Amyloidose Insulin Nebenwirkung

Diabetiker aufgepasst: Risiko von Eiweißablagerungen an der Insulin-Injektionsstelle

Durch das Spritzen von Insulin kann sich eine lokale Anreicherung von Eiweißen in der Haut (Amyloidose) entwickeln. Der Hinweis auf dieses Risiko wurde nun auch in die offiziellen Produktinformationen dieser Präparate aufgenommen.

Wenn nun Insulin in ein Hautareal gespritzt wird, in dem bereits diese Eiweißablagerungen vorliegen, kann die Aufnahme des Medikaments in den Blutstrom (Resorption) vermindert sein.

Für Diabetiker kann dies schwerwiegende Konsequenzen haben, da die Kontrolle des Blutzuckerspiegels beeinträchtigt wird. In Folge dessen droht eine Überzuckerung (Hyperglykämie) aufgrund der schlechteren Aufnahme des Insulins. Allerdings kann es auch zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen, wenn ein plötzlicher Wechsel der Injektionsstelle von einem von der Amyloidose betroffenen zu einem nicht betroffenen Areal vorgenommen wurde. Das liegt daran, dass die Insulindosis aufgrund der zuvor schlechten Resorption höher angesetzt worden war, was dann zu einer faktischen Überdosierung führt.

Was ist eine Amyloidose?

Bei einer Amyloidose handelt es sich um eine Erkrankung, bei der es zu fadenförmigen Ablagerungen von abnormalen, unauflöslichen Eiweißstrukturen (Amyloid) kommt. Dies kann örtlich begrenzt (lokalisiert) auftreten, aber auch in mehreren Organen vorkommen (systemisch).

In Fall der insulinhaltigen Präparate entstehen diese Eiweißablagerungen an Stellen, in die das Insulin gespritzt wurde. Je häufiger Insulin an derselben Stelle eingespritzt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit dieser Eiweißablagerung (Amyloidose).

Was ist zu tun? 

Wenn Sie sich zur Behandlung Ihrer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) Insulin spritzen, sollten Sie regelmäßig die Injektionsstelle wechseln. Es wird empfohlen, einen Abstand von 1-2cm zur letzten Einstichstelle einzuhalten.

Dadurch verringern Sie das Risiko der Entwicklung einer lokalen Amyloidose. Aber auch andere Hautreaktionen, wie beispielsweise eine krankhaften Verdichtung des Unterhautfettgewebes (Lipodystrophie) kann dadurch vermieden werden. Auch diese Hautveränderung kann die zu Resorptionsstörungen des Wirkstoffs führen.

Ein Hinweis auf eine sich entwickelnde kutane Amyloidose kann eine Knötchenbildung im Unterhautgewebe sein.

Außerdem: Melden Sie Ihre Nebenwirkung!

Beobachten Sie Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Insulinpräparaten  oder auch mit anderen Medikamenten, sollten Sie diese umgehend melden. Oftmals reichen wenige Meldungen aus,  um die Öffentlichkeit über schwere Vorkommnisse zu informieren und Beipackzettel zu aktualisieren, wie das Instrument der **Rote-Hand-Briefe** und der Arzneimittelsicherheitsinformationen wirkungsvoll zeigt.

Unser Meldeservice bietet Ihnen hierfür die einfache und schnelle Möglichkeit, Nebenwirkungen zu melden, ohne dabei Ihre Identität preiszugeben. Zudem können Sie Ihren Arzt oder Apotheker in die Meldung einbinden. Mit jeder Meldung tragen Sie aktiv zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei, indem eine bessere Informationsbasis für die zukünftige Verordnung von Arzneimitteln geschaffen wird.

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