Diätmittel - wirkvoll oder gefährlich?

Diätmittel und Diätpillen liegen im Trend. Das viele der Mittel nicht wirken oder verschiedene Nebenwirkungen aufweisen können, hält die Kunden nicht ab. Wir zeigen, welche Diätpille und welches Diätmittel besonders beliebt ist und welche Nebenwirkung besonders häufig auftritt.

Vermuten Sie selbst Nebenwirkungen eines Medikamentes zu verspüren?

Wie viele Menschen sind von Übergewicht betroffen?

Abnehmmittel sind trotz der potentiellen Nebenwirkungen sehr beliebt. Das liegt vor allem daran, dass die Zahl der übergewichtigen Menschen immer stärker ansteigt. Aktuell geht man davon aus, dass mehr als die Hälfte aller erwachsenen Menschen in der EU übergewichtig ist, also einen BMI von über 25 hat . Deutschland ist dabei fast in der Spitzengruppe der Übergewichtigen innerhalb Europas angekommen. Spitzenreiter ist demnach Ungarn, wo rund 28,5 Prozent aller Erwachsenen schwer übergewichtig mit einem BMI über 30 sind. Deutschland liegt bei circa 23%. Zwar liegen wir noch hinter Großbritannien, Tschechien, Griechenland oder auch Spanien, dennoch ist die Menge an übergewichtigen Menschen ein echtes Problem. Vor allem, da der Trend weiterhin anhält. Da kann ein Diätmittel natürlich verlockend wirken, wenn ohne eigene Arbeit die Diät unterstützt werden kann. Denn wer sich nur auf Diätmittel verlässt, wird sein Übergewicht in der Regel nicht verändern.

Welche Diätpillen gibt es?

Auf dem Markt sind verschiedene Abnehmmittel im Angebot. Dabei unterscheidet man die Diätmittel nach ihrer Wirkung. Zum einen gibt es als Diätmittel die Fettkiller, welche die Fettverbrennung steigern sollen. Dann gibt es als Diätmittel die Appetitzügler, welche das Hungergefühl minimieren sollen. Die dritte Variante der Diätpille ist das Quellmittel. Dieses quillt im Magen auf und sorgt für ein schnelleres und länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Nebenwirkungen sind bei all diesen Mitteln durchaus möglich.

Fettkiller sind Diätmittel, welche in die Körperchemie eingreifen. Die Spaltung der Fette im Magen-Darm-Trakt wird vermindert, sodass weniger Kalorien aufgenommen werden können. Zwei Abnehmmittel in dieser Kategorie sind Xenical/Hoffmann La Roche und Alli. Beide weisen durchaus eine durch Studien belegte Wirkung auf, können ihre Effektivität auf längere Zeit jedoch nicht unter Beweis stellen.. Die potentiellen Nebenwirkungen sind allerdings auch nicht zu verachten.

Die Diätmittel der Appetitzügler sind mit besonderer Vorsicht zu genießen. Nebenwirkungen sind hier die Regel und nicht die Ausnahme. Typische Vertreter dieser Produkte sind unter anderem Reductil/BASF Pharma und Antiadipositum, wobei das Mittel Reductil bereits seit dem Jahr 2010 aus dem Handel genommen wurde.

Bei den Quellmitteln sind gängige Präparate CM3 Alginat/A+G Lifescience und BMI 23/MDD . Beiden Diätmitteln wurde eine positive Wirksamkeit durch das anhaltenden Sättigungsgefühl durchaus nachgewiesen, können aber in ihrer langfristigen und dauerhaften Wirkung nicht überzeugen. Nebenwirkungen sind bei einer solchen Diätpille eher seltener bekannt.

Welche Neben(Nicht-)wirkungen können dabei auftreten?

Beinahe jede Diätpille behauptet von sich, als Abnehmmittel besonders effektiv zu sein und die Nutzer beim Abnehmen nachhaltig zu unterstützen. Potentielle Nebenwirkungen werden höchstens am Rande erwähnt und sollen bei jeder Diätpille nur vereinzelt auftreten. Dabei ist genau dies das Problem. Denn jede Nebenwirkung gilt es klar zu dokumentieren, damit den Nutzern klar gemacht wird, welches Risiko eine Diätpille mit sich bringen kann. Betrachten wir einmal die Details.

Die Quellmittel als Diätmittel sind grundsätzlich nicht sonderlich effektiv, da ihre Wirkung in den meisten Fällen zu kurz anhält. Dafür gibt es kaum eine Nebenwirkung bei diesen Produkten. Als Abnehmmittel zur Unterstützung bei einer kontrollierten Diät und bei viel Bewegung jedoch durchaus in Ordnung. Das sieht bei den anderen Präparaten schon anders aus.

Betrachten wir die Fettkiller. Als Diätmittel versprechen diese wahre Wunder zu wirken und die Aufnahme der Fette im Körper um bis zu 30 Prozent zu reduzieren. Das tun diese Mittel in Teilen auch durchaus, doch bezahlen dafür Anwender mit einem hohen Preis in Form von beträchtlichen Nebenwirkungen: Als häufige Nebenwirkung tritt unter anderem der sogenannte Fettstuhl auf, welcher oftmals von massiven Bauchschmerzen oder Schmerzen im Enddarm begleitet wird. Auch eine unkontrollierter Stuhlabgang wie Durchfall können zu den unerwünschten Nebenwirkungen gehören und die eventuellen Vorteile der Diätmittel zunichte machen. Ebenfalls wird von den Anwendern über Kopfschmerzen, Zyklusstörungen und einem niedrigen Blutzuckerspiegel geklagt. Keine Nebenwirkung, die man sich von einem Diätmittel wünscht. Schlimmer werden allerdings noch die Appetitzügler bewertet.

Appetitzügler hingegen sind in Sachen Nebenwirkung wirklich keine guten Abnehmmittel. Sie können zwar durchaus helfen und den Appetit reduzieren, aber Nebenwirkungen wie Herzrasen, Kopfschmerzen, Nervosität und Pulsbeschleunigungen sind eindeutig zu stark, als dass ein solches Diätmittel effektiv eingesetzt werden kann. Jede einzelne Diätpille dieser Art mit ihrer Nebenwirkung kann also durchaus gefährlich sein.

Insgesamt zeigt sich, dass Diätmittel und Abnehmmittel nicht nur vollkommen unterschiedliche Wirkungen aufweisen können, sondern auch bei den Nebenwirkungen oftmals eine erstaunliche Stärke aufweisen. Zudem die meisten Diätmittel und Abnehmmittel nur zur Unterstützung eingesetzt werden sollten. Wer sich nicht bewegt und nicht die eigenen Mahlzeiten kontrolliert, wird nur durch eine Diätpille in der Regel kein Gewicht verlieren. Dies wurde unter anderem in einer Studie von Öko-Test nachgewiesen, bei welcher keine der getesteten Diätmittel über bis zu 12 Monate eine Wirkung erzielen konnte. Deutlicher lässt sich eine fehlende Wirkung kaum beschreiben.

Teilen Sie Ihre Erfahrung

Wichtig: Auf unserer Plattform www.nebenwirkungen.de helfen wir allen Nutzern, sich umfassend über die verschiedenen Nebenwirkungen von Arzneimitteln zu informieren. Für eine verlässliche Datenbasis ist es wichtig, dass jeder Nutzer eine selbst erlebte Nebenwirkung meldet. Nur so können wir verlässlich bei allen Präparaten und auch bei einem Diätmittel über die Nebenwirkungen Auskunft erteilen. Je mehr Menschen mitmachen, umso besser die Basis aller Daten.

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