Mirtazapin - Nebenwirkungen und Erfahrungen

Artikel geprüft von: Dr. med. Maria Lutz

Mirtazapin ist ein rezeptpflichtiges Medikament, das zur Behandlung von depressiven Erkrankungen von Erwachsenen eingesetzt wird. Es enthält den gleichnamigen Wirkstoff Mirtazapin und gehört zu der Gruppe Antidepressiva (Noradrenalin-Serotonin-Wiederaufnahmehemmer). Mirtazapin greift in die Übermittlung von Signalen im Gehirn ein, indem es die Wirkungsdauer von stimmungsaufhellend wirkenden Botenstoffen im Gehirn erhöht. Dadurch wird Depressionen entgegengewirkt.

Auf dieser Informationsseite gehen wir auf die häufigsten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen in Verbindung mit Mirtazapin ein. Sollten Sie eine der folgenden oder andere Nebenwirkungen beobachten, dann melden Sie diese bitte über unseren Meldeservice.

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Anwendung von Mirtazapin

Zu Therapiebeginn wird Erwachsenen mit Depressionen üblicherweise 1-mal bis 3-mal täglich 1 Tablette Mirtazapin zu 15 mg verordnet. Dies entspricht einer Dosierung von 15 bis 45 mg Mirtazapin pro Tag. Ihr Arzt kann Ihnen empfehlen, die Dosis nach einigen Tagen auf die Menge zu erhöhen, die für Sie am besten ist.

Nehmen Sie die Tabletten zu einer festen Tageszeit mit einem Glas Wasser ein. Sie können problemlos unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Mirtazapin beginnt normalerweise nach 1 bis 2 Wochen zu wirken und nach 2 bis 4 Wochen bemerken Sie erste Besserungen Ihrer Symptome.

Für andere Erkrankungen oder Altersgruppen wie Beispielsweise bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen oder Nierenfunktionsstörungen werden ggf. unterschiedliche Dosierungen empfohlen. Die exakte Dosierung und Behandlungsdauer sollten Sie immer mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Verstärkter Appetit,Gewichtszunahme, Schläfrigkeit - Die häufigsten Nebenwirkungen

Auftretende Nebenwirkungen sind bei Medikamenten unterschiedlich häufig. Mirtazapin Nebenwirkungen werden online überdurchschnittlich häufig in Verbindung mit dem Suchbegriff Zittern gesucht. Die offiziellen Einschätzungen zur Häufigkeit werden statistisch berechnet und finden sich im Beipackzettel wieder.

Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10) kann es zu den folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Verstärkter Appetit
  • Gewichtszunahme
  • Schläfrigkeit
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Trockener Mund

1 bis 10 Behandelte von 100 sind z. B. häufig betroffen von:

  • Teilnahmslosigkeit
  • Schwindel
  • Wackeligkeit
  • Zittern
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Verstopfung
  • Hautausschlag
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Schwindel
  • Ohnmacht beim plötzlichen Aufstehen
  • Schwellung der Knöchel durch Wassereinlagerungen
  • Schwellung der Füße durch Wassereinlagerungen
  • Ödeme
  • Müdigkeit
  • Lebhafte Träume
  • Verwirrtheit
  • Angst
  • Schlafstörungen
  • Gedächtnisprobleme, die in den meisten Fällen nach Behandlungsende abklingen

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Mirtazapin

1 bis 10 Behandelte von 1000 erleiden gelegentlich z. B.:

  • Kribbeln der Haut
  • Stechen der Haut
  • Kitzeln der Haut
  • Brennen der Haut
  • Unruhige Beine
  • Ohnmacht
  • Taubheitsgefühl im Mund
  • Niedriger Blutdruck
  • Albträume
  • Gefühl der Ruhelosigkeit
  • Halluzinationen
  • Bewegungsdrang

Es wurde in seltenen Fällen bei der Anwendung von Mirtazapin auch folgende Nebenwirkungen beobachtet:

  • Muskelzuckungen
  • Muskelkontraktionen
  • Aggression
  • Bauchschmerzen und Übelkeit, die auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse hinweisen können
  • Anomale Empfindungen im Mund
  • Schwellung im Mund
  • Schwellungen am gesamten Körper
  • Örtlich begrenzte Schwellungen
  • Erniedrigter Natriumgehalt des Blutes
  • Unangemessene antidiuretische Hormonsekretion (Hormon, das für die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts verantwortlich ist)
  • Schwere Hautreaktionen mit Blasenbildung der Haut
  • Schlafwandeln
  • Sprachstörungen
  • Muskelschmerzen mit Steifigkeit und/ oder Schwäche
  • Dunkel oder verfärbter Urin
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt)
  • Erhöhte Enzymwerte (Kreatinkinase) im Blut

Vorsicht bei diesen Mirtazapin-Nebenwirkungen

Schwere Nebenwirkungen sind solche, die das Leben bedrohen, zu Langzeitschäden führen oder bei keiner bzw. zu später Erkenntnis tödlich enden können.

Folgende Symptome können Anzeichen für schwere Nebenwirkungen sein:

  • Gefühl freudiger Erregung oder der Hochstimmung
  • Gelbfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht)
  • Häufigere Infektionen
  • Krampfanfälle
  • Unerklärliches Fieber
  • Schwitzen
  • Beschleunigter Herzschlag
  • Durchfall
  • Muskelkontraktionen
  • Schüttelfrost
  • Übersteigerte Reflexe
  • Ruhelosigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Ohnmacht
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Selbstverletzung
  • Selbstmordgedanken
  • Rötliche Flecken am Rumpf
  • Abschälen der Haut
  • Geschwüre im Mund, im Rachen, in der Nase, an den Genitalien und an den Augen
  • Grippeartige Symptome
  • Großflächiger Hautausschlag
  • Hohe Körpertemperatur
  • Vergrößerte Lymphknoten

Diese Symptome können u. a. Anzeichen einer Manie, einer Leberfunktionsstörung, einem Mangel an bestimmten Blutzellen, einer Epilepsie, eines Serotonin-Syndroms, eines Steven-Johnson-Syndroms oder einer Arzneimittel- Überempfindlichkeit sein.

Wenn Sie diese Symptome bei sich beobachten, brechen Sie die Einnahme von Mirtazapin sofort ab und halten Sie Rücksprache mit einem Arzt.

Besondere Warnhinweise bei Mirtazapin

Mirtazapin stellt ein besonderes Risiko bei folgenden Patientengruppen oder Vorerkrankungen dar:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
  • Bestehende Allergien gegen den Wirkstoff Mirtazapin
  • Patienten mit Selbstmordgedanken
  • Verschlimmerung einer Depression
  • Epilepsie
  • Leberfunktionsstörungen
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Herzerkrankungen
  • Niedriger Blutdruck
  • Schizophrenie
  • Manisch-depressive Erkrankungen
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Augenerkrankungen
  • Erhöhter Augeninnendruck
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Bestehendes Fieber, Halsschmerzen und Geschwüre im Mund

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