Allergiemittel Kinder Nebenwirkungen

Heuschnupfen bei Kindern: Medikamente und Nebenwirkungen

Wussten Sie, das etwa jedes elfte Kind an einer Pollenallergie leidet? Die Tendenz steigt dann mit dem Alter, denn Allergien entwickeln sich erst im Laufe des Lebens. Für betroffene Kinder und Jugendliche sind die Frühlings- und Sommermonate eine wahre Leidenszeit. Laufende Nase, tränende und gerötete Augen, man bekommt kaum Luft und ist verschleimt – das kann einem den Spaß an der Natur deutlich verderben. 

Mit unseren Tipps und Informationen zu Allergiemitteln kommen Sie mit Ihren Schützlingen trotzdem gut durch die Allergiezeit.

Medikamentenfreie Maßnahmen: Allergenkarenz

Die einfachste Methode, keiner Allergiesymptome zu entwickeln, ist den Allergie-auslösenden Stoff zu meiden. Bei Nüssen oder Obst ist das relativ einfach, bei Pollen wird es aber schwierig: schließlich lauert der Blütenstaub überall und breitet sich häufig sogar bei geschlossenen Fenstern durch die kleinsten Ritzen in der Wohnung aus. Sich einfach zuhause einzuschließen, ist daher weder für Kinder noch für Erwachsene eine Lösung.

Aber es gibt trotzdem einige Tipps, die man befolgen kann!

  1. In ländlichen Gebieten ist die Pollenkonzentration am Morgen am höchsten, in der Stadt hingegen abends. Daher sollte man – abhängig vom Wohnort – zu dieser Zeit Türen und Fenster geschlossen halten.
  2. Lüften sollte man generell nur bei geringem Pollenflug. Inzwischen kann man aber auch spezielle Pollenschutzgitter kaufen.
  3. Wer kann, macht während starker Pollenbelastung Urlaub an der See oder im Hochgebirge (ab 1500 Meter), um dem lästigen Pollenstaub zu entkommen.
  4. Es kann empfehlenswert sein, zu den Spitzenzeiten des Pollenflugs die Haare abends vor dem Schlafengehen zu waschen. Dann landen auch keine Pollen auf der Bettwäsche, insbesondere auf dem Kopfkissenbezug, wo man sie während der Nacht dann ständig einatmen würde. Auch abendliches feuchtes Wischen des Fußbodens kann zur Pollenreduktion in der häuslichen Umgebung beitragen. 
  5. Außerdem sollte die Tageskleidung abseits des Schlaforts gelagert werden, denn auch an ihr können Pollen anhaften. Deshalb empfiehlt es sich auch, die Oberbekleidung wie Mäntel und Jacken sowie die Schuhe vor der Haustür auszuziehen. 
  6. Viele Pollenallergiker profitieren von regelmäßigen Nasenduschen. So kann die Nasenscheidewand von Pollen, Staub und sonstigen Reizstoffen gereinigt werden.
  7. Kreuzallergene vermeiden! Wer auf Pollen allergisch ist, reagiert meistens auch auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch: bei Baumpollen z. B. auf Äpfel oder Birnen oder Haselnüsse. 

Welche Medikamente sind für Kinder zugelassen?

Nicht alle Allergiemittel, die für Erwachsene zugelassen sind, sind auch für Kinder geeignet. Arzneimittel für kleine Patienten müssen spezielle klinische Studien durchlaufen, da Dosierungen auf das geringere Körpergewicht bei einem relativ höheren Wasseranteil angepasst werden müssen.

Bei Allergiemitteln gibt es aber eine ganze Menge, die auch für Kinder zugelassen sind – einige sogar rezeptfrei.

Antihistaminika

Antihistaminika sind die gängigsten Mittel. Sie blockieren die Andockstellen für Histamin, das beiallergischen Reaktionen eine maßgebliche Rolle spielt. Zu ihnen gehören Präparate mit den Wirkstoffen Cetrizin oder Loratadin.

Sie sind ab einem Alter von 2 Jahren freigegeben in kindgerechter Darreichungsform als Saft oder Tropfen zur Behandlung ausgeprägter Beschwerden, wenn eine örtliche Anwendung an Nase und Auge nicht ausreicht.

Für ältere Kinder (ab 6 Jahren) sind auch Tabletten geeignet. Sie helfen gegen juckende Augen und Nasen und gegen Niesattacken, sind jedoch nicht abschwellend wirksam bei geschwollene Nasenschleimhäute..

Wirkstoffe wie Levocabastin (ab 1 Jahr) oder Azelastin (ab 4 Jahren) wirken am Ort ihrer Verabreichung und sind ebenfalls geeignet. Es gibt sie als Nasenspray oder als Augentropfen.

Darunter fallen die folgenden Medikamente:

  • Aerius,
  • Livocab ab 1 Jahr
  • Zyrtec
  • Ceterifug
  • Xusal
  • Lisino
  • Lorano
  • Loratadin ab 2 Jahre
  • Olopatadin ab 3 Jahre
  • Allergodil
  • Vividrin Augentropfen ab 4 Jahre, Nasenspray ab 6 Jahre

Mastzellenstabilisatoren

Mastzellen sind spezielle weiße Blutzellen und spielen für das Immunsystem des Körpers eine wichtige Rolle. Sie enthalten verschiedene Botenstoffe, unter anderem Histamin, das – wie oben bereits gesagt –  bei allergischen Reaktionen eine wichtige Rolle spielt. Die Mastzellen können, wenn sie auf Allergene oder andere Reizstoffe treffen, aufplatzen und entleeren dann die gespeicherten Botenstoffe in die Blutbahn.

Medikamente, welche die äußere Umhüllung (Membran) der Mastzellen stabilisieren, haben also zum Ziel, die Histamin-Ausschüttung zu vermindern. Ein solcher stabilisierender Wirkstoff ist z. B. Cromoglicinsäure. Medikamente mit diesem Wirkstoff – z. B. Augentropfen oder Nasensprays – wirken lokal und müssen daher mehrmals täglich während der Pollensaison genutzt werden. Meistens müssen sie sogar 14 Tage vor Einsetzen des Pollenflugs regelmäßig angewendet werden, um gute Ergebnisse zu erzielen.

Medikamente sind z. B.:

  • Intal
  • DNCG Stada
  • Cromohexal
  • Lomupren

Glukokortikoide (“Kortison”)

Glukokortikoide wirken dämpfend auf das Immunsystem ein und hemmen Entzündungsreaktionen. Präparate dieser Art enthalten Kortison, das meist nur örtlich und über einen kurzen Zeitraum angewendet wird. Sie sind bei schweren Beschwerden das Mittel der Wahl.

Der Wirkstoff Mometason eignet sich schon für Kinder ab 3 Jahren. Viele der anderen kortisonhaltigen Sprays sind allerdings erst ab 6 oder 12 Jahren zugelassen.

Medikamente sind hierbei z.B.:

  • Nasonex (Mometason) ab 3 Jahre
  • Budesonid, ab 6 Jahre
  • Rhinivict (Beclomethason) ab 12 Jahre

Abschwellende Nasensprays

Der Einsatz solcher Präparate sollte mit Bedacht erfolgen. Abschwellende Nasensprays können helfen, wenn die Atmung durch die Nase aufgrund von Schleimhautschwellung stark behindert  ist. Sie sollten jedoch nicht länger als eine Woche angewendet werden, da sie die Schleimhaut austrocknen und sich diese dadurch entzünden kann, was zu einem erneuten Anschwellen der Schleimhaut führt. Manche Präparate enthalten zusätzlich zum abschwellenden Wirkstoff auch Dexpanthenol, das die Nasenschleimhaut pflegt und der Austrocknung entgegenwirken soll. Salzwasser-Nasensprays hingegen verschaffen nur etwas Linderung, können aber unbedenklich lange mehrmals am Tag  angewendet werden.

 

Medikamente: z. B. Nasic, Olynth, NasenDuo Nasenspray Kinder (von ratiopharm)

Mögliche Nebenwirkungen bei Allergiemitteln

Lokal angewendete Medikamente sind – im Vergleich zu Tabletten oder Säften – in der Regel nebenwirkungsärmer. Trotzdem sollten Sie bei Ihren Schützlingen auf mögliche Anzeichen von unerwünschten Wirkungen achten. Diese können sein:

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühle
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall

Bei Augentropfen oder Nasensprays darüber hinaus:

  • Brennen
  • Reizungen der Schleimhäute

Melden Sie Ihre Nebenwirkungen!

Ihre Mitarbeit ist wichtig! Selbst Jahre nach der Zulassung sind längst nicht alle Nebenwirkungen bekannt. Wann immer Sie den Verdacht haben, an Fieber als Nebenwirkung, anderen Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen unter der Einnahme von Medikamenten aller Art zu leiden, sollten Sie diese umgehend melden. Oftmals reichen wenige Meldungen aus, um die Öffentlichkeit über schwere Vorkommnisse zu informieren und Beipackzettel zukünftig zu aktualisieren, wie etwa die Rote-Hand-Briefe wirkungsvoll zeigen.

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