Humira - Nebenwirkungen und Erfahrungen

Artikel geprüft von: Dr. med. Maria Lutz

Humira ist ein rezeptpflichtiges Medikament, das zur Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa), zur Behandlung von Schuppenflechte, Akne inversa, nicht infektiösen Entzündungen der mittleren Augenhaut und weiten entzündlichen Erkrankungen eingesetzt wird. Es enthält den Wirkstoff Adalimumab und gehört zu der Gruppe monoklonale Antikörper. Humira ein monoklonaler Antikörper. Der Wirkstoff Adalimumab hemmt entzündliche Prozesse im Immunsystem, indem er an den Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-α) bindet und dessen Wirkung ausschaltet. In Folge werden weniger Entzündungsbotenstoffe ausgeschüttet.

Auf dieser Informationsseite gehen wir auf die häufigsten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen in Verbindung mit Humira ein. Sollten Sie eine der folgenden oder andere Nebenwirkungen beobachten, dann melden Sie diese bitte über unseren Meldeservice.

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Anwendung von Humira

Humira ist eine Injektionslösung und wird entweder als Pen oder Fertigspritze verordnet. Humira wird, in regelmäßigen Abständen, unter die Haut gespritzt. Humira ist in verschiedenen Wirkstoffstärken im Handel. Es gibt Fertigspritzen/ Pens mit 20,40 oder 80 Milligramm Adalimumab als Wirkstoff. Für eine exakte Dosierung von Humira lesen Sie bitte den Originalbeipackzettel aufmerksam durch. Bei bestehenden Fragen zur Dosierung wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.

Bei Morbus Crohn Anfangsdosis wenden Sie  80 mg Adalimumab in der 1. Spritz an. Als Dauerdosis werden alle 2 Wochen 40 mg Adalimumab verordnet.

Für andere Erkrankungen oder Altersgruppen, wie beispielsweise bei Schuppenflechte, Akne inversa oder nicht infektiöser Entzündung der mittleren Augenhaut, werden ggf. unterschiedliche Dosierungen empfohlen. Die exakte Dosierung und Behandlungsdauer wird immer Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen besprechen.

Reaktionen an der Einstichstelle, Infektionen der Atemwege, Erkältung - Die häufigsten Nebenwirkungen

Auftretende Nebenwirkungen sind bei Medikamenten unterschiedlich häufig. Humira Nebenwirkungen werden online überdurchschnittlich häufig in Verbindung mit den Suchbegriffen Haarausfall und Hautausschlag gesucht. Die offiziellen Einschätzungen zur Häufigkeit werden statistisch berechnet und finden sich im Beipackzettel wieder.

Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10) kann es zu den folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Reaktionen an der Injektionsstelle (einschließlich Schmerz, Schwellung, Rötung oder Juckreiz)
  • Infektionen der Atemwege
  • Erkältung
  • Fließschnupfen
  • Infektion der Nasennebenhöhlen
  • Lungenentzündung
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hautausschlag
  • Schmerzen in Muskeln und Knochen
  • Verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen
  • Verringerte Anzahl roter Blutkörperchen
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Erhöhte Werte für Leberenzyme

1 bis 10 Behandelte von 100 sind z. B. häufig betroffen von:

  • Schwere Infektionen (einschließlich Blutvergiftung und Virusgrippe)
  • Infektionen der Haut (einschließlich Entzündung des Unterhautzellgewebes und Gürtelrose)
  • Infektionen des Ohres
  • Infektionen des Mundes
  • Zahninfektionen
  • Fieberbläschen
  • Infektionen der Fortpflanzungsorgane
  • Harnwegsinfektion
  • Pilzinfektionen
  • Gelenkinfektionen
  • Gutartige Tumoren
  • Hautkrebs
  • Allergische Reaktionen (einschließlich durch Jahreszeiten bedingte Allergie)
  • Flüssigkeitsverlust
  • Stimmungsschwankungen
  • Depression
  • Angstgefühl
  • Schlafstörungen
  • Empfindungsstörungen
  • Kribbeln
  • Prickeln
  • Taubheitsgefühl
  • Migräne
  • Hexenschuss
  • Rückenschmerzen
  • Beinschmerzen
  • Sehstörungen
  • Augenentzündung
  • Entzündung des Augenlides und Anschwellen des Auges
  • Schwindel
  • Herzrasen
  • Hoher Blutdruck
  • Plötzliches Erröten
  • Blutergüsse
  • Husten
  • Asthma
  • Kurzatmigkeit
  • Magen-Darmblutungen
  • Verdauungsstörung
  • Magenverstimmung
  • Blähungen
  • Sodbrennen
  • saures Aufstoßen
  • Trockenes Auge
  • Trockener Mund
  • Juckreiz;
  • Juckender Hautausschlag
  • Blaue Flecken
  • Entzündung der Haut (Ekzeme)
  • Brüchige Finger- und Fußnägel
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Haarausfall
  • Neuer Ausbruch oder Verschlechterung von Schuppenflechte
  • Muskelkrämpfe
  • Blut im Urin
  • Nierenprobleme
  • Schmerzen im Brustraum
  • Wasseransammlungen (Ödeme)
  • Fieber
  • Verringerung der Blutplättchen, dadurch erhöhtes Risiko für Blutungen oder blaue Flecken
  • Verzögerte Wundheillung
  • Erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen
  • Verringerte Anzahl von Blutplättchen
  • Erhöhte Harnsäurewerte
  • Abnormale Blutwerte für Natrium
  • Niedrige Blutwerte für Calcium
  • Niedrige Blutwerte für Phosphat
  • Hohe Blutzuckerwerte
  • Hohe Blutwerte für Lactatdehydrogenase
  • Nachweis von Autoantikörpern im Blut

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Humira

1 bis 10 Behandelte von 1000 erleiden gelegentlich z. B.:

  • Tuberkulose und andere Infektionen, die auftreten, wenn die Widerstandskraft gegenüber Krankheiten vermindert ist
  • Neurologische Infekte
  • Virale Hirnhautentzündung
  • Augeninfektionen
  • Bakterielle Infektionen
  • Entzündung und Infektion des Dickdarms
  • Krebs
  • Krebs, der das Lymphsystem betrifft
  • Melanome
  • Immunstörungen, welche die Lunge, Haut und Lymphknoten betreffen können
  • Entzündung der Blutgefäße
  • Zittern (Tremor)
  • Nervenerkrankungen (Neuropathie)
  • Schlaganfall
  • Doppeltsehen
  • Hörverlust
  • Ohrensausen
  • Unregelmäßiger Herzschlag, wie z. B. übersprungene Schläge
  • Herzprobleme, die zu Kurzatmigkeit und Anschwellen der Fußknöchel führen können
  • Herzinfarkt
  • Eine Ausbuchtung in der Wand einer Hauptarterie, Entzündung und Blutgerinnsel in einer Vene, Verstopfung eines Blutgefäßes
  • Lungenerkrankungen, die sich in Kurzatmigkeit äußern
  • Lungenentzündung
  • Lungenembolie
  • Nicht normale Ansammlung von Flüssigkeit in der Umgebung der Lunge
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die starke Schmerzen im Bauchraum und Rücken verursacht
  • Schluckstörungen
  • Gesichtsschwellung
  • Gallenblasenentzündung
  • Gallensteine
  • Fettleber
  • Nächtliches Schwitzen
  • Narbenbildung
  • Abnormaler Muskelabbau
  • Systemischer Lupus erythematodes (einschließlich Entzündung von Haut, Herz, Lunge, Gelenken und anderen Organen)
  • Schlafstörungen
  • Impotenz
  • Entzündungen

Es wurde in seltenen Fällen bei der Anwendung von Humira auch folgende Nebenwirkungen beobachtet:

  • Leukämie (Krebs, der das Blut und das Knochenmark betrifft)
  • Schwere allergische Reaktionen mit Schock
  • Multiple Sklerose
  • Entzündung des Augennervs
  • Kribbeln in Armen und Oberkörper
  • Herzstillstand
  • Narbenbildung in der Lunge
  • Darmwanddurchbruch
  • Leberentzündung
  • Erneuter Ausbruch von Hepatitis B
  • Entzündung der Leber, die durch das körpereigene Immunsystem ausgelöst wird (Autoimmunhepatitis)
  • Entzündung der Blutgefäße der Haut
  • Stevens-Johnson-Syndrom (frühe Anzeichen sind Unwohlsein, Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschlag)
  • Gesichtsschwellung in Verbindung mit allergischen Reaktionen
  • Entzündlicher Hautausschlag
  • Lupus-ähnliche Krankheitserscheinung
  • Verringerte Anzahl weißer und roter Blutkörperchen und geringe Zahl an Blutplättchen

Nicht bekannt (die Häufigkeit kann von den verfügbaren Daten nicht abgeleitet werden):

  • Hepatosplenales T-Zell-Lymphom (ein selten auftretender Blutkrebs, der oft tödlich ist)
  • Merkelzellkarzinom (eine Art von Hautkrebs)
  • Leberversagen
  • Verschlechterung einer sogenannten Dermatomyositis (tritt als Hautausschlag in Verbindung mit Muskelschwäche in Erscheinung)

 

Vorsicht bei diesen Humira-Nebenwirkungen

Schwere Nebenwirkungen sind solche, die das Leben bedrohen, zu Langzeitschäden führen oder bei keiner bzw. zu später Erkenntnis tödlich enden können. 

Folgende Symptome können Anzeichen für schwere Nebenwirkungen sein:

  • Starker Hautausschlag
  • Nesselsucht
  • Schwellung im Gesicht, an Händen oder an Füßen
  • Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken
  • Kurzatmigkeit bei Belastung oder im Liegen
  • Anzeichen einer Infektion wie Fieber
  • Krankheitsgefühl
  • Wunden
  • Zahnprobleme
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Gefühl der Schwäche oder Müdigkeit
  • Husten
  • Kribbeln
  • Taubheit
  • Doppeltsehen
  • Schwäche in Armen oder Beinen
  • Eine Beule oder offene Stellen, die nicht abheilen
  • Brustschmerzen
  • Keuchen
  • Schwindelgefühl
  • Schwellungen
  • Hautausschlag
  • Fieber
  • Blutergüsse
  • Blutungen
  • Blässe

Diese Symptome können u. a. Anzeichen einer schweren Erkrankung, einer allergischen Reaktion oder einer veränderten Blutzusammensetzung sein.

Wenn Sie diese Symptome bei sich beobachten, halten Sie sofort Rücksprache mit einem Arzt.

Besondere Warnhinweise bei Humira

Humira stellt ein besonderes Risiko bei folgenden Patientengruppen oder Vorerkrankungen dar:

  • Bestehende, bekannte Allergie gegen die Inhaltsstoffe
  • Allergien gegen Latex
  • Aktuelle Infektionen
  • Fieber
  • Wunden
  • Abgeschlagenheit
  • Zahnprobleme
  • Multiple Sklerose
  • Entzündung des Augennervs
  • Herzschwäche
  • Tuberkulose
  • Hepatitis B

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln:

  • Humira kann mit Sulfasalazin, Hydroxychlorchinin, Leflunomid und injizierbare Goldpräparaten mit Steroiden oder Schmerzmitteln angewendet werden
  • Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge und Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen
  • Bei Patientinnen: bitte benutzen sie Kondome als Verhütungsmittel während der Anwendung von Humira und noch darüber hinaus

 

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Hinweise zur Lagerung:

  • Humira ist im Kühlschrank (2 bis 8 Grad)  zu lagern.  Humira darf nicht eingefroren werden. Humira ist in der Originalverpackung aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen

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