Remdesivir - Nebenwirkungen und Erfahrungen

Artikel geprüft von: Dr. med. Maria Lutz

Remdesivir ist ein rezeptpflichtiges Medikament, das zur Behandlung einer Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) eingesetzt wird. Es ist für Erwachsene und Jugendliche geeignet. Es wird nur bei Patienten angewendet, die einhergehend zu COVID-19 an einer Lungenentzündung erkrankt sind und zusätzlichen Sauerstoff benötigen, aber nicht beatmungspflichtig sind.  Es enthält den Wirkstoff  Remdesivir und gehört zu der Gruppe der Virostatika. Nach einer Infektion mit COVID-19, reproduziert sich das Virus im befallenen Organismus weiter. Bei diesem Prozess baut das Enzym RNA-Polymerase verschiedene Bestandteile des Virus-Erbguts zu einem neuen funktionsfähigen Strang zusammen. Remdesivir ähnelt einem dieser  Bausteine, dem Adenin, sodass es von der RNA-Polymerase fälschlicherweise in den RNA-Strang, dem Erbgut des Virus, eingebaut wird. Somit werden keine neuen funktionsfähigen RNA-Stränge des Virus gebildet und die Vermehrung des Virus im Körper wird gehemmt.

Auf dieser Informationsseite gehen wir auf die häufigsten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen in Verbindung mit Remdesivir ein. Sollten Sie eine der folgenden oder andere Nebenwirkungen beobachten, dann melden Sie diese bitte über unseren Meldeservice.

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Anwendung von Remdesivir

Remdesivir darf nur in klinischen Einrichtungen angewendet werden, in denen die Patienten engmaschig überwacht werden können.

Die Therapiedauer umfasst mindestens 5 Tage und überschreitet i.d.R. nicht mehr als 10 Tage.

Am ersten Tag wird eine einmalige Initialdosis von 200 mg Remdesivir als intravenöse Infusion über 30 min bis 120 min verabreicht.  Ab dem zweiten Tag der Behandlung werden 100 mg Remdesivir als intravenöse Infusion einmal täglich über 30 min -120 min verabreicht.

Remdesivir sollte am Tag der Anwendung unter aseptischen Bedingungen zubereitet werden. Remdesivir muss vor der Anwendung einer Sichtprüfung auf Partikel und Verfärbung unterzogen werden, sofern die Lösung und das Behältnis dies zulassen. Danach wird Remdesivir in einer isotonischen Natriumchloridlösung verdünnt und 30 min bis 120 min intravenös als Infusion verabreicht. Nach Abschluss der Infusion ist eine Durchspülung mit 30 ml isotonischer Natriumchloridlösung durchzuführen.

Für andere Erkrankungen, wie beispielsweise bei starker Nierenfunktionsstörung oder bei Kindern, werden ggf. unterschiedliche Dosierungen empfohlen. Die exakte Dosierung und Behandlungsdauer wird immer Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen besprechen.

Erhöhte Transaminasen, Übelkeit, Kopfschmerzen - Die häufigsten Nebenwirkungen

Auftretende Nebenwirkungen sind bei Medikamenten unterschiedlich häufig. Die offiziellen Einschätzungen zur Häufigkeit werden statistisch berechnet und finden sich im Beipackzettel wieder.

Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10) kann es zu den folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Erhöhte Transaminasen (bestimmte Art von Enzymen)

1 bis 10 Behandelte von 100 sind z. B. häufig betroffen von:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Hautausschlag

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Remdesivir

1 bis 10 Behandelte von 1000 erleiden gelegentlich z. B.:

Laut Beipackzettel sind keine gelegentlichen Nebenwirkungen bekannt.

Es wurde in seltenen Fällen bei der Anwendung von Remdesivir auch folgende Nebenwirkungen beobachtet:

  • Überempfindlichkeitsreaktion
  • Infusionsbedingte Reaktion

Vorsicht bei diesen Remdesivir-Nebenwirkungen

Schwere Nebenwirkungen sind solche, die das Leben bedrohen, zu Langzeitschäden führen oder bei keiner bzw. zu später Erkenntnis tödlich enden können.

Folgende Symptome können Anzeichen für schwere Nebenwirkungen sein:

  • Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge und Hals
  • Hypotonie
  • Hypertonie
  • Tachykardie
  • Bradykardie
  • Hypoxie
  • Dyspnoe
  • Keuchen
  • Ausschlag
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Diaphorese
  • Schüttelfrost
  • Hautrötungen
  • Fieber
  • Anstieg der Alanin-Aminotransferase (ALT)-Wert über mindestens den 5-Fachen Wert der normalen Obergrenze
  • Anstieg des Alanin-Aminotransferase (ALT)-Werts einhergehend mit Anzeichen oder Symptomen einer Leberentzündung oder ansteigendem Bilirubin, ansteigender alkalischer Phosphatase oder einer ansteigenden internationalen normalisierten Ratio (INR)

Diese Symptome können u. a. Anzeichen einer anaphylaktischen und infusionsbedingten Reaktion oder einer Leberbeinträchtigung sein.

Wenn Sie diese Symptome bei sich beobachten, brechen Sie die Einnahme von Remdesivir sofort ab und halten Sie Rücksprache mit einem Arzt.

Besondere Warnhinweise bei Remdesivir

Remdesivir  stellt ein besonderes Risiko bei folgenden Patientengruppen oder Vorerkrankungen dar:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Niereninsuffizienz, besonders wenn eGFR < 30 ml/min
  • Schwere Nierenfunktionsstörung
  • Schwere Leberfunktionsstörung
  • Körpergewicht < 40 kg
  • Alter < 12 Jahre
  • Gleichzeitige Anwendung von Chloroquinphosphat
  • Gleichzeitige Anwendung von Hydoxychloroquin-Sulfat
  • Medikamente, die starke Induktoren des P-Glykoprotein-Transporter P-gp sind (wie Rifampicin)
  • Medikamente, die Substrate von CYP3A4, CYP1A2, OATP 1B1/ 1B3,  sind Midazolam oder Theophyllin
  • Patienten, die einen im Vergleich zu der normalen Obergrenze mindestens 5-Fach erhöhten Alanin-Aminotransferase (ALT)-Wert haben
  • Pitavastatin

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