Rheuma Corona

Neue Corona-Empfehlungen für Rheuma-Patienten

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hat neue Behandlungsempfehlungen für Patienten veröffentlicht. Diese wurden auf Grundlage von Fallberichten, Studien und weiteren erhobenen Daten ausgesprochen.

Was die Experten Betroffenen raten, lesen Sie hier.

7 Empfehlungen für Rheuma-Patienten

Das sind die wichtigsten Regeln für Rheuma-Patienten im Umgang mit Corona.

1. AHA-Regeln sind auch für Rheuma-Patienten das A und O

Um eine Corona-Infektion zu verhindern, sind Hygienemaßnahmen in allen Bereichen das Wichtigste: Abstand halten, die Nies- und Husten-Etikette (in die Armbeuge!) einhalten, häufiges Händewaschen und natürlich die Alltagsmaske zur Bedeckung von Mund UND Nase tragen – all das hilft auch Rheuma-Patienten dabei, einer Infektion mit CoViD-19 vorzubeugen.

2. Corona-Warn-App downloaden und über Infektionsketten informiert sein

Gerade Rheuma-Patienten sollten sich überlegen, die Corona-Warn-App auf dem Handy zu installieren. Mit ihrer Hilfe können mögliche Infektionsketten leichter unterbrochen und somit die Ansteckung eingedämmt werden. Für Android-Nutzer (Smartphone) gibt es die App bei Google Play, für iPhone-Nutzer im App Store.

Um sie für das iPhone zu nutzen ist iOS-Version 13.5 erforderlich. Laut Google ist jedes Smartphone mit den Play-Diensten von Android 6 Marshmallow, das 2015 veröffentlicht wurde, bis Android 10 kompatibel. Ferner ist für die Corona-Warn-App in iPhones und Androiden Bluetooth LE notwendig.

3. Arbeits(un-)fähigkeit und Therapie-Attest

In der Regel müssen sich Rheuma-Patienten keine Sorge um eine besondere Gefährdung machen. Ein Attest zwecks Arbeitsunfähigkeit ist deshalb aufgrund der Erkrankung nicht zwingend nötig. Im Falle eines Falles kann aber eine individuelle Risiko-Überprüfung stattfinden – insbesondere bei immunmodulatorischer oder immunsuppressiver Therapie. 

4. Individuelles Risiko im Blick haben

Die bekannten Risikofaktoren (z. B. Übergewicht, Lebensalter und Herz-Kreislauf-Erkrankungen) haben neben dem Aktivitätsgrad Ihrer rheumatischen Erkrankung ebenfalls einen Einfluss auf das persönliche Risiko, an CoViD-19 zu erkranken und dann einen schweren, komplikationsreichen Krankheitsverlauf zu entwickeln.

Umso eher sollten Sie die Hygiene-Maßnahmen sowie die Abstandsregelungen einhalten. Gegebenenfalls sollten Sie auf die Hilfe Ihrer Familie oder anderer freundlicher Helfer bei Besorgungen zurückgreifen, um den Aufenthalt in größeren Menschenansammlungen zu meiden.

5. Therapien einhalten und Behandlungen nicht herauszögern

Momentan sehen Experten keinen Anlass, die Leitlinien für die Therapie rheumatischer Krankheitsbilder  zu verändern. Deshalb sollen alle Therapie-Empfehlungen hinsichtlich Behandlung oder Medikamenteneinnahme beibehalten werden. 

Eine Behandlung mit Rheuma-Medikamenten sollte nicht aufgrund der Corona-Pandemie hinausgezögert, unterdosiert oder gänzlich unterlassen werden. Eine besondere Medikamenten-Empfehlungen für einen gänzlich neuen Therapiestart gibt es momentan nicht.

Ohne CoViD-19-Symptome sollte die Therapie demzufolge unverändert fortgesetzt werden. Das gilt für alle gängigen Behandlungen mit:

  • nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR)
  • Glukokortikoiden (GC) und Immunsuppressiva (z.B. Azathioprin, Cyclophosphamid) und 
  • den sogenannten krankheitsmodellierenden Antirheumatika (z.B. Methotrexat, Sulfasalazin, Hydroxychloroquin). 

Aktuell wird die Behandlung mit dem krankheitsmodellierenden Medikament Rituximab (RTX) wegen der lang anhaltenden B-Zell-Verminderung, einer potenziell eingeschränkten Impfantwort (auch in Bezug auf zukünftige SARS-CoV-2-Impfstoffe) sowie angesichts von Fallberichten über schwerwiegende CoViD-19-Verläufe kritisch hinterfragt.

Wenn aber bei schweren rheumatischen Organerkrankungen die medizinische Notwendigkeit besteht und eine Behandlung mit Rituximab erfordert, sollte trotz der Sorge hinsichtlich einer CoViD-19-Infektion RTX in der erforderlichen Dosierung eingesetzt werden 

Sollten Sie Symptome wie Halsschmerzen und Husten entwickeln, die auf eine CoViD-19-Erkrankung hinweisen können, sprechen Sie bitte umgehend mit ihrem Arzt oder Rheumatologen.

6. Therapieunterbrechung und Therapiepause kann bei aktiver CoViD-19-Infektion eine Möglichkeit sein 

Patienten, die zwar keine CoViD-19-Krankheitssymptome haben, aber mit einem PCR-Test positiv getestet wurden, und Patienten,bei denen eine aktive CoViD-19-Infektion festgestellt wurde, sollten mit dem Arzt oder Rheumatologen das Gespräch suchen. Der Arzt kann dann eine Therapie-Pause oder Anpassung der Rheuma-Medikamente in Erwägung ziehen.

Sie sollten aber keinesfalls eigenständig über ein Pausieren der Behandlung entscheiden.

7. Eintragung ins Online-Register COVID19-Rheuma.de

Die DGRh stellt ein Online-Register zur Verfügung, bei dem Patienten mit Rheuma und einem positiven Corona-Testergebnis ihren Krankheitsverlauf anonym dokumentieren können. Die Daten können dann genutzt werden, um neue Erkenntnisse hinsichtlich Verlauf und Schwere der Infektion zu gewinnen und die Behandlung anderer Rheuma-Patienten zu verbessern. 

Melden Sie Ihre Nebenwirkung!

Beobachten Sie Nebenwirkungen – egal welcher Art – unter der Einnahme von Medikamenten, sollten Sie diese umgehend melden. Oftmals reichen wenige Meldungen aus, um die Öffentlichkeit über schwere Vorkommnisse zu informieren und Beipackzettel zu aktualisieren. Unser Meldeservice bietet Ihnen hierfür die einfache und schnelle Möglichkeit, Nebenwirkungen zu melden, ohne dabei Ihre Identität preiszugeben. Zudem können Sie Ihren Arzt oder Apotheker in die Meldung einbinden. Mit jeder Meldung tragen Sie aktiv zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei, indem eine bessere Informationsbasis für die zukünftige Verordnung von Arzneimitteln geschaffen wird. Davon profitieren auch andere Patienten und sind Ihnen dankbar.

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