Der Stellenwert der Spirale als Empfängnisverhütungsmittel und mögliche Nebenwirkungen

Die Spirale ist eine der wenigen Möglichkeiten, ohne Hormone zu verhüten. Trotzdem sind auch dabei Neben- und Wechselwirkungen möglich.

Wie wirkt die Spirale und welche Arten gibt es?

Bei der Entscheidung für die Spirale besitzen Sie die Wahl zwischen der Kupfer- und der Hormonspirale. Das Einführen der Spirale nehmen Gynäkologen vor. Bei Bedarf erhalten Sie hierzu ein schmerzlinderndes Medikament. Auch im Verlauf oder nach dem Einsetzen können Sie ein Medikament erhalten, um beispielsweise Kreislaufschwierigkeiten als Nebenwirkung zu umgehen.

Kupferspiralen sind ein T-förmiges Plastikstück mit einem Kupferüberzug. Sie geben beständig kleine Kupfermengen ab. Die Kupferionen hemmen die Spermien in ihrer Beweglichkeit. Somit bleibt die Befruchtung einer Eizelle üblicherweise aus. Kommt es doch dazu, stört das Kupfer den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Eine befruchtete Eizelle kann sich dann nicht in der Gebärmutter einnisten. Aufgrund dieser „Doppelwirkung“ gelten Kupferspiralen als zuverlässiges Empfängnisverhütungsmittel. Durchschnittlich verbleibt die Kupferspirale drei bis fünf Jahre in der Gebärmutter. Bei einzelnen Modellen ist sogar eine größere Zeitspanne möglich.

Die Hormonspirale besitzt einen ähnlichen Aufbau wie die Kupferspirale. Sie gibt allerdings statt Kupfer durchgehend kleine Mengen des Hormons Gestagen ab. Wie die Kupferspirale erschwert sie das Eindringen der Spermien und hemmt den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Zudem ist sie in der Lage, den Eisprung zu verhindern. Auch die Hormonspirale kann üblicherweise bis zu fünf Jahren in der Gebärmutter verbleiben.

Wie verbreitet ist die Spirale?

Obwohl sie als zuverlässig gilt, kommt die Spirale als Verhütungsmittel verhältnismäßig wenig zum Einsatz. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verfügt über repräsentative Daten zu der Anwendung von Empfängnisverhütung. Laut Statistik steht die Pille mit einem Anteil von 55 Prozent an der Spitze. Ihr folgt das Kondom mit 36 Prozent. Das Intrauterinpessar – die Spirale – bringt es „nur“ auf circa elf Prozent. Die Gründe für den verhältnismäßig geringen Einsatz sind sehr unterschiedlich. Obgleich Hormon- und Kupferspirale beispielsweise im Gegensatz zur Pille etwas höheren Pearl-Index aufweisen, gelten sie als sehr zuverlässig. Zur Erklärung: Bei dem Pearl-Index handelt es sich um einen statistischen Wert. Er gibt die Anzahl der trotz Verhütungsmittel auftretenden Schwangerschaften, berechnet auf 100 Frauen und ein Jahr an. Je geringer der Wert, desto höher die Sicherheit und geringer die Anzahl an Schwangerschaften. Zum Vergleich: Der Wert der Pille liegt bei 0,1 bis 0,9, der der Hormonspirale bei 0,16 bis 0,33 und jener der Kupferspirale bei 0,9 bis 3. Letztere Angabe stammt von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, kurz DGGG. Der Berufsverband der Frauenärzte, kurz BVF, gibt den Pearl-Index der Kupferspirale mit 0,4 bis 1 an.

Da die Hormonspirale bereits länger existiert als das Kupfermodell, kommt sie noch häufiger zum Einsatz. Die Kupferspirale wenden Gynäkologen bevorzugt bei Risikogruppen an. Dies betrifft Frauen, bei denen der Einsatz von Hormonen aus verschiedenen Gründen nicht infrage kommt.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Ein Empfängnisverhütungsmittel funktioniert im Prinzip nicht anders als ein Medikament. Das bedeutet, es kann unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper aufweisen. Bei den potenziellen Neben- und Wechselwirkungen kommt es wiederum auf die Art der Spirale an. Ein wesentlicher Unterschied besteht im Bezug auf die Auswirkungen auf Ihre Periode. So ist es bei der Hormonspirale weit verbreitet, dass diese nur noch schwach auftritt oder ganz ausbleibt. Allerdings kann auch, wie bei der Kupferspirale, das Gegenteil der Fall sein. Hier sind auch stärkere Blutungen oder Zwischenblutungen möglich. Auch stärkere Regelschmerzen als gewöhnlich sind als Nebenwirkung denkbar.

Wie auch bei anderen Hormonpräparaten sind bei der Hormonspirale bestimmte Nebenwirkungen möglich. Diese reichen von Kopf- und Brustschmerzen bis hin zu Depressionen. Wichtig ist hier eine lückenlose ärztliche Betreuung. Nehmen Sie Hilfe in Anspruch, falls eine der Nebenwirkungen verstärkt auftritt. Gegebenenfalls sollten Sie alternative Verhütungsmethoden in Betracht ziehen. Eine Nebenwirkung muss nicht allein von der Kupfer- oder Hormonspirale ausgehen. Möglich ist beispielsweise auch eine Wechselwirkung mit einem bestimmten Medikament, welches Sie einnehmen. Falls Sie vor dem möglichen Einsatz einer Spirale ein Präparat anwenden, geben Sie dies unbedingt bei der Voruntersuchung an. Verwenden Sie bereits die Spirale und benötigen ein Medikament, treffen Sie ebenfalls eine ärztliche Absprache. Eventuell ist es besser, ein bestimmtes Medikament zu meiden.

In extremen Fällen sind bei beiden Spiralen Unterleibsentzündungen oder Eileiterschwangerschaften möglich. Beides birgt das Risiko der Unfruchtbarkeit. Bei einer Entzündung erhalten Sie ein Medikament, bei einer Eileiterschwangerschaft muss rasch ein operativer Eingriff erfolgen.

Eine Nebenwirkung kann immer individuell und in Abhängigkeit zum jeweils verwendeten Produkt auftreten. Wichtig ist es, sich die möglichen Auswirkungen einer Spirale bewusst zu machen. Verlässliche Aussagen zu einer möglichen Nebenwirkung sind nur durch eine breite Informationsbasis möglich. Dazu können Sie beitragen, indem Sie eine auftretende Nebenwirkung hier melden.

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