmung (Giemen) oder Atemlosigkeit unmittelbar nach Inhalation (Bronchospasmus) ·Verstopfung ·Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum ·Hautausschlag ·Juckreiz (Pruritus) ·Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt) ·Schmerzen beim Wasserlassen Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern) ·Unregelmässiger Herzschlag (Vorhofflimmern) ·Beschleunigter Herzschlag (Tachykardie) ·Nasenbluten ·Schluckbeschwerden ·Augenhalos mit Farbringen um Lichtquellen oder unwirkliches Farbsehen in Verbindung mit geröteten Augen (Glaukom) ·Erhöhter Augeninnendruck ·Verschwommenes Sehen ·Kehlkopfentzündung (Laryngitis) ·Sodbrennen (gastroösophagealer Reflux) ·Karies ·Zahnfleischentzündung (Gingivitis) ·Entzündung der Zunge ·Entzündung der Mundschleimhaut ·Schwerwiegende allergische Reaktionen, die ein Anschwellen des Mundes und Gesichts oder des Rachens verursachen (angioneurotisches Ödem) ·Nesselsucht (Urtikaria) ·Infektionen oder Geschwürbildungen der Haut ·Hauttrockenheit ·Überempfindlichkeitsreaktionen, einschliesslich allergischer Reaktionen vom Soforttyp ·Harnwegsinfektionen Einzelfälle ·Abnahme des Körperwassers (Dehydrierung) ·Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) ·Darmverschluss oder Darmlähmung ·Übelkeit ·Schwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion) ·Gelenkschwellung Bei allergischen Reaktionen wie Hautausschlag, Nesselsucht (Urtikaria), Mund- und Gesichtsschwellung oder plötzliche Atemschwierigkeiten (angioneurotisches Ödem) oder andere Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. plötzlicher Blutdruckabfall oder Schwindel) können nach Anwendung von Spiriva Respimat auftreten, entweder einzeln oder im Rahmen einer schweren allergischen Reaktion (anaphylaktische Reaktion). Informieren Sie in solchen Fällen sofort einen Arzt / eine Ärztin. Unmittelbar nach der Inhalation kann bei einigen Patienten unerwartet Brustenge, Husten, Giemen oder Atemnot (Bronchospasmus) auftreten. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Aufbrauchfrist nach Anbruch Innerhalb von 3 Monaten nach Einsetzen der Patrone verwenden Lagerungshinweis Nicht über 25 °C lagern. Nicht einfrieren. Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern lagern.

Was ist in Spiriva Respimat enthalten?

1 Hub enthält 2,5 Mikrogramm Tiotropium (entsprechend 3,124 Mikrogramm Tiotropiumbromid-Monohydrat) Wirkstoffe Tiotropium Hilfsstoffe Benzalkoniumchlorid (0.0011 mg bei jedem Hub), Natriumedetat, Salzsäure zur pH-Wert-Einstellung, Wasser gereinigtes

Wo erhalten Sie Spiriva Respimat? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung. Einzelpackung: 1 wiederverwendbarer Respimat Inhalator und 1 Patrone mit 60 Hüben (30 therapeutische Dosen) Dreifachpackung: 1 wiederverwendbarer Respimat Inhalator und 3 Patronen mit 60 Hüben (90 therapeutische Dosen)

Nebenwirkungen persönlich erfahren? Das ist keine Seltenheit.

Auch 12 Jahre nach Marktzulassung sind nicht alle Nebenwirkungen eines Medikaments bekannt. Deshalb ist die Mitarbeit von Ihnen als Patient umso wichtiger. Jeder 2. Patient hat Nebenwirkungen, allerdings werden in Deutschland nur 1 % aller Nebenwirkungen offiziell erfasst. 

Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden und melden Sie Ihre Erfahrung, denn Sie kennen Ihren Körper am besten. Das bewirkt Ihre Meldung:

  • Risiken schneller erkennen
  • Beipackzettel aktualisieren
  • Mitmenschen schützen

Je mehr Informationen berichtet werden, desto besser kann das tatsächliche Risiko erkannt werden. 

Sie leiden auch an Nebenwirkungen?

Melden Sie Ihre Erfahrung - in nur 2 Minuten.