Wie wirken Medikamente bei einer Allergie?

Für Allergiker beginnt im Frühling eine anstrengende Zeit. Wenn alles blüht, gibt es aber Medikamente, die Linderung verschaffen.

Welche Antiallergika gibt es?

Medikamente, mit denen eine Allergie behandelt werden kann, heißen Antiallergika. Die Möglichkeiten des Medikaments liegen darin,

* die Symptome zu unterdrücken,
* zu lindern oder
* gegen ihr Auftreten vorbeugen.

Antiallergika wirken an unterschiedlichen Schnittstellen einer allergischen Reaktionsbildung und werden je nach Wirkungsprinzip in vier Gruppen eingeteilt:

1. Blockade der Histamin-Rezeptoren, etwa des Histamin-H1-Rezeptors (Antihistaminika)
2. Stabilisierung der Mastzellen, die sogenannten Mastzellenstabilisatoren
3. Gegenspieler von Stoffen, die an der Allergie beteiligt sind, Glukokortikoide wie etwa Kortison
4. Blockade der Leukotrien-Rezeptoren, etwa Montelukast

Wie wirken die verschiedenen Gruppen von Antiallergika?

Wir erklären die unterschiedliche Wirkungsweise der vier Gruppen etwas genauer.

1. Antihistamine blockieren das Histamin. Dies ist ein körpereigenes Gewebshormon und ein Neurotransmitter und startet die überschießende Immunabwehr, die zu den beschwerlichen Symptomen führt. Die Darreichungsform wird nach dem Ort stärkster Symptombildung gewählt. Es gibt Tabletten, aber auch Nasensprays und Augentropfen. Das freigesetzte Histamin kann nach Einnahme nicht mehr in Drüsen-, Gefäß- und Nervenzellen aufgenommen werden. Die Antihistamine erster Generation haben aber einen entscheidenden Nachteil: Sie wirkten auch auf andere Zellen im Körper. Eine Nebenwirkung davon ist starke Müdigkeit, was die Fähigkeit für Arbeit oder Autofahren sehr einschränkt. Dies ist bei einem Antiallergikum der neuen Generation nun nicht mehr der Fall. Bekannte Wirkstoffe sind beispielsweise Loratidin, Cetrizin oder Acrivastin.

2. Ein Medikament vom Typus Mastzellenstabilisator wirkt wieder anders als ein Antihistamin, es verhindert nämlich generell die Freisetzung von Histamin. Dieses Medikament wird lokal als Nasenspray oder Augentropfen eingesetzt. Hier ist die Problematik, dass es erst nach einigen Tagen seine Wirkung entfaltet. Es kann daher als Medikament zur Vorbeugung genutzt werden. Auch ist die Wirkung nicht so stark und eher geeignet bei leichten Formen von Heuschnupfen. Gängige Produktnamen sind etwa Vividrin oder Cromo.

3. Bei einer schweren Allergie gegen Pollen, aber auch bei Asthma oder schweren Hautreaktionen, kommt der Wirkstoff Kortison zum Einsatz. Er geht gegen Entzündungsherde, aber auch gegen Mastzellen vor. Kortison ist ein sehr wirksames Medikament, etwa in der Notfallmedizin. Problematisch ist aber eine lange und regelmäßige Anwendung, da es in den Stoffwechsel eingreift. Das gilt vor allem in der Anwendung als Antiallergikum in Tablettenform. Die Nebenwirkungen lassen sich aber eingrenzen bei Verwendung von Sprays und Cremes (etwa Ratioallerg oder Linola H N). Diese enthalten Kortison in geringstmöglicher Konzentration und lassen den Wirkstoff so nur am Ort der Symptome wirken.

4. Eine noch recht neue Behandlungsform ist die Blockade von Leukotrien-Rezeptoren. Die Leukotriene bilden sich in den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und spielen eine sehr große Rolle bei chronisch entzündlichen Prozessen. Die Blockade von Leukotrienen verhindert, dass entzündungsfördernde Faktoren freigesetzt werden können. Ein Medikament nach diesem Prinzip ist zum Beispiel Montelukast. Es kommt bei Asthma mittleren Grades zu Einsatz, wenn bisherige Behandlungswege nicht mehr greifen.

Mehr zu den typischen Nebenwirkungen der verschiedenen Antiallergika können Sie hier nachlesen.

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