Azathioprin - Nebenwirkungen und Erfahrungen

Artikel geprüft von: Dr. med. Maria Lutz

Azathioprin ist ein rezeptpflichtiges Medikament, das zur Behandlung von Darmentzündungen, Entzündungen des Körpers und Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird. Es enthält den Wirkstoff Azathioprin und gehört zu der Gruppe Immunsuppressiva. Azathioprin unterdrückt das menschliche Immunsystem und verhindert damit gefährliche Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen.

Auf dieser Informationsseite gehen wir auf die häufigsten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen in Verbindung mit Azathioprin ein. Sollten Sie eine der folgenden oder andere Nebenwirkungen beobachten, dann melden Sie diese bitte über unseren Meldeservice.

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Anwendung von Azathioprin

Zu Therapiebeginn wird üblicherweise bis zu 5 mg pro kg Körpergewicht und Tag verordnet. Später beträgt die tägliche Dosis Azathioprin 1 bis 4 mg pro kg Körpergewicht.  

Nehmen Sie die Tabletten zu einer festen Tageszeit mit einem Schluck Wasser ein. Sie können problemlos unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Für andere Erkrankungen oder Altersgruppen (wie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, ältere Patienten) werden ggf. unterschiedliche Dosierungen empfohlen. Die exakte Dosierung und Behandlungsdauer sollten Sie immer mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Infektionen, Übelkeit, Erbrechen - Die häufigsten Nebenwirkungen

Auftretende Nebenwirkungen sind bei Medikamenten unterschiedlich häufig. Azathioprin Nebenwirkungen werden online überdurchschnittlich häufig in Verbindung mit den Suchbegriffen Lunge, Herz, Krebs, Augen, Psyche, Haut und Kopfschmerzen gesucht. Die offiziellen Einschätzungen zur Häufigkeit werden statistisch berechnet und finden sich im Beipackzettel wieder.

Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10) kann es zu den folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Virusinfektion, Pilzinfektion und bakterielle Infektion bei Transplantatempfängern
  • Funktion des Knochenmarks beeinträchtigt
  • Anzahl weißer Blutkörperchen im Blut verringert
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Appetitverlust

1 bis 10 Behandelte von 100 sind z. B. häufig betroffen von:

  • Anzahl der Blutplättchen im Blut ist verringert

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Azathioprin

1 bis 10 Behandelte von 1000 erleiden gelegentlich z. B.:

  • Virusinfektion, Pilzinfektion und bakterielle Infektionen bei allen Patienten
  • Anzahl roter Blutkörperchen vermindert
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Kurzatmigkeit beim Sport
  • Schwindelgefühl
  • Blasse Haut
  • Unwohlsein
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Hautreaktionen
  • Hautrötungen
  • Hautausschlag
  • Entzündungen der Blutgefäße
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Niedriger Blutdruck
  • Leberfunktionsstörungen
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Darmprobleme
  • Entzündungen der Bauchspeicheldrüse
  • Starke Schmerzen im Oberbauch
  • Heller Stuhlgang
  • Dunkler Urin
  • Jucken und Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht)
  • Unnormaler Leberfunktionstest

Es wurde in seltenen Fällen bei der Anwendung von Azathioprin auch folgende Nebenwirkungen beobachtet:

  • Schwäche
  • Müdigkeit
  • Blässe der Haut
  • Kopfschmerzen
  • Wunde Zunge
  • Blutergüsse
  • Infektionen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Verstopfung 
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Leberschäden
  • Haarausfall
  • Blutkrebs
  • Lymphkrebs
  • Hautkrebs
  • Allergische Reaktionen
  • Lungenentzündung
  • Atemlosigkeit
  • Husten
  • Fieber

Vorsicht bei diesen Azathioprin-Nebenwirkungen

Schwere Nebenwirkungen sind solche, die das Leben bedrohen, zu Langzeitschäden führen oder bei keiner bzw. zu später Erkenntnis tödlich enden können. 

Folgende Symptome können Anzeichen für schwere Nebenwirkungen sein:

  • Pfeifende Atmung
  • Atemprobleme
  • Schwellung von Augenlidern, Gesicht oder Lippen
  • Hautausschlag
  • Juckreiz am gesamten Körper
  • Starke Übelkeit
  • Durchfall
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Muskelschmerzen
  • Knochenschmerzen
  • Muskelsteifigkeit
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Entzündung der Blutgefäße
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Weniger Harnausscheidung
  • Veränderte Farbe des Urins

Diese Symptome können u. a. Anzeichen einer allergischen Reaktion oder schweren Stoffwechselreaktion sein.

Wenn Sie diese Symptome bei sich beobachten, halten Sie sofort Rücksprache mit einem Arzt.

Besondere Warnhinweise bei Azathioprin

Azathioprin stellt ein besonderes Risiko bei folgenden Patientengruppen oder Vorerkrankungen dar:

  • Schwangere und Stillende
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
  • Gicht
  • Rheuma
  • Krebs
  • Bluthochdruck
  • Herzschwäche
  • Morbus Crohn
  • Magengeschwüre
  • Chronische Entzündung des Dickdarms
  • Patienten, die muskelentspannende Arzneimittel anwenden
  • Patienten, die mit Infliximab gegen Morbus Crohn behandelt werden
  • Patienten, die mit Sulfasalazin, Mesalazin und Osalazin gegen Colitis ulzerosa behandelt werden
  • Patienten, die Blutverdünner wie Warfarin anwenden
  • Patienten, die ACE Hemmer gegen Bluthochdruck anwenden
  • Patienten, die Trimethoprim, Sulfamethoxazol (Antibiotika) anwenden
  • Patienten, die Cimetidin gegen Magengeschwüre anwenden
  • Patienten, die mit Indometacin gegen Rheuma behandelt werden
  • Patienten, die Furosemid bei Herzschwäche anwenden

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