Montelukast: US-amerikanische Behörde warnt vor schweren psychischen Nebenwirkungen

Die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der USA (Food and Drug Administration, kurz: FDA) warnt vor den schwerwiegenden psychischen Nebenwirkungen, die bei der Einnahme des Wirkstoffs Montelukast auftreten können. Das geht aus einer Analyse verschiedener Studien hervor. Auch Tierversuche mit Ratten haben gezeigt, dass der Wirkstoff das Gehirn erreicht.

Was ist Montelukast?

Montelukast ist ein sogenannter Leukotrien-Antagonist.

Leukotriene sind Botenstoffe, die aus den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) freigesetzt werden bei Reizen wie Hausstaub, Pollen oder kalter Luft, wovon besonders Allergiker und Asthma-Patienten betroffen sind. Sie verengen die Bronchien und führen zu vermehrter Schleimbildung.

Leukotrien-Antagonisten blockieren die Rezeptoren, an denen die Leukotriene andocken, und erweitern die Bronchien, bekämpfen die Entzündung in der Lunge und wirken der Verengung der Atemwegsmuskulatur entgegen. Symptome wie Husten, ein ständiges Engegefühl und eine verminderte Sauerstoffzufuhr durch Atemprobleme werden vermindert und die Funktion der Lungen verbessert. 

Montelukast ist ein solcher Wirkstoff, der zur Behandlung von chronischem Bronchialasthma, zur Vorbeugung bei Belastungsasthma oder bei Heuschnupfen (allergischer Rhinitis) eingesetzt wird. Es ist in dem Medikament Singulair und entsprechenden Generika (z. B. Montelair, Montelukast oder MonteluBronch) enthalten.

Diese Medikamente werden nicht nur bei Erwachsenen, sondern bereits bei Kindern, die älter als 1 Jahr sind, angewendet. Gerade bei Heuschnupfen sind sie für viele Patienten ein ständiger Begleiter, da die durch den Pollenflug ausgelösten Symptome wie eine juckende Nase, das Naselaufen oder eine Behinderung der Nasenatmung von ihnen abgemildert werden können.

Warnung vor schweren Nebenwirkungen bei Montelukast

Insbesondere bei milden Asthma-Symptomen und leichtem Heuschnupfen wird jetzt von einer Therapie mit diesem Wirkstoff abgeraten. Zu schwerwiegend seien die möglichen psychischen Nebenwirkungen, die mit der Einnahme einhergehen können. Das Risiko der unerwünschten Wirkungen übersteige deutlich den Nutzen.

Die FDA warnt vor diesen Nebenwirkungen:

  • Depression
  • Suizidgedanken
  • Suizidalen Handlungen
  • Aggressivem Verhalten
  • Angstgefühle
  • Halluzinationen
  • Unruhe
  • Gedächtnisstörungen
  • Schlafbeschwerden
  • Unkontrollierten Muskelbewegungen
  • Desorientierung
  • Stottern
  • Zittern
  • Irritabilität
  • Schlafwandeln

Das sind mögliche Alternativen zu Montelukast

Die Nebenwirkungen können auch nach Beendigung der Einnahme Montelukast-haltiger Medikamente fortbestehen und sogar erst nach Behandlungsende auftreten.

Deshalb sollten betroffene Patienten auf Ausweichpräparate umsteigen. Montelukast-haltige Arzneimittel dürfen nur noch in besonderen Ausnahmefällen Anwendung finden, wenn andere Antiallergika nicht vertragen werden oder die Symptome so ausgeprägt sind, dass ein Montelukast-haltiger Wirkstoff unverzichtbar ist. Empfohlene Ausweichpräparate bei Pollenallergien sind Antihistaminika (1 – 4) und Kortikoide (5 -6) wie

  1. Loratadin
  2. Cetrizin
  3. Levocetrizin
  4. Fexofenadin
  5. Triamcinolon
  6. Budesonid

Melden Sie Ihre Nebenwirkungen!

Ihre Mitarbeit ist wichtig! Selbst Jahre nach der Zulassung sind längst nicht alle Nebenwirkungen bekannt. Auch Wechselwirkungen nicht. Wann immer Sie den Verdacht haben, an Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen unter der Einnahme von montelukast-haltigen Präparaten oder anderen Medikamenten zu leiden, sollten Sie diese umgehend melden. Oftmals reichen wenige Meldungen aus, um die Öffentlichkeit über schwere Vorkommnisse zu informieren und Beipackzettel zukünftig zu aktualisieren, wie etwa die Rote-Hand-Briefe wirkungsvoll zeigen. 

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