Beipackzettel von FerMed 20mg/ml Injektionslösung 100 mg Ampullen einsehen

Art und Weise

  • Das Präparat wird Ihnen stets von einem Arzt verabreicht.
  • Ihr Arzt oder das medizinische Fachpersonal wird Ihnen das Arzneimittel auf eine der folgenden Weisen verabreichen:
    • als Tropfinfusion in eine Vene - 1 bis 3 Mal pro Woche;
    • durch langsames Einspritzen (Injektion) in eine Vene - 1 bis 3 Mal pro Woche.
    • während der Blutwäsche (Dialyse) - das Arzneimittel wird in den venösen Teil des Dialysegeräts gegeben.
  • Das Arzneimittel wird im Rahmen einer Einrichtung gegeben, in der immunallergische Ereignisse angemessen und schnell behandelt werden können.
  • Nach jeder Gabe werden Sie für 30 Minuten von Ihrem Arzt oder vom medizinischen Fachpersonal überwacht.

Dosierung

  • Das Arzneimittel wird Ihnen stets von einem Arzt verabreicht.
  • Ihr Arzt ist für die Berechnung der angemessenen Dosis und für die Wahl der Verabreichungsart und -häufigkeit und die Dauer der Behandlung zuständig. Zur Ermittlung der für Sie richtigen Dosis und zur Kontrolle des Behandlungserfolges führt Ihr Arzt eine Blutuntersuchung durch.
  • Wenn Sie eine größere Menge erhalten haben, als Sie sollten, oder wenn die Anwendung einer Dosis vergessen wurde
    • Mögliche Nebenwirkungen können häufiger oder verstärkt auftreten, wenn die empfohlene Dosis überschritten wird. Durch die Verabreichung von zu großen Eisenmengen über einen langen Zeitraum kann sich überschüssiges Eisen im Körper anreichern und so zu einer Eisenüberladung führen.
    • Wird eine Anwendung vergessen, darf Ihnen bei der nächsten Anwendung nicht die doppelte Dosis verabreicht werden.

Indikation

  • Das Präparat ist ein eisenhaltiges Arzneimittel.
  • Es enthält Eisen in Form eines Eisen(III)-Zucker-Komplexes (Eisen(III)-Sucrose-Komplex).
  • Es wird intravenös angewendet zur Behandlung eines Eisenmangels, wenn eine (orale) Behandlung mit Eisentabletten nicht möglich ist oder nicht gewirkt hat.

Kontraindikation

  • Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden
    • wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
    • wenn bei Ihnen in der Vergangenheit bereits schwerwiegende allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen) gegenüber anderen injizierbaren Eisenpräparaten aufgetreten sind
    • wenn Sie an einer Anämie leiden, die nicht durch Eisenmangel bedingt ist.
    • wenn Sie zu viel Eisen im Körper oder eine Eisenverwertungsstörung haben.
  • Ihnen darf das Arzneimittel nicht gegeben werden, wenn einer der oben genannten Umstände auf Sie zutrifft.
  • Wenn Sie sich nicht sicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Ihnen das Präparat gegeben wird.

Nebenwirkungen

  • Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
  • Allergische Reaktionen (können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
    • Wenn es bei Ihnen zu einer allergischen Reaktion kommt, müssen Sie Ihren Arzt oder das Pflegepersonal sofort informieren. Eine allergische Reaktion kann sich unter anderem durch folgende Erscheinungen äußern:
      • Blutdruckabfall (Schwindelgefühl, Benommenheit oder Schwarzwerden vor den Augen).
      • Gesichtsschwellungen.
      • Atemnot.
      • Juckreiz, Hautausschlag.
      • Brustkorbschmerzen, die ein Zeichen für eine potenziell schwerwiegende allergische Reaktion namens „Kounis-Syndrom" sein können.
    • Wenn Sie glauben, dass bei Ihnen eine allergische Reaktion vorliegt, müssen Sie Ihren Arzt oder das Pflegepersonal sofort darauf aufmerksam machen.
  • Weitere Nebenwirkungen:
    • Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
      • Geschmacksveränderungen, z. B. ein metallischer Geschmack. Diese Erscheinungen halten in der Regel nicht sehr lange an.
      • Erniedrigter oder erhöhter Blutdruck
      • Übelkeit
      • Reaktionen im Bereich der Injektions-/Infusionsstelle, wie z. B. Schmerzen, Reizung, Juckreiz, Bluterguss oder lang anhaltende Hautverfärbung nach dem Austreten der Injektionslösung in die Haut
    • Gelegentlich (kann bis zu 1 bis 100 Behandelten betreffen)
      • Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl
      • Magenschmerzen oder Durchfall
      • Erbrechen
      • Pfeifende Atmung, Atemnot
      • Juckreiz, Hautausschlag
      • Muskelzucken, -krämpfe oder -schmerzen
      • Kribbeln („Ameisenlaufen")
      • Verminderte Berührungsempfindlichkeit
      • Venenentzündung
      • Hautrötungen, Brennen
      • Verstopfung
      • Gelenkschmerzen
      • Gliederschmerzen
      • Rückenschmerzen
      • Schüttelfrost
      • Schwäche, Müdigkeit
      • Anschwellen der Hände und Füße
      • Schmerzen
      • Anstieg der Leberenzymspiegel (ALT, AST, GGT) im Blut
      • Erhöhte Serumferritinwerte
    • Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)
      • Ohnmacht
      • Schläfrigkeit oder Benommenheit
      • Herzklopfen
      • Urinverfärbung
      • Brustschmerzen
      • Vermehrtes Schwitzen
      • Fieber
      • Anstieg der Laktatdehydrogenasespiegel im Blut
    • Weitere Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit sind: vermindertes Reaktionsvermögen, Verwirrtheit, Bewusstseinsverlust, Angstzustände, Zittern, Anschwellen von Gesicht, Mund, Zunge oder Rachen mit daraus möglicherweise resultierenden Atembeschwerden, verlangsamter Puls, beschleunigter Puls, Kreislaufkollaps, Venenentzündung mit daraus resultierender Blutgerinnselbildung, akute Verengung der Luftwege, Juckreiz, Quaddeln, Hautausschlag, kalte Schweißausbrüche, allgemeines Krankheitsgefühl, Hautblässe, plötzlich auftretende, lebensbedrohliche allergische Reaktionen (allergischer Schock). Grippeähnliche Symptome, die für gewöhnlich Fieber sowie Muskel- und Gelenkschmerzen einschließen, können innerhalb weniger Stunden oder mehrerer Tage nach der Verabreichung auftreten.
  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht angegeben sind.

Patientenhinweis

  • Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
    • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Ihnen das Arzneimittel verabreicht wird, wenn
      • bei Ihnen Arzneimittelallergien aufgetreten sind,
      • Sie unter systemischem Lupus erythematodes (SLE) leiden,
      • bei Ihnen eine rheumatoide Arthritis besteht,
      • Sie unter schwerem Asthma, Hautausschlag oder anderen Allergien leiden.
      • Ihre Leberfunktion oder Ihre Nierenfunktion gestört ist.
      • Sie eine akute oder chronische Infektion haben.
    • Vor der ersten Anwendung wird der Arzt bei Ihnen einen Bluttest durchführen, um sicherzustellen, dass die Behandlung für Sie geeignet ist.
    • Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der oben genannten Fälle auf Sie zutrifft, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Ihnen das Präparat gegeben wird.
  • Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:
    • Nach der Verabreichung kann es bei Ihnen zu Schwindel, Verwirrtheit oder Benommenheit kommen. In diesem Fall dürfen Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen. Fragen Sie bitte Ihren Arzt, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Schwangerschaftshinweis

  • Schwangerschaft
    • Das Arzneimittel wurde nicht an schwangeren Frauen in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft untersucht.
    • Es ist wichtig, dass Sie es Ihrem Arzt vor Anwendung des Arzneimittels sagen, wenn Sie schwanger sind, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden.
    • Wenn Sie während der Behandlung schwanger werden, müssen Sie Ihren Arzt um Rat fragen. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie dieses Arzneimittel weiter erhalten sollen oder nicht.
  • Stillzeit
    • Wenn Sie stillen, fragen Sie vor der Anwendung Ihren Arzt um Rat. Es ist unwahrscheinlich, dass das Präparat ein Risiko für das gestillte Kind darstellt.
  • Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Wechselwirkungen

  • Anwendung zusammen mit anderen Arzneimitteln
    • Das Arzneimittel soll nicht gleichzeitig mit oralen Eisenpräparaten verabreicht werden, da die Resorption des oralen Eisens vermindert ist. Mit einer oralen Therapie ist frühestens 5 Tage nach der letzten Injektion zu beginnen.
    • Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Dies gilt auch für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel.

Nebenwirkungen persönlich erfahren? Das ist keine Seltenheit.

Auch 12 Jahre nach Marktzulassung sind nicht alle Nebenwirkungen eines Medikaments bekannt. Deshalb ist die Mitarbeit von Ihnen als Patient umso wichtiger. Jeder 2. Patient hat Nebenwirkungen, allerdings werden in Deutschland nur 1 % aller Nebenwirkungen offiziell erfasst. 

Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden und melden Sie Ihre Erfahrung, denn Sie kennen Ihren Körper am besten. Das bewirkt Ihre Meldung:

  • Risiken schneller erkennen
  • Beipackzettel aktualisieren
  • Mitmenschen schützen

Je mehr Informationen berichtet werden, desto besser kann das tatsächliche Risiko erkannt werden. 

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