Nebenwirkungen Füllstoffe

Studienergebnisse: Hilfsstoffe und Nebenwirkungen?

Damit ein Wirkstoff z. B. in Form einer Tablette eingenommen werden kann, benötigt es eine ganze Menge Zusatzstoffe. Füllstoffe und Stabilisatoren wie Laktose und Pektin, aber auch Konservierungsmittel oder Mittel, die die Löslichkeit im Darm beeinflussen, sind nötig. Für Menschen mit Unverträglichkeiten können diese Hilfsstoffe problematisch werden und z. B. Magenbeschwerden, Durchfall oder allergische Reaktionen an der Haut oder im gesamten Organismus auslösen. 

Ansonsten wird diesen Stoffen jedoch nachgesagt, sie seien biologisch inaktiv. Das bedeutet, dass sie nicht mit den menschlichen Zellen interagieren oder eine eigene medizinische Wirkung besitzen, die dem Körper schädlich werden könnte.

US-amerikanische Studie untersucht Hilfsstoffe

Eine neue Untersuchung der US-amerikanischen San Francisco School of Pharmacy und den Novartis Institutes for BioMedical Research hat sich genau diesem Forschungsfeld gewidmet. 

Die Einstufung der meisten Füllstoffe als inerte, reaktionslose Substanzen gründet auf alten Tierversuchen oder historischen Erfahrungen. Wie sie aber tatsächlich mit kleinsten Biomolekülen des menschlichen Körpers interagieren, sei aber weitestgehend unerforscht. Medizinisch gesehen ist es daher schwierig einzuschätzen, ob die vermeintlich inaktiven Zusatzstoffe auch wirklich inaktiv sind.

Aus diesem Grund wurden für die Studie 3300 Medikamentenzusätze untersucht. Die beteiligten Forscher wollten herausfinden, ob es zu Wechselwirkungen kommen kann. Dafür wurden die Zusatzstoffe hinsichtlich ihrer Bindungsfähigkeit mit menschlichem Gewebe analysiert. Anschließend folgten noch weitere Labortests mit Zellkulturen und menschlichen Enzymen.

Mehr als die Hälfte der Zusatzstoffe sind biologisch aktiv

38 von 69 Zusatzstoffen sind laut den Ergebnissen tatsächlich biologisch aktiv und können auch in geringen Mengen Veränderungen in Zellen auslösen. Vermeintlich inaktive Zusatzstoffe können also auf Enzyme, Rezeptoren oder andere Moleküle wirken, die im Körper für z. B. Stoffwechselprozesse zuständig sind. 

Ein weiterer Gesichtspunkt: Viele Zusatzstoffe kommen auch in Lebensmitteln oder in Kosmetikprodukten vor. Dadurch können sich die Mengen dieser Stoffe im Körper aufaddieren. 

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Zusatzstoffe auch tatsächlich schädliche Nebenwirkungen auslösen. Hierfür müssen weitere Studien durchgeführt werden. Ein möglicherweise negativer Einfluss dieser Substanzen auf den Organismus und auf die Verträglichkeit des damit zusammen eingenommenen Arzneimittels ist aber nicht gänzlich auszuschließen.

Die Original-Quelle der Studie kann hier abgerufen werden.

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