Escitalopram - Nebenwirkungen und Erfahrungen

Artikel geprüft von: Dr. med. Maria Lutz

Escitalopram ist ein rezeptpflichtiges Medikament, das zur Behandlung von schweren depressiven Erkrankungen und Angststörungen eingesetzt wird. Es enthält den Wirkstoff Escitalopram und gehört zu der Gruppe Antidepressiva. Diese Arzneimittel wirken auf das Botenstoff Serotonin im Gehirn, indem sie den Serotoninspiegel erhöhen. Störungen im Serotoninsystem gelten als Ursache bei der Entstehung von Depressionen oder Ängsten.

Auf dieser Informationsseite gehen wir auf die häufigsten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen in Verbindung mit Escitalopram ein. Sollten Sie eine der folgenden oder andere Nebenwirkungen beobachten, dann melden Sie diese bitte über unseren Meldeservice.

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Anwendung von Escitalopram

Bei depressiven Erkrankungen wird zu Therapiebeginn 1-mal täglich 1 Tablette zu 10 mg verordnet. Gegebenenfalls kann der Arzt entscheiden, die Dosis auf 20 mg täglich zu erhöhen.

Nehmen Sie die Tabletten zu einer festen Tageszeit mit einem Schluck Wasser ein. Sie können problemlos unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Für andere Erkrankungen oder Altersgruppen (wie Kinder und Jugendiche unter 18 Jahren, ältere Patienten über 65 Jahren) werden ggf. unterschiedliche Dosierungen empfohlen. Die exakte Dosierung und Behandlungsdauer sollten Sie immer mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Unwohlsein, Übelkeit, Kopfschmerzen - Die häufigsten Nebenwirkungen

Auftretende Nebenwirkungen sind bei Medikamenten unterschiedlich häufig. Escitalopram Nebenwirkungen werden online überdurchschnittlich häufig in Verbindung mit den Suchbegriffen Herz, Libido und Haut gesucht. Die offiziellen Einschätzungen zur Häufigkeit werden statistisch berechnet und finden sich im Beipackzettel wieder.

Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10) kann es zu den folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Unwohlsein
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen

1 bis 10 Behandelte von 100 sind z. B. häufig betroffen von:

  • Verstopfte oder laufende Nase
  • Verminderter oder gesteigerter Appetit
  • Angst
  • Ruhelosigkeit
  • Anormale Träume
  • Schlafschwierigkeiten
  • Schläfrigkeit
  • Schwindel
  • Gähnen
  • Zittern
  • Kribbeln der Haut
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Erbrechen
  • Mundtrockenheit
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • Verzögerter Samenerguss
  • Erektionsstörung
  • Minderung des sexuellen Interesses
  • Orgasmusstörungen
  • Müdigkeit
  • Fieber
  • Gewichtszunahme

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Escitalopram

1 bis 10 Behandelte von 1000 erleiden gelegentlich z.B.:

  • Nesselsucht, Ausschlag 
  • Juckreiz
  • Zähneknirschen
  • Nervosität
  • Panikattacken
  • Verwirrter Zustand
  • Schlafstörungen
  • Geschmacksstörungen
  • Ohnmacht
  • Erweiterte Pupillen
  • Sehstörungen
  • Klingeln in den Ohren (Tinnitus)
  • Haarausfall
  • Vaginale Blutungen
  • Gewichtsverlust
  • Schneller Herzschlag
  • Schwellung der Arme oder Beine
  • Nasenbluten

Es wurde in seltenen Fällen bei der Anwendung von Escitalopram auch folgende Nebenwirkungen beobachtet:

  • Aggression
  • Gefühl der Selbstentfremdung
  • Halluzinationen
  • Langsamer Herzschlag
  • Suizidgedanken
  • Natriumkonzentration im Blut zu gering
  • Unwohlsein
  • Muskelschwäche
  • Verwirrtheit
  • Schwindelgefühl beim Aufstehen aufgrund von niedrigem Blutdruck
  • Vermehrte Anzahl von Leberenzymen im Blut
  • Unwillkürliche Muskelbewegungen
  • Schmerzhafte Erektion
  • Blutungsstörungen
  • Haut- ode Schleimhautblutungen
  • Zu wenig Blutplättchen (Thrombozyten)
  • Plötzliche Schwellungen der Haut oder Schleimhaut
  • Vermehrtes Wasserlassen
  • Absonderung von Milch bei Frauen, obwohl diese nicht stillen
  • Stimmung, Antrieb und Aktivität stark erhöht (Manie)
  • Erhöhtes Risiko für Knochenbrüche
  • Veränderung des Herzrhythmus

Vorsicht bei diesen Escitalopram-Nebenwirkungen

Schwere Nebenwirkungen sind solche, die das Leben bedrohen, zu Langzeitschäden führen oder bei keiner bzw. zu später Erkenntnis tödlich enden können. 

Folgende Symptome können Anzeichen für schwere Nebenwirkungen sein:

  • Ungewöhnliche Blutungen
  • Magen-Darm-Blutungen
  • Schwellungen der Haut, der Zunge, der Lippen oder des Gesichts
  • Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken
  • Hohes Fieber
  • Unruhe
  • Verwirrtheit
  • Zittern
  • Plötzliche Muskelzuckungen
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Krämpfe
  • Gelbliche Verfärbung der Haut und des weißen Bereichs der Augen (Gelbsucht)
  • Schwellungen im Genitalbereich
  • Schneller und unregelmäßiger Herzschlag
  • Ohnmacht

Diese Symptome können Anzeichen u.a.von einer Herzrhythmusstörung, allergischen Reaktion oder Serotoninsyndrom (Botenstoff im Gehirn) sein. 

Wenn Sie diese Symptome bei sich beobachten, brechen Sie die Einnahme von Escitalopram sofort ab und halten Sie Rücksprache mit einem Arzt.

Besondere Warnhinweise bei Escitalopram

Escitalopram stellt ein besonderes Risiko bei folgenden Patientengruppen oder Vorerkrankungen dar:

  • Patienten, die den Wirkstoff Selegilin gegen Parkinson anwenden
  • Patienten, die den Wirkstoff Moclobemid gegen depressive Erkrankungen anwenden
  • Patienten, die den Wirkstoff Linezolid (Antibiotikum) anwenden
  • Herzrhythmusstörungen
  • Epilepsie
  • Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion
  • Diabetes
  • Natriumkonzentration im Blut zu gering
  • Gesteigerte Neigung zu Blutungen, Blutergüsse
  • Probleme mit dem Herzen
  • Niedriger Ruhepuls
  • Gestörte Herzschlagfrequenz
  • Probleme bei der Pupillenerweiterung
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre
  • Schwangerschaft und Stillzeit

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