Prasugrel - Nebenwirkungen und Erfahrungen

Artikel geprüft von: Dr. med. Maria Lutz

Prasugrel ist ein rezeptpflichtiges Medikament, das zur Behandlung des Herzinfarktes und der Herzenge (Angina pectoris) eingesetzt wird. Es enthält den Wirkstoff Prasugrelbesilat und gehört zu der Gruppe Thrombozytenaggregationshemmer. Prasugrel verhindert das Verklumpen von Blutplättchen und dadurch die mögliche Bildung von Blutgerinnseln in den Blutgefäßen. Prasugrel dient der Vorbeugung vor Herzinfarkten.

Auf dieser Informationsseite gehen wir auf die häufigsten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen in Verbindung mit Prasugrel ein. Sollten Sie eine der folgenden oder andere Nebenwirkungen beobachten, dann melden Sie diese bitte über unseren Meldeservice.

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Anwendung von Prasugrel

Die übliche Prasugrel Dosis ist 1-mal täglich 10 mg. Ihre Behandlung wird mit einer einmaligen Dosis in Höhe von 60 mg begonnen.

Nehmen Sie die Tabletten zu einer festen Tageszeit mit einem Schluck Wasser ein. Sie können problemlos unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Für andere Erkrankungen oder Altersgruppen werden ggf. unterschiedliche Dosierungen empfohlen. Die exakte Dosierung und Behandlungsdauer sollten Sie immer mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Magenblutung, Darmblutung, Blutung an Nadeleinstichstelle - Die häufigsten Nebenwirkungen

Auftretende Nebenwirkungen sind bei Medikamenten unterschiedlich häufig.. Die offiziellen Einschätzungen zur Häufigkeit werden statistisch berechnet und finden sich im Beipackzettel wieder.

Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10) kann es zu den folgenden Nebenwirkungen kommen:

Laut Beipackzettel sind keine sehr häufigen Nebenwirkungen bekannt.

1 bis 10 Behandelte von 100 sind z. B. häufig betroffen von:

  • Magen- oder Darmblutung
  • Blutung an der Nadeleinstichstelle
  • Nasenbluten
  • Hautausschlag
  • Kleine rote Flecken auf der Haut
  • Blut im Urin
  • Blutung unter der Haut an der Einstichstelle (Hämatome)
  • Geschwollener Muskel an der Einstichstelle
  • Blutarmut

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Prasugrel

1 bis 10 Behandelte von 1000 erleiden gelegentlich z. B.:

  • Allergische Reaktion (Hautausschlag, Jucken, geschwollene Lippen/  Zunge oder Kurzatmigkeit)
  • Augenblutung
  • Enddarmblutung
  • Zahnfleischblutung
  • Bauchraumblutung im Bereich der inneren Organe
  • Blutungen nach Operationen
  • Bluthusten
  • Blut im Stuhl

Es wurde in seltenen Fällen bei der Anwendung von Prasugrel auch folgende Nebenwirkungen beobachtet:

  • Niedrige Blutplättchenanzahl
  • Blutungen unter der Haut, die zu Schwellungen führt

Vorsicht bei diesen Prasugrel-Nebenwirkungen

Schwere Nebenwirkungen sind solche, die das Leben bedrohen, zu Langzeitschäden führen oder bei keiner bzw. zu später Erkenntnis tödlich enden können. 

Folgende Symptome können Anzeichen für schwere Nebenwirkungen sein:

  • Plötzliche Taubheit oder Schwäche im Arm, Bein oder Gesicht, vor allem, wenn nur eine Körperseite betroffen ist
  • Plötzliche Verwirrung, Schwierigkeiten beim Sprechen oder beim Verstehen anderer
  • Plötzliche Schwierigkeiten beim Gehen oder Gleichgewichts- oder Koordinationsverlust
  • Plötzlicher Schwindel oder schwere Kopfschmerzen mit unbekannter Ursache
  • Fieber und Blutergüsse, die als stecknadelkopfgroße, rote Punkte auf der Haut auftreten mit oder ohne unerklärlicher extremer Müdigkeit
  • Verwirrung
  • Gelbfärbung der Haut und der Augen (Gelbsucht)
  • Hautausschlag mit Juckreiz
  • Geschwollenes Gesicht, geschwollene Lippen, Zunge oder Kurzatmigkeit
  • Blut im Urin
  • Enddarmblutung
  • Blut im Stuhl (Verdauung)
  • Schwarzer Stuhl
  • Unkontrollierbare Blutung z.B. aus einer Schnittwunde

Diese Symptome können u. A. Anzeichen für einen Schlaganfall, Blutungen oder schwerwiegende allergische Reaktion sein

Wenn Sie diese Symptome bei sich beobachten, brechen Sie die Einnahme von Prasugrel sofort ab und halten Sie Rücksprache mit einem Arzt.

Besondere Warnhinweise bei Prasugrel

Prasugrel stellt ein besonderes Risiko bei folgenden Patientengruppen oder Vorerkrankungen dar:

  • Magen- oder Darmblutung
  • Schlaganfall
  • Durchblutungsstörung des Gehirns
  • Schwere Lebererkrankung
  • Ältere Personen über 75 Jahren
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Körpergewicht unter 60 kg

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