Amyloidose Insulin Nebenwirkung

Diabetiker aufgepasst: Risiko einer kutanen Amyloidose an der Injektionsstelle insulin-haltiger Präparate

Was sind Drug Safety Mails?

Drug Safety Mail (oder zu Deutsch: Arzneimittel-Sicherheitsbrief) ist der Name des Newsletters der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Sie werden regelmäßig veröffentlicht und enthalten – ähnlich wie die Roten-Hand-Briefe – aktuelle Informationen zu möglichen Risiken von Medikamenten. 

Um auch Ihnen die bestmögliche medizinische Aufklärung zu bieten, möchten wir Ihnen auch diese Informationen in einer patienten-freundlicheren Sprache zugänglich zu machen.

Worum geht es?

Durch das Spritzen von insulin-haltigen Medikamenten kann sich eine lokalisierte Amyloidose der Haut entwickeln. Der Hinweis auf dieses Risiko wurde nun auch in die offiziellen Produktinformationen dieser Präparate aufgenommen.

Wird Insulin in ein von Amyloidose betroffenes Hautareal gespritzt, vermindert sich die Aufnahme (Resorption) des Insulins aus dem Unterhautgewebe in den Blutstrom. Dadurch kann die Kontrolle des Blutzuckerspiegels beeinträchtigt sein. Es kann zu einer Überzuckerung (Hyperglykämie) aufgrund der mangelhaften Resorption oder auch zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommen. Die Gefahr einer Unterzuckerung besteht, wenn ein plötzlicher Wechsel der Injektionsstelle von einem von der Amyloidose betroffenen zu einem nicht betroffenen Areal vorgenommen wurde, die Insulindosis aber aufgrund der zuvor schlechten Resorption höher angesetzt worden war, was dann zu einer faktischen Überdosierung führt.

Was ist eine Amyloidose?

Bei einer Amyloidose handelt es sich um eine Erkrankung, bei der es zu fadenförmigen Ablagerungen von abnormaler unauflöslicher Eiweißstrukturen, dem Amyloid, kommt. Das geschieht in und um die Zellen, entweder örtlich (lokalisiert) oder auch in mehreren Organen (systemisch). 

Im Fall der kutanen Amyloidose an den Injektionsstellen bestehen diese fadenförmigen Strukturen (Fibrillen) aus Eiweiß, in das sich das gespritzte Insulin eingelagert hat. Je häufiger Insulin an derselben Stelle eingespritzt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit dieser insulin-haltigen Fibrillenbildung.  Ein Hinweis auf eine sich entwickelnde kutane Amyloidose kann eine Knötchenbildung im Unterhautgewebe sein.

Was bedeutet das für Sie als Patient?

Wenn Sie zur Behandlung Ihrer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) insulin-haltige Präparate spritzen müssen,, sollten Sie regelmäßig die Injektionsstelle wechseln.

Dadurch verringern Sie das Risiko der Entwicklung einer lokalen Amyloidose sowie generell anderer Hautreaktionen wie beispielsweise einer Lipohypertrophie (auch als Lipodystrophie bezeichnet, einer krankhaften Verdichtung des Unterhautfettgewebes), die gleichfalls zu Resorptionsstörungen des dort hinein gespritzen Wirkstoffs führen kann.
Es wird daher empfohlen, bei jeder nachfolgenden Injektion einen Abstand von mindestens 1 bis 2 cm zur letzten Einstichstelle einzuhalten. 

Melden Sie Ihre Nebenwirkungen! 

Ihre Mitarbeit ist wichtig! Selbst Jahre nach der Zulassung sind längst nicht alle Nebenwirkungen bekannt. Wann immer Sie den Verdacht haben, an Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen unter der Anwendung von insulin-haltigen Arzneimitteln oder anderen Medikamenten zu leiden, sollten Sie diese umgehend melden. Oftmals reichen wenige Meldungen aus, um die Öffentlichkeit über schwere Vorkommnisse zu informieren und Beipackzettel zukünftig zu aktualisieren, wie etwa die Rote-Hand-Briefe wirkungsvoll zeigen. 

Über Nebenwirkungen.de haben Sie die einfache und schnelle Möglichkeit, Nebenwirkungen zu melden, ohne dabei Ihre Identität preiszugeben. Zudem können Sie Ihren Arzt oder Apotheker in die Meldung mit einbinden. Mit jeder Meldung tragen Sie aktiv zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei. Davon profitieren auch andere Patienten und sind Ihnen dankbar. 

 

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