Gabapentin - Nebenwirkungen und Erfahrungen

Artikel geprüft von: Dr. med. Maria Lutz

Gabapentin ist ein rezeptpflichtiges Medikament, das zur Behandlung von Epilepsie und lang anhaltenden Schmerzen, die durch Schädigung der Nerven verursacht werden, eingesetzt wird. Es enthält den gleichnamigen Wirkstoff Gabapentin und gehört zu der Gruppe Krampflöser (Antikonvulsiva). Der Wirkstoff verringert im Gehirn die unkontrollierte Weiterleitung von elektrischen Signalen in den Nervenzellen. Dadurch können Krämpfe, wie sie bei der Epilepsie auftreten, verhindert werden. Außerdem greift er in die Übermittlung von Signalen im Gehirn ein, indem er die Wirkung von anregend wirkenden Botenstoffen im Gehirn abschwächt.

Auf dieser Informationsseite gehen wir auf die häufigsten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen in Verbindung mit Gabapentin ein. Sollten Sie eine der folgenden oder andere Nebenwirkungen beobachten, dann melden Sie diese bitte über unseren Meldeservice.

Inhalte

MedWatcher logo

Jetzt NEU: Dein persönlicher MedWatcher für mehr Sicherheit im Leben. 

Der MedWatcher ist kostenfrei und unterstützt dich bei deiner optimalen Therapie!

  • Alle deine Medikamente überwachen
  • Automatische Sicherheitshinweise
  • Individuelle Nebenwirkungs-Profile
  • Vergleich mit anderen Patienten
  • Jederzeit Online-Hilfe bei Fragen

Anwendung von Gabapentin

Die Dosierung von Gabapentin ist individuell für Sie, durch Ihren Arzt, festgelegt. Die Dosierung von Gabapentin richtet sich nach dem Schweregrad Ihrer Erkrankung und dem jeweiligen Krankheitsstadium.

Jugendliche ab 12 Jahre und Erwachsene nehmen 3-mal täglich 1 Kapsel Gabapentin ein.

Nehmen Sie die Kapseln zu einer festen Tageszeit mit einem Glas Wasser ein. Sie können problemlos unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Für andere Erkrankungen oder Altersgruppen, wie beispielsweise bei Nervenschmerzen, werden ggf. unterschiedliche Dosierungen empfohlen. Die exakte Dosierung und Behandlungsdauer wird immer Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen besprechen.

Virusinfektionen, Benommenheit, Schwindelgefühl - Die häufigsten Nebenwirkungen

Auftretende Nebenwirkungen sind bei Medikamenten unterschiedlich häufig. Die offiziellen Einschätzungen zur Häufigkeit werden statistisch berechnet und finden sich im Beipackzettel wieder.

Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10) kann es zu den folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Virusinfektionen
  • Benommenheit
  • Schwindelgefühl
  • Fehlende Koordination
  • Müdigkeit
  • Fieber

1 bis 10 Behandelte von 100 sind z. B. häufig betroffen von:

  • Lungenentzündung
  • Infektionen der Atemwege
  • Harnwegsinfektionen
  • Ohrenentzündung
  • Sonstige Infektionen
  • Niedrige Zahl weißer Blutzellen
  • Appetitlosigkeit
  • Gesteigerter Appetit
  • Feindseligkeit gegenüber anderen Personen
  • Verwirrtheit
  • Stimmungsschwankungen
  • Depression
  • Angst
  • Nervosität
  • Denkstörungen
  • Krämpfe
  • Ruckartige Bewegungen
  • Sprachstörungen
  • Gedächtnisverlust
  • Zittern
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Empfindliche Haut
  • Vermindertes Empfindungsstörungen
  • Koordinationsstörungen
  • Ungewöhnliche Augenbewegung
  • Gesteigerte Reflexe
  • Verminderte Reflexe
  • Verschwommenes Sehen
  • Doppletsehen
  • Schwindel
  • Hoher Blutdruck
  • Erröten
  • Gefäßerweiterungen
  • Atembeschwerden
  • Bronchitis
  • Halsentzündung
  • Husten
  • Trockene Nase
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Probleme mit den Zähnen
  • Zahnfleischentzündung
  • Durchfall
  • Magenschmerzen
  • Verdauungsstörungen
  • Durchfall
  • Magenschmerzen
  • Trockener Mund
  • Trockener Hals
  • Blähungen
  • Anschwellen des Gesichts
  • Blutergüsse
  • Ausschlag
  • Juckreiz
  • Akne
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Muskelzucken
  • Erektionsstörungen
  • Schwellungen an Armen und Beinen
  • Schwierigkeiten beim Gehen
  • Schwäche
  • Schmerzen
  • Unwohlsein
  • Grippeähnliche Symptome
  • Abnahme der weißen Blutzellen
  • Gewichtszunahme
  • Unfallbedingte Verletzungen
  • Knochenbrüche
  • Hautabschürfungen

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Gabapentin

1 bis 10 Behandelte von 1000 erleiden gelegentlich z. B.:

  • Allergische Reaktionen
  • Nesselsucht
  • Bewegungsarmut
  • Herzrasen
  • Schwellungen, die Gesicht, Rumpf und Gliedmaßen betreffen können
  • Anormale Ergebnisse bei Blutuntersuchungen, die auf eine Störung der Leberfunktion hinweisen
  • Geistige Beeinträchtigung
  • Sturz
  • Erhöhung des Blutzuckerspiegels
  • Schluckbeschwerden
  • Chronische Unruhe
  • Nicht zweckmäßige Bewegungen

Es wurde in seltenen Fällen bei der Anwendung von Gabapentin auch folgende Nebenwirkungen beobachtet:

  • Verlust des Bewusstseins
  • Erniedrigung des Blutzuckerspiegels
  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • Oberflächliches Atmen

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten abschätzbar):

  • Verminderte Anzahl an Blutplättchen
  • Halluzinationen
  • Bewegungsstörungen wie Zusammenzucken
  • Ruckartige Bewegungen
  • Steifigkeit
  • Ohrgeräusche
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Fieber
  • Ausschlag
  • Entzündungen der Leber
  • Gelbfärbung von Haut und Augen
  • Akutes Nierenversagen
  • Inkontinenz
  • Zunahme von Brustgewebe
  • Vergrößerung der Brust
  • Absatzerscheinungen (Angst, Schlafstörungen,, Übelkeit, Schmerzen oder Schwitzen)
  • Brustschmerzen
  • Auflösung von Muskelfasern
  • Änderung in den Ergebnissen von Blutuntersuchungen
  • Sexuelle Funktiosstörungen
  • Unfähigkeit einen sexuellen Höhepunkt zu empfinden
  • Verspätete Ejakulation
  • Niedriger Natriumgehalt im Blut

Vorsicht bei diesen Gabapentin-Nebenwirkungen

Schwere Nebenwirkungen sind solche, die das Leben bedrohen, zu Langzeitschäden führen oder bei keiner bzw. zu später Erkenntnis tödlich enden können. 

Folgende Symptome können Anzeichen für schwere Nebenwirkungen sein:

  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • Schwellung der Lippen, der Zunge oder Rachens
  • Verengung der Atemwege
  • Atemprobleme
  • Atemnot
  • Niedriger Blutdruck
  • Schwerwiegende Hautreaktionen
  • Anhaltende Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Hautausschlag
  • Juckreiz
  • Fieber
  • Drüsenschwellung
  • Schwellungen der Zunge
  • Gelbliche Verfärbung der Haut und der Augen
  • Ungewöhnliche blaue Flecken der Haut oder Blutungen
  • Starke Müdigkeit
  • Schwäche
  • Unerwartete Muskelschmerzen
  • Häufige Infektionen

Diese Symptome können u. a. Anzeichen einer allergischen Reaktion, einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder einer Leberentzündung sein.

Wenn Sie diese Symptome bei sich beobachten, halten Sie sofort Rücksprache mit einem Arzt.

Besondere Warnhinweise bei Gabapentin

Gabapentin stellt ein besonderes Risiko bei folgenden Patientengruppen oder Vorerkrankungen dar:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
  • Kinder unter 6 Jahren
  • Ältere Patienten über 65 Jahre
  • Bestehende, bekannte Allergien gegen die Inhaltsstoffe
  • Absence, als spezielle Form der Epilepsie
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse, im akuten Zustand
  • Eingeschränkte Nierenfunktion
  • Dialyse-Behandlung
  • Muskelschmerzen
  • Schwäche
  • Anhaltende Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Mit folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:

  • Arzneimittel, die Opioide wie Morphin enthalten
  • Antazida gegen Magenverstimmung
  • Antibabypille

Inhalte

Jetzt NEU: Dein persönlicher MedWatcher für mehr Sicherheit im Leben. 

MedWatcher logo

Der MedWatcher ist kostenfrei und unterstützt dich bei deiner optimalen Therapie!

  • Alle deine Medikamente überwachen
  • Automatische Sicherheitshinweise
  • Individuelle Nebenwirkungs-Profile
  • Vergleich mit anderen Patienten
  • Jederzeit Online-Hilfe bei Fragen

Gabapentin kann Schwindel, Benommenheit und Müdigkeit hervorrufen. Sie sollten kein Fahrzeug führen, komplizierte Maschinen bedienen oder andere möglicherweise gefährliche Tätigkeiten ausüben, bis Sie wissen, ob dieses Arzneimittel Ihre Fähigkeit zu solchen Handlungen beeinflusst.

Meine Nebenwirkung online melden

Sie leiden unter Nebenwirkungen durch eines Ihrer Medikamente oder haben einen Verdacht? Melden Sie Ihre Beschwerden jetzt diskret online und tragen Sie aktiv zur Arzneimittelsicherheit für sich und andere bei.

Ihre Daten werden zu 100% vertraulich behandelt